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Schwarzer Geistermesserfisch (Apteronotus albifrons)

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Schwarzer Geistermesserfisch (Apteronotus albifrons)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schwarze Geistermesserfisch ist ein faszinierender nachtaktiver Fisch, der sich mithilfe schwacher elektrischer Felder in seiner Umgebung orientiert. Sein samtschwarzer Körper mit den zwei weißen Ringen an der Schwanzwurzel und dem weißen Streifen auf der Nase, kombiniert mit seiner eleganten, wellenförmigen Schwimmweise, machen ihn zu einem der ungewöhnlichsten Aquarienbewohner.

Der Schwarze Geistermesserfisch ist ein faszinierender nachtaktiver Fisch, der sich mithilfe schwacher elektrischer Felder in seiner Umgebung orientiert. Sein samtschwarzer Körper mit den zwei weißen Ringen an der Schwanzwurzel und dem weißen Streifen auf der Nase, kombiniert mit seiner eleganten, wellenförmigen Schwimmweise, machen ihn zu einem der ungewöhnlichsten Aquarienbewohner.

Steckbrief: Schwarzer Geistermesserfisch (Apteronotus albifrons)
Wissenschaftlicher NameApteronotus albifrons
OrdnungMesserfischartige (Gymnotiformes)
FamilieGeistermesserfische (Apteronotidae)
GattungApteronotus
Größe30–50 cm
Gewicht100–300 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Venezuela bis Paraguay)
LebensraumTiefe Flussabschnitte, Überschwemmungswälder, sandige Böden
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 400 Liter
Temperatur23–28 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Schwarze Geistermesserfisch besitzt einen langgestreckten, seitlich stark abgeflachten Körper, der eine Länge von 30–50 cm erreichen kann. Die gesamte Körperoberfläche ist samtschwarz, mit Ausnahme von zwei leuchtend weißen Ringen am Schwanzstiel und einem weißen Streifen auf der Schnauze – diese Kontrastzeichnung hat ihm seinen Spitznamen „Geist" eingebracht.

Der Körper läuft nach hinten spitz zu und geht nahtlos in eine extrem lange Afterflosse über, die sich wellenförmig bewegt und den Hauptantrieb des Fisches darstellt. Eine echte Schwanzflosse fehlt. Die Rückenflosse ist zu einem kleinen, fadenförmigen Organ reduziert. Das Maul ist klein und endständig. Die Augen sind ebenfalls klein, da der Fisch sich primär über sein elektrisches Feld orientiert.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schwarze Geistermesserfisch ist in Südamerika weit verbreitet und kommt von Venezuela über Kolumbien, Peru und Brasilien bis nach Paraguay vor. Er besiedelt verschiedene Flusssysteme, darunter den Amazonas, den Orinoco und den Paraná.

In der Natur lebt er in tieferen Flussabschnitten mit sandigem oder schlammigem Untergrund, häufig in der Nähe von untergetauchten Wurzeln und Baumstämmen, die ihm als Verstecke dienen. Während der Regenzeit zieht er in die überfluteten Waldgebiete. Er bevorzugt dunkle, strömungsarme Bereiche und ist an trübes oder dunkles Wasser angepasst.

Lebensweise & Verhalten

Der Schwarze Geistermesserfisch ist strikt nachtaktiv und verbringt den Tag in seiner Höhle oder einem anderen Versteck. Er gehört zu den schwach elektrischen Fischen und erzeugt ein permanentes elektrisches Feld um seinen Körper, das er zur Orientierung und Beuteerkennung nutzt (Elektrolokation). Diese Fähigkeit ermöglicht es ihm, sich in vollkommener Dunkelheit zurechtzufinden.

Die Art ist territorial und kann gegenüber Artgenossen aggressiv werden, weshalb eine einzelne Haltung oder die Haltung in sehr großen Aquarien empfohlen wird. Gegenüber anderen, nicht verwandten Fischarten ist er meist friedlich. Der Geistermesserfisch entwickelt oft eine starke Bindung an ein bestimmtes Versteck und kehrt jeden Morgen zuverlässig dorthin zurück. Manche Tiere werden so zahm, dass sie Futter aus der Hand nehmen.

Ernährung

Der Schwarze Geistermesserfisch ist ein Fleischfresser, der sich in der Natur von Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebstieren und gelegentlich kleinen Fischen ernährt. Er ortet seine Beute mithilfe seines elektrischen Felds, auch in völliger Dunkelheit oder im trüben Wasser.

Im Aquarium kann die Fütterung anfangs schwierig sein, da viele Exemplare zunächst nur Lebendfutter akzeptieren. Mückenlarven, Regenwürmer und Artemia sind gute Einstiegsfutter. Mit Geduld lassen sich die meisten Tiere an Frostfutter gewöhnen. Füttere vorzugsweise nach dem Ausschalten des Lichts, wenn der Fisch aktiv wird. Hochwertiges sinkenes Granulat wird von eingewöhnten Tieren ebenfalls akzeptiert.

Fortpflanzung

Die Nachzucht des Schwarzen Geistermesserfischs im Aquarium ist äußerst selten und kaum dokumentiert. In der Natur laicht die Art vermutlich während der Regenzeit in überfluteten Gebieten. Die Eier werden auf untergetauchten Oberflächen abgelegt.

In kommerziellen Zuchtanlagen wird die Fortpflanzung durch Simulation der Regenzeit (Temperaturabsenkung, Anstieg des Wasserspiegels, weiches Wasser) und gelegentlich durch Hormonstimulation ausgelöst. Die Geschlechtsbestimmung ist äußerlich schwierig. Im Hobbyaquarium sind erfolgreiche Nachzuchten praktisch nicht bekannt.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung eines Schwarzen Geistermesserfischs benötigst du ein Aquarium ab 400 Litern mit einer Kantenlänge von mindestens 150 cm. Das Becken muss großzügige Verstecke bieten – eine Röhre aus PVC oder Ton, in die der Fisch genau hineinpasst, ist das bevorzugte Tagesversteck. Dunkler Bodengrund, Wurzeln und gedämpfte Beleuchtung (Schwimmpflanzen) schaffen die richtige Atmosphäre.

Die Wassertemperatur sollte bei 23–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5 und die Gesamthärte bei 2–15 °dGH. Der Geistermesserfisch ist empfindlich gegenüber Medikamenten und schlechter Wasserqualität – regelmäßige Wasserwechsel und eine leistungsstarke Filterung sind essenziell. Die Vergesellschaftung gelingt mit friedlichen, nicht zu kleinen Arten, die sich nicht in den unteren Bereichen aufhalten. Vermeide andere elektrische Fische, da deren Felder sich gegenseitig stören.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schwarze Geistermesserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet und ist in vielen südamerikanischen Flusssystemen häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Staudammbau und Wasserverschmutzung.

Im Aquarienhandel werden sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten aus kommerziellen Zuchtanlagen angeboten. Die Art ist ein beliebter Aquarienfisch, der aufgrund seiner faszinierenden Biologie und seines ungewöhnlichen Aussehens weltweit nachgefragt wird.

Quellen

  1. FishBase: Apteronotus albifronsfishbase.se
  2. Seriously Fish: Apteronotus albifronsseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Apteronotus albifronsiucnredlist.org
  4. Albert, J. S. (2001): Species diversity and phylogenetic systematics of American knifefishes. Miscellaneous Publications, Museum of Zoology, University of Michigan, No. 190.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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