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Schwarzer Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi)

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Schwarzer Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi)

Bildquelle: Lapis2380 / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schwarze Neon ist ein eleganter Schwarmfisch aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Sein markantes Erscheinungsbild besteht aus einem breiten schwarzen Längsband, das von einer leuchtend irisierenden, grünlich-weißen Linie überzogen wird. Trotz seines Namens ist er nicht eng mit dem echten Neon verwandt, übertrifft diesen aber deutlich in puncto Robustheit und Pflegeleichtigkeit.

Der Schwarze Neon ist ein eleganter Schwarmfisch aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Sein markantes Erscheinungsbild besteht aus einem breiten schwarzen Längsband, das von einer leuchtend irisierenden, grünlich-weißen Linie überzogen wird. Trotz seines Namens ist er nicht eng mit dem echten Neon verwandt, übertrifft diesen aber deutlich in puncto Robustheit und Pflegeleichtigkeit.

Steckbrief: Schwarzer Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi)
Wissenschaftlicher NameHyphessobrycon herbertaxelrodi
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHyphessobrycon
Größe3–4 cm
Gewicht0,5–2 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungBrasilien (Mato Grosso, Rio Taquari)
LebensraumWaldige Bachabschnitte mit dunklem Wasser und dichter Vegetation
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur23–27 °C
pH-Wert5,5–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Schwarze Neon erreicht eine Körperlänge von 3–4 cm und besitzt einen schlanken, leicht hochrückigen Körper, der typisch für kleine Salmler ist. Die obere Körperhälfte ist olivbraun bis grünlich, die untere heller. Das prägnanteste Merkmal ist der breite schwarze Längsstreifen, der sich von der Kiemenregion bis zum Schwanzstiel erstreckt.

Direkt oberhalb dieses schwarzen Bands verläuft eine schmal leuchtende, irideszente Linie in Grünlich-Weiß bis Gelblich, die je nach Lichteinfall schimmert und dem Fisch sein charakteristisches Aussehen verleiht. Die Augen haben einen auffälligen roten Oberrand. Die Flossen sind weitgehend transparent. Männchen sind schlanker als die rundlicheren Weibchen, die besonders zur Laichzeit einen deutlich gefüllteren Bauch zeigen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schwarze Neon stammt aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso und kommt im Einzugsgebiet des Rio Paraguay, insbesondere im Rio Taquari, vor. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist relativ klein und auf die Nebenflüsse des oberen Paraguay-Systems beschränkt.

In seiner Heimat lebt er in kleinen, waldgesäumten Bächen und Flussarmen mit dunklem, gerbstoffreichem Wasser. Der Untergrund besteht aus Sand und Schlamm, bedeckt mit einer Schicht aus Falllaub. Die Gewässer sind von dichter Vegetation umgeben, die Schatten spendet. Die Wasserverhältnisse sind typisch für Cerrado- und Pantanal-Randgewässer: weich bis mittelhart und leicht sauer.

Lebensweise & Verhalten

Der Schwarze Neon ist ein friedlicher, lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden sollte. In einem gut besetzten Schwarm fühlen sich die Tiere sicher und zeigen ihr natürliches Verhalten – sie schwimmen dicht beieinander und durchstreifen das Becken in koordinierten Bewegungen.

Die Art hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserschichten auf und ist tagaktiv. Innerhalb des Schwarms gibt es eine lockere Rangordnung, die durch gelegentliches Imponieren aufrechterhalten wird. Der Schwarze Neon ist ein ausgesprochen robuster und anpassungsfähiger Fisch, der sich auch für Einsteiger in die Aquaristik bestens eignet.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Schwarze Neon omnivor von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Zooplankton und pflanzlichem Material. Er nimmt Nahrung aus der freien Wassersäule und von Oberflächen auf.

Im Aquarium ist er ein völlig unkomplizierter Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat bilden eine gute Grundlage. Ergänze den Speiseplan regelmäßig mit Frostfutter (Artemia, Cyclops, Daphnien) und gelegentlich Lebendfutter für optimale Farbausprägung und Gesundheit. Der Schwarze Neon frisst praktisch alles, was in sein kleines Maul passt.

Fortpflanzung

Die Zucht des Schwarzen Neons gelingt im Aquarium bei geeigneten Bedingungen recht zuverlässig. Ein kleines Zuchtbecken mit weichem, saurem Wasser (pH 5,5–6,5), gedämpftem Licht und feinfiedrigen Pflanzen oder einem Laichrost eignet sich am besten. Die Paarung findet meist in den frühen Morgenstunden statt.

Das Weibchen verstreut 100–300 kleine, leicht klebrige Eier zwischen den Pflanzen. Die Eltern sollten nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie Laichräuber sind. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach weiteren 3–4 Tagen frei. Die Aufzucht gelingt mit Infusorien und feinstem Staubfutter, später mit Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Für einen Schwarm von 10–15 Schwarzen Neons eignet sich ein Aquarium ab 60 Litern. Richte es mit einer dichten Bepflanzung an den Rändern ein, die genügend freien Schwimmraum in der Mitte lässt. Dunkler Bodengrund und Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht lassen die irisierende Zeichnung der Fische besonders gut zur Geltung kommen.

Die Wassertemperatur sollte bei 23–27 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5 und die Gesamthärte bei 2–15 °dGH. Der Schwarze Neon ist einer der robustesten und pflegeleichtesten Salmler und ein idealer Gesellschaftsfisch für jedes Gemeinschaftsaquarium. Er harmoniert hervorragend mit anderen kleinen Salmlern, Panzerwelsen, Bärblingen und kleinen Buntbarschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schwarze Neon wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Obwohl sein natürliches Verbreitungsgebiet relativ klein ist, sind die Populationen stabil. Lokale Bedrohungen bestehen durch Landwirtschaft und Viehzucht im Einzugsgebiet.

Im Aquarienhandel werden fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, da die Art sich in Zuchtanlagen leicht und in großen Stückzahlen vermehren lässt. Dies entlastet die Wildpopulationen vollständig. Der Schwarze Neon gehört zu den meistverkauften Süßwasserfischen weltweit.

Quellen

  1. FishBase: Hyphessobrycon herbertaxelrodifishbase.se
  2. Seriously Fish: Hyphessobrycon herbertaxelrodiseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Hyphessobrycon herbertaxelrodiiucnredlist.org
  4. Géry, J. (1977): Characoids of the World. T.F.H. Publications.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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