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Schwarzer Pfeilgiftfrosch (Dendrobates auratus)

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Schwarzer Pfeilgiftfrosch (Dendrobates auratus)

Bildquelle: Dirk Ercken / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch ist eine der am weitesten verbreiteten und variabelsten Pfeilgiftfroscharten. Trotz seines deutschen Namens ist er nicht einfach schwarz, sondern zeigt eine faszinierende Vielfalt an Farbmorphen mit grünen, blauen, bronzenen oder kupferfarbenen Flecken auf schwarzem Grund. Er wurde sogar nach Hawaii eingeführt, wo er als einziger Pfeilgiftfrosch außerhalb der Neotropen lebt.

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch ist eine der am weitesten verbreiteten und variabelsten Pfeilgiftfroscharten. Trotz seines deutschen Namens ist er nicht einfach schwarz, sondern zeigt eine faszinierende Vielfalt an Farbmorphen mit grünen, blauen, bronzenen oder kupferfarbenen Flecken auf schwarzem Grund. Er wurde sogar nach Hawaii eingeführt, wo er als einziger Pfeilgiftfrosch außerhalb der Neotropen lebt.

Steckbrief: Schwarzer Pfeilgiftfrosch (Dendrobates auratus)
Wissenschaftlicher NameDendrobates auratus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieDendrobatidae
GattungDendrobates
Größe2,5–4,2 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungZentralamerika, NW-Südamerika, Hawaii (eingeführt)
LebensraumTropische Tieflandregenwälder, Sekundärwälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch erreicht eine Körperlänge von 2,5–4,2 cm. Die typische Färbung besteht aus einem schwarzen Grundton mit metallisch grünen, blaugrünen oder bronzefarbenen Flecken und Bändern. Die Farbintensität und das Muster variieren stark je nach geographischer Herkunft – es existieren zahlreiche verschiedene Farbmorphen.

Bekannte Morphen umfassen die grün-schwarze Nominalform aus Zentralamerika, die „Microspot"-Morph mit feinen Punkten und die „Blue"-Morph aus bestimmten Regionen Panamas. Die Haut ist glatt und leicht glänzend. Die Haftscheiben an den Zehen sind gut entwickelt. Männchen sind etwas kleiner und schlanker als Weibchen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Dendrobatiden. Er kommt von Südost-Nicaragua über Costa Rica, Panama und Kolumbien vor. Auf Hawaii (Oahu und Maui) existiert eine eingeführte Population, die seit den 1930er-Jahren dort lebt.

Er bewohnt die Bodenschicht tropischer Tieflandregenwälder, kommt aber auch in Sekundärwäldern, Kakaoplantagen und sogar in Gärten vor. Die Art ist anpassungsfähiger als viele andere Pfeilgiftfrösche und toleriert moderate Habitatveränderungen. Er bevorzugt feuchte Bereiche mit dichter Laubstreu und Versteckmöglichkeiten.

Lebensweise & Verhalten

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch ist tagaktiv und bewegt sich lebhaft über den Waldboden und durch die untere Vegetationsschicht. Er ist weniger territorial als viele andere Dendrobatiden und kann in höherer Dichte vorkommen. Seine Warnfärbung schützt ihn vor den meisten Fressfeinden.

Auf Hawaii hat sich die eingeführte Population erfolgreich etabliert und breitet sich in geeigneten Habitaten aus. Interessanterweise haben die hawaiianischen Populationen einen Großteil ihrer Hautgifte verloren, da die notwendigen Beutetiere (bestimmte Ameisen und Milben) auf Hawaii nicht vorkommen. Die Art zeigt komplexe soziale Interaktionen, einschließlich Revierkämpfen zwischen Weibchen.

Ernährung

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch ernährt sich von kleinen Wirbellosen wie Ameisen, Milben, Springschwänzen, winzigen Käfern und Fliegen. Die Aufnahme bestimmter Ameisenarten liefert die Vorstufen für die Hautgifte. In Gefangenschaft gehaltene Tiere verlieren ihre Giftigkeit.

Im Terrarium fütterst du ihn mit Drosophila (Fruchtfliegen), Springschwänzen und kleinen Bohnenkäfern. Eine regelmäßige Supplementierung mit Kalzium- und Vitaminpulver ist unerlässlich. Die Futtertiere sollten in eigenen Kulturen gezüchtet werden, um eine konstante Versorgung sicherzustellen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung zeigt die für Dendrobatiden typische Brutpflege. Das Männchen lockt das Weibchen mit leisen, summenden Rufen zu einem Laichplatz in der Laubstreu oder einer Höhle. Dort werden 3–13 Eier auf einer feuchten Oberfläche abgelegt.

Das Männchen bewacht die Eier etwa 10–14 Tage lang und hält sie feucht. Nach dem Schlüpfen transportiert es die Kaulquappen einzeln auf seinem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen in Baumhöhlen, Bromelien oder Blattachseln. Die Kaulquappen entwickeln sich über 6–8 Wochen zu Jungfröschen. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 12–15 Monaten erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch ist einer der beliebtesten Dendrobatiden in der Terrarienhaltung und auch für Einsteiger geeignet. Ein Regenwaldterrarium ab 50 × 30 × 40 cm ist für ein Paar ausreichend. Die Einrichtung sollte feuchtes Substrat, Moos, Laub, Verstecke, Bromelien und kleine Pflanzen umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–26 °C betragen, nachts leicht absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 80–100 % liegen. Die Art ist robust, relativ scheu und eignet sich gut für bepflanzte Naturterrarien. Im Fachhandel sind zahlreiche Farbmorphen als Nachzucht erhältlich. Die Haltung einzelner Morphen ohne Vermischung ist wichtig.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Grün-Schwarze Pfeilgiftfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets noch häufig und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Die Anpassungsfähigkeit an Sekundärhabitate bietet zusätzlichen Schutz.

Lokale Bedrohungen sind Habitatverlust durch Abholzung und der Fang für den Tierhandel. Die Art ist in CITES Anhang II gelistet, wodurch der internationale Handel reguliert wird. Auf Hawaii wird die eingeführte Population als potenziell invasiv betrachtet, obwohl signifikante ökologische Auswirkungen bisher nicht nachgewiesen wurden.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Dendrobates auratusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Dendrobates auratusiucnredlist.org
  3. Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
  4. Savage, J. M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. University of Chicago Press.
  5. McKeown, S. (1996): A Field Guide to Reptiles and Amphibians in the Hawaiian Islands. Diamond Head Publishing.

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