Fische

Schwarzer Phantomsalmler (Hyphessobrycon megalopterus)

4 Min. Lesezeit
Schwarzer Phantomsalmler (Hyphessobrycon megalopterus)

Bildquelle: Roberto Dani / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schwarze Phantomsalmler ist ein eleganter Schwarmfisch aus Brasilien und Bolivien, der besonders durch das imposante Dorsalflossen-Imponierverhalten der Männchen beeindruckt. In samtschwarzer Grundfärbung mit einem markanten dunklen Schulterfleck und den dramatisch vergrößerten Rückenflossen der Männchen ist er einer der attraktivsten kleinen Salmler für das Gesellschaftsaquarium.

Der Schwarze Phantomsalmler ist ein eleganter Schwarmfisch aus Brasilien und Bolivien, der besonders durch das imposante Dorsalflossen-Imponierverhalten der Männchen beeindruckt. In samtschwarzer Grundfärbung mit einem markanten dunklen Schulterfleck und den dramatisch vergrößerten Rückenflossen der Männchen ist er einer der attraktivsten kleinen Salmler für das Gesellschaftsaquarium.

Steckbrief: Schwarzer Phantomsalmler (Hyphessobrycon megalopterus)
Wissenschaftlicher NameHyphessobrycon megalopterus
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHyphessobrycon
Größe3–4 cm
Gewicht1–2 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungBrasilien, Bolivien (Einzugsgebiet des Rio Guaporé und Rio Mamoré)
LebensraumLangsam fließende Bäche und Flüsse mit dunklem Wasser
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert5,5–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Schwarze Phantomsalmler erreicht eine Körperlänge von 3–4 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist dunkelgrau bis rauchig-schwarz mit einem silbrigen Schimmer. Ein auffälliger, dunkler Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel ist das namensgebende „Phantom"-Merkmal.

Der deutlichste Geschlechtsdimorphismus zeigt sich in der Rückenflosse: Bei Männchen ist sie dramatisch vergrößert, hoch aufragend und tiefschwarzen. Die Afterflosse der Männchen ist ebenfalls verlängert. Weibchen sind insgesamt heller gefärbt, oft mit rötlichen Tönen an den Flossen und der Fettflosse, und haben deutlich kürzere Flossen. Der Kontrast zwischen den schwarzen Männchen und den rötlichen Weibchen im selben Schwarm ist besonders reizvoll.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schwarze Phantomsalmler kommt in Brasilien und Bolivien vor, hauptsächlich im Einzugsgebiet des Rio Guaporé (Iténez) und des Rio Mamoré, die zum Amazonas-System gehören. Sein Verbreitungsgebiet liegt in den Grenzgebieten zwischen Brasilien und Bolivien.

In seiner Heimat lebt er in langsam fließenden Bächen und Flussarmen mit dunklem, gerbstoffreichem Wasser. Der Untergrund besteht aus Sand und Schlamm, bedeckt mit Falllaub. Die Gewässer sind von dichter Vegetation gesäumt, die Schatten spendet. Das Wasser ist weich bis mittelhart und leicht sauer.

Lebensweise & Verhalten

Der Schwarze Phantomsalmler ist ein lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8 Tieren gehalten werden sollte. Besonders faszinierend ist das Imponierverhalten der Männchen: Sie spreizen ihre dramatisch vergrößerten Rückenflossen und „kämpfen" in ritualisierten Scheinkämpfen um die Gunst der Weibchen. Diese Schaukämpfe sind harmlos und gehören zu den eindrucksvollsten Verhaltensweisen kleiner Salmler.

Die Art hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserschichten auf und ist tagaktiv. In gemischten Schwärmen von Männchen und Weibchen ist die Dynamik besonders interessant zu beobachten. Gegenüber anderen Fischarten ist der Schwarze Phantomsalmler ausgesprochen friedlich und eignet sich hervorragend als Gesellschaftsfisch.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Schwarze Phantomsalmler omnivor von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Zooplankton und pflanzlichem Material. Er nimmt seine Nahrung hauptsächlich aus der freien Wassersäule auf.

Im Aquarium ist er ein problemloser Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat bilden eine gute Grundnahrung. Ergänze regelmäßig mit Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven. Gelegentliches Lebendfutter fördert die intensive Färbung der Männchen und die allgemeine Vitalität des Schwarms.

Fortpflanzung

Die Zucht des Schwarzen Phantomsalmlers gelingt im Aquarium recht zuverlässig. Ein kleines Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser, gedämpftem Licht und feinfiedrigen Pflanzen oder einem Laichrost ist ideal. Die Paarung wird oft durch Morgenlicht und einen leichten Wasserwechsel ausgelöst.

Das Weibchen verstreut 100–300 kleine Eier zwischen den Pflanzen. Die Eltern sollten nach dem Ablaichen entfernt werden. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach 3–4 Tagen frei. Die Aufzucht der winzigen Jungfische erfordert Infusorien und später Artemia-Nauplien. Die Geschlechter lassen sich nach wenigen Wochen anhand der Flossenlänge und Färbung unterscheiden.

Haltung im Aquarium

Für einen Schwarm von 8–12 Schwarzen Phantomsalmlern eignet sich ein Aquarium ab 60 Litern. Richte es mit einer dichten Bepflanzung an den Rändern, dunklem Bodengrund und Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht ein. Gegen den dunklen Hintergrund kommen die schwarzen Männchen besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5 und die Gesamthärte bei 2–15 °dGH. Der Schwarze Phantomsalmler ist robust und anpassungsfähig und eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien. Die Kombination mit dem Roten Phantomsalmler (Hyphessobrycon sweglesi) in einem Becken ergibt einen besonders reizvollen farblichen Kontrast.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schwarze Phantomsalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet relativ häufig, und die Populationen gelten als stabil.

Im Aquarienhandel werden fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, da die Art sich in Zuchtanlagen einfach vermehren lässt. Dies entlastet die Wildpopulationen vollständig. Der Schwarze Phantomsalmler gehört zu den Standardfischen der Süßwasseraquaristik und ist weltweit ganzjährig im Handel verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Hyphessobrycon megalopterusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Hyphessobrycon megalopterusseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Hyphessobrycon megalopterusiucnredlist.org
  4. Géry, J. (1977): Characoids of the World. T.F.H. Publications.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken