Fische (Salzwasser)

Schwarzkappen-Barsch (Gramma melacara)

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Schwarzkappen-Barsch (Gramma melacara)

Bildquelle: Podolnaya Elena / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schwarzkappen-Barsch ist ein eleganter Bewohner karibischer Riffwände. Mit seiner leuchtend violetten Körperfarbe und der markanten schwarzen Kappe auf dem Kopf ist er der etwas größere und seltenere Verwandte des bekannten Königs-Feenbarsches (Gramma loreto).

Der Schwarzkappen-Barsch ist ein eleganter Bewohner karibischer Riffwände. Mit seiner leuchtend violetten Körperfarbe und der markanten schwarzen Kappe auf dem Kopf ist er der etwas größere und seltenere Verwandte des bekannten Königs-Feenbarsches (Gramma loreto).

Steckbrief: Schwarzkappen-Barsch (Gramma melacara)
Wissenschaftlicher NameGramma melacara
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieFeenbarsche (Grammatidae)
GattungGramma
Größe8–10 cm
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungKaribik (Bahamas bis Venezuela)
LebensraumTiefe Riffwände, Überhänge, Höhlen, 10–60 m Tiefe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Schwarzkappen-Barsch erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und ist damit etwas größer als sein bekannterer Verwandter Gramma loreto. Die Grundfärbung ist ein intensives Violett bis Magenta, das den gesamten Körper bedeckt. Das namensgebende Merkmal ist eine breite schwarze Kappe, die vom Kopf über die Stirn bis zum Nacken reicht und sich wie eine Mütze über die Augen zieht.

Im Gegensatz zum Königs-Feenbarsch, der eine scharfe Farbgrenze zwischen Violett und Gelb zeigt, ist der Schwarzkappen-Barsch durchgehend violett gefärbt. Die Flossen sind ebenfalls violett, die Augen dunkel mit einem schmalen hellen Ring. Der Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schwarzkappen-Barsch kommt in der Karibik vor, von den Bahamas und Florida Keys über die Großen und Kleinen Antillen bis nach Venezuela und Zentralamerika. Du findest ihn an steilen Riffwänden, unter Überhängen und in Höhlen in Tiefen von 10–60 Metern, typischerweise etwas tiefer als den Königs-Feenbarsch.

Die Tiere bevorzugen schattige, dunkle Bereiche des Riffs und orientieren sich oft mit dem Bauch zur nächsten Felsoberfläche, auch wenn diese über ihnen liegt – sie können also scheinbar kopfüber unter Überhängen schwimmen.

Lebensweise & Verhalten

Der Schwarzkappen-Barsch ist tagaktiv und hält sich bevorzugt in der Nähe von Höhlen und Überhängen auf. Von dort aus macht er kurze Ausflüge in die Wassersäule, um Plankton zu fangen, und kehrt dann schnell zu seinem Versteck zurück. Dieses scheue Verhalten macht ihn in der Natur schwerer zu beobachten als seinen Verwandten.

Die Tiere sind territorial und verteidigen ihre Höhle gegen Artgenossen und ähnlich große Fische. Im Aquarium können sie anfangs scheu sein, werden aber mit der Zeit zutraulicher. Bei Bedrohung können sie einen kurzen, klickenden Laut erzeugen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Schwarzkappen-Barsch von Zooplankton und kleinen Krebstieren, die er aus seinem Versteck heraus fängt. Er ist auch als gelegentlicher Putzerfisch bekannt und befreit größere Fische von Parasiten.

Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Er akzeptiert Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops sowie Granulat und Flockenfutter. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen. Eine vitamin­angereicherte Fütterung fördert die intensive Färbung.

Fortpflanzung

Der Schwarzkappen-Barsch ist ein Höhlenlaicher. Das Männchen bereitet eine Höhle als Nest vor und lockt das Weibchen mit Balzbewegungen an. Das Weibchen legt klebrige Eier an die Höhlendecke, die vom Männchen bewacht und belüftet werden.

Die Larven schlüpfen nach einigen Tagen und leben zunächst planktonisch. Im Aquarium wurde die Fortpflanzung beobachtet, die Aufzucht der Larven ist jedoch anspruchsvoll und erfordert spezielle Futterorganismen.

Haltung im Aquarium

Der Schwarzkappen-Barsch eignet sich für Aquarien ab 100 Litern. Die Einrichtung muss unbedingt Höhlen und Überhänge bieten, da sich die Tiere ohne ausreichende Versteckmöglichkeiten gestresst fühlen und ihre Farben verlieren können. Dimme die Beleuchtung etwas ab oder schaffe schattige Bereiche.

Halte nur ein einzelnes Exemplar oder ein Paar, da Artgenossen nicht toleriert werden. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist unproblematisch, vermeide jedoch die Kombination mit aggressiven Arten oder anderen Feenbarschen (Gramma loreto).

Die Wassertemperatur sollte 24–27 °C betragen. Der Schwarzkappen-Barsch ist riffkompatibel und lässt Korallen und Wirbellose in Ruhe. Er ist ein attraktiver und relativ pflegeleichter Fisch, der im Handel jedoch seltener angeboten wird als sein Verwandter Gramma loreto.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schwarzkappen-Barsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände in der Karibik sind stabil und die Art kommt in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor.

Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge exportiert. Da die Art in tieferen Gewässern vorkommt als der verwandte Königs-Feenbarsch, ist der Fang aufwendiger und die Tiere sind im Handel entsprechend teurer und seltener.

Quellen

  1. FishBase: Gramma melacarafishbase.se
  2. IUCN Red List: Gramma melacaraiucnredlist.org
  3. Humann, P. & DeLoach, N. (2014): Reef Fish Identification: Florida, Caribbean, Bahamas. New World Publications.
  4. Michael, S. W. (2001): Marine Fishes: 500+ Essential-to-Know Aquarium Species. TFH Publications.
  5. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.

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