Der Schwarzbauchmolch ist ein robuster Schwanzlurch aus den Bergwäldern Nordvietnams. Er zeichnet sich durch seine dunkelbraune bis schwarze Oberseite und die ebenfalls dunkle, oft schwarz gefleckte Unterseite aus, die ihm seinen deutschen Namen eingebracht hat. Die Art ist ein beliebter Pflegling in der Aquaristik und relativ pflegeleicht.
| Wissenschaftlicher Name | Paramesotriton deloustali |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Paramesotriton |
| Größe | 12–18 cm |
| Gewicht | 8–15 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Nordvietnam |
| Lebensraum | Bergbäche, Waldgewässer |
| Schutzstatus | Potenziell gefährdet (NT) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Schwarzbauchmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–16 cm und hat einen kräftigen, leicht abgeflachten Körperbau. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer rauen, warzigen Hauttextur. Entlang des Rückens verläuft ein flacher Längskiel. Im Gegensatz zu den meisten anderen Molcharten mit heller Bauchfärbung ist die Unterseite des Schwarzbauchmolchs ebenfalls dunkel – bräunlich bis schwarz mit orange-braunen Flecken.
Der Kopf ist breit und abgeflacht mit kleinen, dunklen Augen. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient im Wasser als Ruder. Die Flanken tragen warzenförmige Erhebungen. Männchen sind zur Paarungszeit an einer geschwollenen Kloakenregion erkennbar. Die Art ähnelt dem Paradiesmolch (P. hongkongensis), unterscheidet sich aber durch die dunklere Bauchfärbung.
Verbreitung & Lebensraum
Der Schwarzbauchmolch kommt in den Bergregionen Nordvietnams und den angrenzenden Gebieten Südchinas (Provinzen Guangxi und Yunnan) vor. Die Art lebt in Höhenlagen von 300 bis 1.500 Metern in subtropischen bis gemäßigten Bergwäldern.
Die Art bewohnt klare, kühle Bergbäche und Waldgewässer mit steinigem Untergrund. Sie bevorzugt beschattete Gewässerabschnitte mit mäßiger Strömung und reichlich Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen und Felsen. Außerhalb der aquatischen Phase verbirgt sich der Schwarzbauchmolch unter Steinen, Totholz und in der Laubstreu in Gewässernähe. Die feuchten Bergwälder mit regelmäßigen Niederschlägen bieten ideale Lebensbedingungen.
Lebensweise & Verhalten
Der Schwarzbauchmolch ist ein überwiegend aquatisch lebender Molch, der den Großteil seines Lebens im oder in unmittelbarer Nähe von Wasser verbringt. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv und versteckt sich tagsüber unter Steinen im Gewässer oder am Ufer. Bei feuchtem Wetter kann er gelegentlich auch am Tag aktiv sein.
In den subtropischen Bedingungen seines Verbreitungsgebiets ist die Art ganzjährig aktiv, zeigt aber während der kühleren Monate (November–Februar) eine reduzierte Aktivität. Die Molche sind relativ friedfertig und können in kleinen Gruppen zusammenleben. Bei Bedrohung flüchten sie schnell unter Steine oder können den Körper verdrehen, um die dunkle Unterseite zu zeigen – ein ungewöhnliches Verhalten, da die meisten Molcharten ihre helle Bauchfärbung als Warnsignal präsentieren.
Ernährung
Der Schwarzbauchmolch ernährt sich von einer Vielzahl aquatischer und semi-aquatischer Wirbelloser. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven, kleine Schnecken und Würmer. An Land nimmt er Insekten, Spinnen und Regenwürmer auf.
In Gefangenschaft nimmst du die Art problemlos mit lebenden oder aufgetauten Mückenlarven (rote und schwarze), Tubifex, Enchyträen und kleinen Regenwürmern an. Die Art ist nicht wählerisch und nimmt auch hochwertiges Pelletfutter für Amphibien an. Die Fütterung erfolgt 2–3 Mal pro Woche. Eine gelegentliche Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist empfehlenswert.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit des Schwarzbauchmolchs liegt in den kühleren Monaten (November–März). Das Männchen umwirbt das Weibchen mit Schwanzbewegungen und dem Verbreiten von Pheromonen. Nach der Balz wird eine Spermatophore übertragen.
Das Weibchen legt die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen unter Steine oder an Wasserpflanzen in fließendem oder leicht strömendem Wasser ab. Die Larven schlüpfen nach einigen Wochen und entwickeln sich vollständig aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 3–5 Monaten. In Gefangenschaft gelingt die Nachzucht bei guter Pflege und einer kühleren Periode als Stimulus. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Schwarzbauchmolch eignet sich gut für die Haltung im kühlen Aquarium und ist relativ pflegeleicht. Ein Becken ab 80 × 40 cm mit einem Wasserstand von 15–20 cm und einer kleinen Landemöglichkeit eignet sich für 2–3 Tiere. Die Wassertemperatur sollte 16–22 °C betragen, im Sommer nicht über 24 °C steigen.
Die Einrichtung sollte viele Steine und Versteckmöglichkeiten enthalten. Wasserpflanzen wie Javamoos und Anubias ergänzen die Einrichtung. Ein leistungsfähiger Filter sorgt für sauberes Wasser. Gefüttert wird mit Mückenlarven, Tubifex und Enchyträen. Die Art ist gelegentlich im spezialisierten Fachhandel als Nachzucht oder Importe erhältlich und gilt als einer der einfacher zu haltenden Paramesotriton-Arten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schwarzbauchmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet stellenweise noch häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch den Verlust von Bergwaldlebensräumen, die Verschmutzung von Gewässern und die übermäßige Sammlung für den Heimtierhandel.
In Vietnam und China ist die Art durch nationale Naturschutzgesetze geschützt. Der Erhalt der Bergwälder und Bachlebensräume in Nordvietnam und Südchina ist für das langfristige Überleben der Art wichtig. Im Handel solltest du auf Nachzuchttiere zurückgreifen, um die Wildpopulationen nicht zu belasten.
Quellen
- AmphibiaWeb: Paramesotriton deloustali – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Paramesotriton deloustali – iucnredlist.org
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
