Überblick
Schmetterlingsbuntbarsche der Gattung Mikrogeophagus gehören zu den beliebtesten Zwergbuntbarschen in der Süßwasseraquaristik. Ihren deutschen Namen verdanken sie ihrer schillernden Farbenpracht, die an die Flügel tropischer Schmetterlinge erinnert. Die beiden Arten – der Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) und der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus altispinosus) – stammen aus Südamerika und haben sich als farbenfrohe, friedliche Aquarienbewohner einen festen Platz in der Aquaristik erobert.
Neben den beiden Mikrogeophagus-Arten wird auch der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi) aus Westafrika zu den Schmetterlingsbuntbarschen gezählt – obwohl er einer völlig anderen Gattung angehört, teilt er die geringe Größe, das friedliche Wesen und die attraktive Erscheinung seiner südamerikanischen Namensvettern.
Arten im Überblick
Der klassische Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) ist die bekannteste Art und wurde seit seiner Erstbeschreibung 1948 in zahlreichen Farbvarianten gezüchtet – darunter Gold, Electric Blue, Balloon und Langflossen-Varianten. Die Wildform stammt aus den Llanos Venezuelas und Kolumbiens und zeigt ein faszinierendes Farbspektrum aus Gelb, Blau, Orange und Schwarz mit einem charakteristischen schwarzen Augenfleck auf der Körperseite.
Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus altispinosus) ist die robustere und etwas größere der beiden Arten. Er toleriert kühlere Temperaturen und eine breitere Spanne an Wasserwerten, was ihn zum idealen Einstieg in die Welt der Zwergbuntbarsche macht. Seine Färbung ist zurückhaltender als die des Verwandten, aber die leuchtend roten Flossenränder und der iridisierende Schimmer machen ihn ebenfalls zu einem Hingucker.
Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi) aus Sierra Leone und Liberia ist eine eigenständige Art, die in der Pflege unkompliziert und friedlich ist. Er zeigt je nach Stimmung wechselnde Farben mit schillernden blauen und roten Tupfen.
Haltung und Pflege
Schmetterlingsbuntbarsche benötigen weiches bis mittelhartes, leicht saures Wasser mit einer Temperatur von 24–28 °C (der Bolivianer verträgt auch 22 °C). Ein Aquarium ab 80 Litern für ein Paar reicht aus, wobei eine dichte Bepflanzung mit Versteckmöglichkeiten und sandigem Bodengrund empfehlenswert ist. Die Tiere gründeln gerne im Sand und suchen dort nach Nahrung.
Die Vergesellschaftung mit friedlichen Beifischen wie Salmlern, Bärblingen, Panzerwelsen und Otocinclus gelingt in der Regel problemlos. Vermeide hektische oder zu große Beifische, die die scheuen Zwergbuntbarsche stressen könnten. Ein gedämpftes Licht durch Schwimmpflanzen entspricht ihrem natürlichen Lebensraum und lässt die Farben besonders schön leuchten.
Ernährung und Fütterung
Schmetterlingsbuntbarsche sind Allesfresser mit einer Vorliebe für proteinreiche Kost. Feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien und Cyclops werden bevorzugt angenommen. Hochwertiges Granulat und Flockenfutter ergänzen den Speiseplan. Die Tiere gründeln gerne im Sand und sieben dabei kleine Futterpartikel und Mikroorganismen heraus.
Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da die kleinen Buntbarsche empfindlich auf Futternot reagieren. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbentwicklung und stärkt das Immunsystem – gerade bei M. ramirezi, der anfälliger für Krankheiten ist als die robusteren Verwandten.
Zucht und Fortpflanzung
Schmetterlingsbuntbarsche sind offenbrütende Substratlaicher. Das Paar reinigt gemeinsam einen flachen Stein oder eine Mulde im Sand und legt dort 100–300 Eier ab, die von beiden Eltern bewacht und befächelt werden. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden nach dem Freischwimmen von den Eltern durch das Becken geführt.
Die Zucht gelingt am besten in einem separaten Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser und erhöhter Temperatur (28–30 °C bei M. ramirezi). Junge Paare fressen ihre ersten Gelege häufig auf – das ist normal und gibt sich nach einigen Versuchen. Die Aufzucht der Jungfische erfolgt mit Artemia-Nauplien und feinstem Staubfutter.
Häufige Probleme
Insbesondere der klassische Schmetterlingsbuntbarsch (M. ramirezi) ist durch intensive Zucht leider anfällig für verschiedene Gesundheitsprobleme geworden. Kurzlebigkeit, Anfälligkeit für Bauchwassersucht und bakterielle Infektionen sind häufige Probleme bei Zuchtvarianten. Achte beim Kauf auf Tiere aus seriöser Zucht, die aktiv fressen und keine eingefallenen Bäuche zeigen.
Zu niedrige Temperaturen (unter 25 °C bei M. ramirezi), schwankende Wasserwerte und Stress durch aggressive Beifische sind die häufigsten Ursachen für Krankheiten. Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch ist deutlich robuster und verzeiht kleinere Pflegefehler besser – für Einsteiger in die Zwergbuntbarschhaltung daher die empfehlenswertere Wahl.
Quellen
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- Seriously Fish: Mikrogeophagus ramirezi – seriouslyfish.com
- Seriously Fish: Mikrogeophagus altispinosus – seriouslyfish.com
- FishBase – Umfassende Fischdatenbank – fishbase.se
- Linke, H. & Staeck, W. (1994): Amerikanische Cichliden II – Große Buntbarsche. Tetra Verlag.
