Der Schwarzsattel-Falterfisch ist ein imposanter Vertreter der Falterfische mit einer markanten schwarzen Sattelzeichnung auf dem Rücken. Seine Grundfärbung variiert von silbergrau im Vorderkörper zu leuchtend gelb im Hinterkörper. Im Gegensatz zu vielen anderen Falterfischen ernährt er sich nicht ausschließlich von Korallenpolypen, was seine Haltung im Aquarium erleichtert.
| Wissenschaftlicher Name | Chaetodon ephippium |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Falterfische (Chaetodontidae) |
| Gattung | Chaetodon |
| Größe | 20–30 cm |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (von Sri Lanka bis Hawaii) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Lagunen, küstennahe Riffbereiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8,1–8,4 |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Schwarzsattel-Falterfisch erreicht eine Körperlänge von 20–30 cm und besitzt den für Falterfische typischen, hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körperbau. Die Grundfärbung zeigt einen auffälligen Farbverlauf: Der Vorderkörper ist silbergrau bis weiß, der Hinterkörper leuchtend gelb bis orange. Das namensgebende Merkmal ist ein großer, schwarzer Sattelfleck auf dem oberen Rücken.
Adulte Tiere entwickeln einen langen, fadenförmigen Fortsatz an der Rückenflosse, der bei Jungtieren fehlt. Ein dunkler Augenstreifen ist bei Jungtieren deutlich ausgeprägt, verblasst aber mit dem Alter. Die Afterflosse ist gelb mit einem schwarzen Rand. Der Körper zeigt bei genauer Betrachtung feine, diagonale Streifenmuster auf den Flanken.
Verbreitung & Lebensraum
Der Schwarzsattel-Falterfisch ist im Indopazifik weit verbreitet, von Sri Lanka und dem östlichen Indischen Ozean über Indonesien, die Philippinen und Mikronesien bis nach Hawaii und die Marquesas-Inseln. Er fehlt im Roten Meer und an der ostafrikanischen Küste.
Du findest ihn in Lagunen und an geschützten Riffbereichen in Tiefen von 1–30 m. Er bevorzugt Bereiche mit reichem Korallenwachstum und vielen Versteckmöglichkeiten. Jungtiere halten sich häufig in flacheren, geschützten Bereichen auf, während adulte Tiere auch an exponiertere Riffabschnitte vordringen. Die Art kommt sowohl einzeln als auch paarweise vor.
Lebensweise & Verhalten
Der Schwarzsattel-Falterfisch lebt meist paarweise oder einzeln und ist tagaktiv. Er durchstreift sein Revier auf der Suche nach Nahrung und ist dabei weniger territorial als viele andere Falterfische. Nachts zieht er sich in Spalten und Höhlen im Riff zurück.
Die Art ist gegenüber Artgenossen toleranter als viele andere Falterfische und kann unter bestimmten Bedingungen auch in kleinen Gruppen gehalten werden. Gegenüber anderen Fischarten ist sie friedlich, kann aber gelegentlich sessile Wirbellose im Aquarium beknabbern. Der Schwarzsattel-Falterfisch ist neugierig und gewöhnt sich relativ schnell an die Aquarienbedingungen.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Schwarzsattel-Falterfisch omnivor von Algen, kleinen Wirbellosen, Korallenpolypen und Fischeiern. Im Vergleich zu vielen anderen Falterfischen ist sein Nahrungsspektrum relativ breit, was die Haltung im Aquarium erleichtert.
Im Aquarium akzeptiert er ein breites Futterspektrum. Biete ihm Frostfutter wie Artemia, Mysis und Muschelfleisch an, ergänzt durch Spirulina-Flocken, Nori-Algenblätter und hochwertiges Granulat. Frisch eingesetzte Tiere können anfangs wählerisch sein – in diesem Fall helfen lebende Artemia und fein gehacktes Muschelfleisch bei der Eingewöhnung. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist für die langfristige Gesundheit wichtig.
Fortpflanzung
Der Schwarzsattel-Falterfisch ist ein pelagischer Freilaicher. Die Paarung findet in der Dämmerung statt, wenn sich Paare an strömungsreichen Riffkanten zum Laichen versammeln. Die Eier und Spermien werden ins freie Wasser abgegeben, und die winzigen, pelagischen Eier treiben mit der Strömung.
Die Larven durchlaufen eine verlängerte pelagische Phase von mehreren Wochen, in der sie als Plankton im offenen Ozean treiben. Eine Nachzucht im Aquarium ist bislang nicht gelungen. Alle im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Wildfängen.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung des Schwarzsattel-Falterfischs benötigst du ein Meerwasseraquarium ab 500 Litern mit reichlich Lebendgestein und freiem Schwimmraum. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,1–8,4 und die Salinität bei 1,023–1,026. Eine stabile Wasserqualität mit niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten ist wichtig.
Der Schwarzsattel-Falterfisch gehört zu den einfacher zu haltenden Falterfischen, kann aber gelegentlich an Korallen und sessilen Wirbellosen knabbern. In einem reinen Fischaquarium (FOWLR – Fish Only With Live Rock) ist er am besten aufgehoben. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Meerwasserfischen gelingt in der Regel gut. Vermeide die Vergesellschaftung mit sehr ähnlichen Falterfischarten, da es zu Rivalitäten kommen kann.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schwarzsattel-Falterfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und zeigt stabile Populationen. Wie alle Riffbewohner ist er langfristig durch die Zerstörung von Korallenriffen durch Klimawandel und Ozeanversauerung bedroht.
Für den Aquarienhandel werden Wildfänge entnommen, wobei die Fangzahlen moderat sind. Der Schutz intakter Riffhabitate ist für die langfristige Erhaltung aller Falterfischarten von entscheidender Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Chaetodon ephippium – fishbase.se
- IUCN Red List: Chaetodon ephippium – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Baensch, H. A. (2006): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
- Lieske, E. & Myers, R. (2001): Coral Reef Fishes: Indo-Pacific and Caribbean. Princeton University Press.
- Allen, G. R. et al. (1998): A Review of the Marine Butterflyfishes. Australian Museum Monograph.
