Die Schmetterlingsschmerle ist eine der schönsten und friedlichsten Schmerlenarten und stammt aus den Western Ghats Indiens. Ihr Muster aus goldgelben und schwarzen Streifen, die sich über den gesamten Körper ziehen, erinnert an die Flügelmuster exotischer Schmetterlinge. Sie ist gesellig, aktiv und eine ausgezeichnete Schneckenvertilgerin.
| Wissenschaftlicher Name | Botia striata |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Prachtschmerlen (Botiidae) |
| Gattung | Botia |
| Größe | 6–10 cm |
| Gewicht | 5–15 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Indien (Western Ghats, Karnataka, Maharashtra) |
| Lebensraum | Klare, fließende Bäche mit felsigem und sandigem Untergrund |
| Schutzstatus | Stark gefährdet (EN) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter |
| Temperatur | 21–26 °C |
| pH-Wert | 6,0–7,5 |
| Wasserhärte | 2–12 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Schmetterlingsschmerle erreicht eine Körperlänge von 6–10 cm und besitzt den für Schmerlen typischen, langgestreckten Körper mit abgeflachtem Bauch. Die auffällige Zeichnung besteht aus abwechselnden goldgelben und schwarzbraunen Vertikalstreifen, die sich über den gesamten Körper ziehen und sich auf dem Kopf zu einem komplexen Muster verzweigen.
Die Streifen sind bei jedem Individuum leicht unterschiedlich, was eine individuelle Erkennung ermöglicht. Die Flossen sind transparent bis gelblich mit dunklen Bändern. Am Kopf befinden sich vier Paar Barteln, und unter jedem Auge sitzt der typische Suborbitaldorn der Botiidae. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich kaum erkennbar, laichreife Weibchen sind etwas fülliger.
Verbreitung & Lebensraum
Die Schmetterlingsschmerle ist in den Western Ghats Indiens endemisch, wo sie in den Bundesstaaten Karnataka und Maharashtra vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf einige wenige Flusssysteme beschränkt, darunter der Tunga und der Krishna.
In ihrer Heimat lebt sie in klaren, gut durchströmten Bergbächen mit felsigem und sandigem Untergrund. Die Gewässer sind sauerstoffreich und relativ kühl. Die Schmetterlingsschmerle bevorzugt Bereiche mit vielen Steinen und Felsspalten, die als Verstecke dienen. Das Wasser ist weich bis mittelhart und leicht sauer bis neutral.
Lebensweise & Verhalten
Die Schmetterlingsschmerle ist eine der friedlichsten und geselligsten Schmerlenarten. Sie ist tagaktiv und bewegt sich lebhaft im Aquarium, was sie von vielen anderen Schmerlen unterscheidet, die oft nachtaktiv und versteckt leben. In Gruppen zeigt sie ein faszinierendes Sozialverhalten mit ständiger Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern.
Halte sie in Gruppen von mindestens 5–6 Tieren, besser mehr. In der Gruppe legen die Tiere Rangordnungen fest, die durch harmloses Jagen und „Spielen" ausgetragen werden. Charakteristisch ist das typische Schmerlen-Klicken – ein hörbares Knackgeräusch, das die Tiere mit ihren Rachengelenken erzeugen. Die Art ruht gerne in Gruppen in Höhlen und Spalten, wobei sich mehrere Tiere übereinander stapeln können.
Ernährung
In der Natur ernährt sich die Schmetterlingsschmerle von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern und Schnecken, die sie mit ihren empfindlichen Barteln im Bodengrund aufspürt. Sie ist eine effektive Schneckenvertilgerin und knackt die Gehäuse kleiner Wasserschnecken mit ihren kräftigen Rachenzähnen.
Im Aquarium nimmt sie ein breites Futterspektrum an. Sinkendes Granulat, Tabletten, Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Cyclops) und Lebendfutter werden gleichermaßen akzeptiert. Biete ihr regelmäßig lebende Schnecken an – sie hilft so bei der Kontrolle von Schneckenplagen. Abwechslungsreiche Fütterung hält die Tiere gesund und aktiv.
Fortpflanzung
Die Nachzucht der Schmetterlingsschmerle im Aquarium ist bislang nicht zuverlässig gelungen. Wie andere Botia-Arten ist sie vermutlich ein saisonaler Freilaicher, der in der Natur während der Monsunzeit in strömungsreichen Gewässerabschnitten laicht.
In kommerziellen Zuchtanlagen wird die Fortpflanzung durch Hormonstimulation ausgelöst. Im Hobbyaquarium gibt es vereinzelte Berichte über spontanes Laichverhalten, aber eine erfolgreiche Aufzucht der Larven ist äußerst selten. Die Geschlechtsunterschiede sind äußerlich nicht sicher bestimmbar, was die Zucht zusätzlich erschwert.
Haltung im Aquarium
Für eine Gruppe von 5–6 Schmetterlingsschmerlen benötigst du ein Aquarium ab 100 Litern. Richte es mit feinem Sand, zahlreichen Steinen, Wurzeln und Höhlen ein, die als Versteck- und Schlafplätze dienen. Eine moderate Strömung wird geschätzt. Die Bepflanzung kann dicht sein, da die Schmerlen Pflanzen nicht beschädigen.
Die Wassertemperatur sollte bei 21–26 °C liegen – die Art schätzt etwas kühlere Temperaturen als viele tropische Fische. Der pH-Wert sollte bei 6,0–7,5 liegen, die Gesamthärte bei 2–12 °dGH. Die Schmetterlingsschmerle ist einer der besten Gesellschaftsfische unter den Schmerlen und harmoniert ausgezeichnet mit Salmlern, Bärblingen, Panzerwelsen und kleinen Buntbarschen. Achte auf eine dichte Abdeckung.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Schmetterlingsschmerle wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen in den Western Ghats sind durch Habitatverlust, Wasserverschmutzung und Überfischung für den Aquarienhandel bedroht. Die Western Ghats gehören zu den globalen Biodiversitäts-Hotspots und stehen unter zunehmendem Druck durch Bevölkerungswachstum und Landnutzungsänderungen.
Im Aquarienhandel werden zunehmend Nachzuchten aus kommerziellen Zuchtanlagen angeboten, was den Druck auf die Wildbestände reduziert. Beim Kauf solltest du gezielt nach Nachzuchten fragen. Der Schutz der Bergbäche in den Western Ghats ist für das Überleben dieser und vieler anderer endemischer Arten von entscheidender Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Botia striata – fishbase.se
- IUCN Red List: Botia striata – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Botia striata – seriouslyfish.com
- Dahanukar, N. et al. (2004): Distribution, endemism and threat status of freshwater fishes in the Western Ghats of India. Journal of Biogeography, 31(1), 123–136.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
