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Schneeflocken-Muräne (Echidna nebulosa)

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Schneeflocken-Muräne (Echidna nebulosa)

Bildquelle: Sergei25 / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Schneeflocken-Muräne ist eine der beliebtesten und am einfachsten zu haltenden Muränenarten in der Meerwasseraquaristik. Ihr weißer Körper mit dem auffälligen schwarzen und gelben Fleckenmuster – den namensgebenden „Schneeflocken" – und ihr relativ friedliches Temperament machen sie zu einem faszinierenden Pflegling. Anders als die meisten Muränen ernährt sie sich hauptsächlich von Krebstieren statt von Fischen.

Die Schneeflocken-Muräne ist eine der beliebtesten und am einfachsten zu haltenden Muränenarten in der Meerwasseraquaristik. Ihr weißer Körper mit dem auffälligen schwarzen und gelben Fleckenmuster – den namensgebenden „Schneeflocken" – und ihr relativ friedliches Temperament machen sie zu einem faszinierenden Pflegling. Anders als die meisten Muränen ernährt sie sich hauptsächlich von Krebstieren statt von Fischen.

Steckbrief: Schneeflocken-Muräne (Echidna nebulosa)
Wissenschaftlicher NameEchidna nebulosa
OrdnungAalartige (Anguilliformes)
FamilieMuränen (Muraenidae)
GattungEchidna
Größe60–100 cm
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik (von Ostafrika bis Mittelamerika)
LebensraumKorallenriffe, Felsenriffe, Gezeitentümpel
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8,1–8,4
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Schneeflocken-Muräne erreicht eine Länge von 60–100 cm und besitzt den typischen schlangenartigen Körperbau der Muränen mit fehlenden Brust- und Bauchflossen. Die Grundfärbung ist weiß bis cremefarben mit einem komplexen Muster aus schwarzen und gelben Flecken und Bändern, die an Schneeflocken oder Sternmuster erinnern. Jedes Tier hat ein individuelles Muster.

Der Kopf ist im Vergleich zu vielen anderen Muränen relativ kurz und stumpf, das Maul weniger langgestreckt. Die Zähne sind stumpf und molarenähnlich – eine Anpassung an das Knacken von Krebstier-Panzern, die diese Muräne von den meisten anderen Arten mit ihren spitzen Fangzähnen unterscheidet. Die Nasenlöcher enden in kurzen, röhrenförmigen Vorsprüngen.

Verbreitung & Lebensraum

Die Schneeflocken-Muräne hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Muränenarten. Sie kommt im gesamten tropischen Indopazifik vor – von der Ostküste Afrikas über den Indischen Ozean und den gesamten Pazifik bis an die Pazifikküste Mittelamerikas. Man findet sie auch im Roten Meer.

Du findest sie in flachen Korallenriffen, Felsenriffen und sogar in Gezeitentümpeln in Tiefen von 0–30 m. Sie bevorzugt Bereiche mit vielen Spalten und Höhlen, in denen sie sich tagsüber versteckt. Die Art ist bemerkenswert anpassungsfähig und kommt in verschiedensten Riffhabitaten vor, einschließlich Hafenmolen und künstlichen Strukturen.

Lebensweise & Verhalten

Die Schneeflocken-Muräne ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber versteckt sie sich in Felsspalten und Höhlen, wobei oft nur der Kopf herausragt und das Maul rhythmisch geöffnet und geschlossen wird – ein Atemverhalten, das fälschlicherweise als Drohgebärde interpretiert wird. Nachts geht sie auf Jagd nach Krebstieren.

Im Vergleich zu anderen Muränen ist die Schneeflocken-Muräne relativ friedfertig und weniger aggressiv. Sie ist neugierig und kann zahm werden, sodass sie ihrem Halter aus der Hand frisst. Dennoch sollte man beim Füttern vorsichtig sein, da ihre Bisse zwar selten, aber schmerzhaft sind. Die Art kann gelegentlich aus dem Aquarium entkommen – eine sichere Abdeckung ist absolut zwingend.

Ernährung

Die Schneeflocken-Muräne ist eine spezialisierte Krebstierfresserin (Crustacivore). In der Natur ernährt sie sich hauptsächlich von Krabben, Garnelen und anderen Krebstieren, deren Panzer sie mit ihren stumpfen, mahlzahnartigen Zähnen mühelos knackt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Muränen frisst sie normalerweise keine Fische.

Im Aquarium solltest du sie mit einem abwechslungsreichen Angebot an Krebstieren füttern: Ganze Garnelen mit Schale, Krebsfleisch, Muscheln und Tintenfisch sind ideal. Füttere 2–3 Mal pro Woche mit einer Futterzange, um Bissverletzungen zu vermeiden. Die Nahrung sollte hartschalige Anteile enthalten, um die Zähne zu pflegen. Überfütterung ist zu vermeiden, da Muränen in Gefangenschaft leicht verfetten.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Schneeflocken-Muräne ist wenig bekannt. Wie andere Muränen ist sie vermutlich ein pelagischer Freilaicher, der seine Eier und Spermien ins offene Wasser abgibt. Die Larven (Leptocephali) sind blattförmig, durchsichtig und treiben monatelang im Plankton, bevor sie sich als Jungmuränen am Riff ansiedeln.

Eine Nachzucht im Aquarium ist bislang nicht gelungen. Die lange pelagische Larvalphase und die Schwierigkeit, die winzigen, spezialisierten Larven aufzuziehen, machen eine Zucht in Gefangenschaft derzeit praktisch unmöglich. Alle im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Wildfängen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung einer Schneeflocken-Muräne benötigst du ein Meerwasseraquarium ab 300 Litern mit zahlreichen Höhlen und Spalten aus Lebendgestein oder künstlichen Dekorationselementen. Eine absolut lückenlose Abdeckung ist unverzichtbar – Schneeflocken-Muränen sind Ausbruchskünstler und finden jede noch so kleine Öffnung. Auch Kabel- und Schlauchdurchführungen müssen gesichert werden.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,1–8,4 und die Salinität bei 1,023–1,026. Eine leistungsstarke Filterung ist wichtig, da Muränen bei der Fütterung viel organisches Material ins Wasser bringen. Die Vergesellschaftung mit Fischen ist grundsätzlich möglich, da die Art kein Fischfresser ist. Garnelen und Krebstiere werden allerdings als Futter betrachtet. Vorsicht bei sehr kleinen Fischen – in seltenen Fällen können auch diese gefressen werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Schneeflocken-Muräne wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik weit verbreitet und häufig. Ihr großes Verbreitungsgebiet und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Habitate machen sie relativ widerstandsfähig gegenüber lokalen Bedrohungen.

Für den Aquarienhandel werden Wildfänge entnommen, wobei die Fangzahlen im Verhältnis zur Gesamtpopulation gering sind. Die größte Bedrohung für die Art – wie für alle Riffbewohner – ist die globale Zerstörung von Korallenriffen durch Klimawandel und Ozeanversauerung.

Quellen

  1. FishBase: Echidna nebulosafishbase.se
  2. IUCN Red List: Echidna nebulosaiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Baensch, H. A. (2006): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
  4. Lieske, E. & Myers, R. (2001): Coral Reef Fishes: Indo-Pacific and Caribbean. Princeton University Press.
  5. Böhlke, E. B. et al. (1999): Living Marine Resources of the Western Central Pacific. FAO.

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