Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch ist ein eleganter Schwarmfisch aus dem Indischen Ozean. Seinen Namen verdankt er seiner tief gegabelten Schwanzflosse. Mit seiner violett-gelben Färbung und dem friedlichen Schwarmverhalten ist er ein Highlight in jedem Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Pseudanthias evansi |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Sägebarsche (Serranidae) |
| Gattung | Pseudanthias |
| Größe | 8–10 cm |
| Lebenserwartung | 5–7 Jahre |
| Verbreitung | Indischer Ozean (Ostafrika bis Malediven) |
| Lebensraum | Außenriffe, Steilwände, strömungsreiche Riffkanten |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 400 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und zeichnet sich durch seine tief gegabelte, schwalbenschwanzartige Schwanzflosse aus, die ihm seinen deutschen Namen verleiht. Die Grundfärbung ist ein zartes Violett bis Lavendel, der Rücken leuchtend gelb bis orange. Diese Farbkombination macht ihn zu einem der elegantesten Fahnenbarsche.
Der Geschlechtsdimorphismus ist weniger ausgeprägt als bei vielen anderen Fahnenbarscharten. Männchen sind etwas intensiver gefärbt und besitzen eine leicht verlängerte Rückenflosse. Die Augen sind groß und die Schnauze relativ spitz, was dem Fisch ein graziles Erscheinungsbild verleiht.
Verbreitung & Lebensraum
Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch kommt im Indischen Ozean vor, von der ostafrikanischen Küste über die Seychellen und Malediven. Du findest ihn an Außenriffen und Steilwänden in Tiefen von 5–40 Metern, bevorzugt in Bereichen mit starker Strömung.
Die Tiere bilden große Schwärme, die über den Riffkanten schweben und Plankton aus der Strömung fangen. Sie sind oft in Gemeinschaft mit anderen Fahnenbarscharten anzutreffen und bilden spektakuläre bunte Wolken über dem Riff.
Lebensweise & Verhalten
Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch lebt in Haremsgruppen und größeren Schwärmen. Die Tiere sind tagaktiv und halten sich den ganzen Tag in der Wassersäule über dem Riff auf, wo sie Zooplankton fangen. Bei Gefahr flüchten sie gemeinsam ins Riff.
Wie alle Fahnenbarsche ist auch diese Art ein protogynischer Zwitter. Alle Tiere werden als Weibchen geboren und das dominante Tier kann sich bei Bedarf zum Männchen umwandeln. Im Vergleich zu anderen Fahnenbarschen ist der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch relativ friedlich und weniger stressanfällig.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch von Zooplankton, insbesondere von Copepoden und anderen kleinen Krebstieren, die er in der Strömung fängt.
Im Aquarium solltest du mehrmals täglich kleine Portionen Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops anbieten. Hochwertiges Granulat und Flockenfutter werden ebenfalls akzeptiert. Eine regelmäßige und häufige Fütterung ist wichtig, um den hohen Energiebedarf der aktiven Schwimmer zu decken.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet in der Dämmerung statt. Das Männchen zeigt eine intensive Balz und das Paar steigt gemeinsam in die Wassersäule auf, um Eier und Spermien abzugeben. Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung.
Die Larven leben mehrere Wochen planktonisch, bevor sie sich am Riff ansiedeln. Im Aquarium wurde die Fortpflanzung beobachtet, die Aufzucht der Larven ist jedoch schwierig und erfordert spezielles Lebendfutter.
Haltung im Aquarium
Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch benötigt ein Aquarium ab 400 Litern mit ausreichend Schwimmraum und einer guten Strömung. Die Einrichtung sollte Lebendgestein mit Rückzugsmöglichkeiten bieten, aber den freien Schwimmraum nicht zu sehr einschränken.
Halte die Tiere in einer Gruppe aus einem Männchen und mindestens drei bis fünf Weibchen. In der Gruppe zeigen sie ihr natürlichstes Verhalten und sind weniger stressanfällig als einzeln gehaltene Exemplare. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist unproblematisch.
Die Wassertemperatur sollte 24–27 °C betragen. Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch gilt als einer der robusteren Fahnenbarsche und ist auch für Aquarianer mit etwas weniger Erfahrung in der Meerwasseraquaristik geeignet.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schwalbenschwanz-Fahnenbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände im Indischen Ozean sind stabil und die Art kommt häufig vor.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge exportiert, hauptsächlich aus den Malediven und Kenia. Die Fangmengen sind moderat und stellen keine Bedrohung für die Wildpopulationen dar.
Quellen
- FishBase: Pseudanthias evansi – fishbase.se
- IUCN Red List: Pseudanthias evansi – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
- Lieske, E. & Myers, R. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.
