Der Sechsstreifen-Lippfisch ist ein kleiner, farbenprächtiger Riffbewohner aus dem Indopazifik. Mit seinen sechs leuchtend blauen Horizontalstreifen auf orangem Grund und seiner Eigenschaft als effektiver Schädlingsbekämpfer gehört er zu den beliebtesten Lippfischen in der Meerwasseraquaristik.
| Wissenschaftlicher Name | Pseudocheilinus hexataenia |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Lippfische (Labridae) |
| Gattung | Pseudocheilinus |
| Größe | 6–8 cm |
| Lebenserwartung | 4–6 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Rotes Meer bis Hawaii, Japan bis Australien) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffspalten, Geröllzonen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 150 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Sechsstreifen-Lippfisch erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und gehört damit zu den kleineren Lippfischarten. Sein namensgebendes Merkmal sind sechs leuchtend blaue bis violette Horizontalstreifen, die sich über den gesamten orangefarbenen bis rosaroten Körper erstrecken. Die Streifen verlaufen parallel vom Kopf bis zur Schwanzwurzel und verleihen dem Fisch ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Der Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Die Augen sind relativ groß und von einem auffälligen roten Ring umgeben. Die Flossen sind transparent bis leicht rötlich. Ein kleiner dunkler Augenfleck (Ocellus) befindet sich an der Basis der Schwanzflosse. Zwischen Männchen und Weibchen besteht kein auffälliger äußerlicher Unterschied, wobei Männchen tendenziell etwas intensiver gefärbt sind.
Verbreitung & Lebensraum
Du findest den Sechsstreifen-Lippfisch im gesamten Indopazifik – vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis in den Pazifik, einschließlich Hawaii, Japan und Australien. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 1–35 Metern.
Die Tiere bevorzugen reich strukturierte Riffbereiche mit vielen Spalten und Höhlen, in die sie sich bei Gefahr zurückziehen können. Sie halten sich bevorzugt in der Nähe von Geröllzonen und verzweigten Korallen auf, wo sie zwischen den Ästen nach Nahrung suchen. Besonders häufig sind sie in Bereichen mit dichtem Korallenbewuchs anzutreffen.
Lebensweise & Verhalten
Der Sechsstreifen-Lippfisch ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages damit, das Riff nach kleinen Wirbellosen abzusuchen. Er ist ein einzelgängerischer Fisch, der sein Revier energisch gegen Artgenossen und ähnlich aussehende Fische verteidigt. Nachts spinnt er sich einen Schleimkokon, in dem er geschützt schläft – ein typisches Verhalten vieler Lippfische.
Besonders geschätzt wird der Sechsstreifen-Lippfisch als natürlicher Schädlingsbekämpfer im Riffaquarium. Er frisst zuverlässig unerwünschte Wirbellose wie Planarien (Strudelwürmer), Glasrosen-Larven, Pyramidenschnecken und kleine Borstenwürmer. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem der nützlichsten Fische für das Riffaquarium.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Sechsstreifen-Lippfisch von kleinen Krebstieren, Würmern, Schnecken und anderen Wirbellosen, die er geschickt aus Riffspalten pickt. Sein spitzer Kopf und die kleinen, kräftigen Zähne sind perfekt an diese Ernährungsweise angepasst.
Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Er akzeptiert Frostfutter wie Artemia, Mysis und gehackten Krill sowie hochwertiges Granulat und Flockenfutter. Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen. Ergänzend kannst du gelegentlich Lebendfutter wie Artemia-Nauplien anbieten, was besonders die natürlichen Jagdinstinkte fördert.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung des Sechsstreifen-Lippfischs in der Natur ist wenig bekannt. Wie viele Lippfische ist die Art vermutlich ein protogynischer Zwitter, bei dem sich Weibchen unter bestimmten sozialen Bedingungen in Männchen umwandeln können. Die Paarung findet wahrscheinlich in der Dämmerung statt.
Im Aquarium wurde die Fortpflanzung nur selten dokumentiert. Die Eier werden pelagisch ins freie Wasser abgegeben und treiben als Plankton. Eine erfolgreiche Aufzucht der winzigen Larven ist unter Aquarienbedingungen extrem schwierig und gelingt nur in spezialisierten Zuchtanlagen mit entsprechendem Lebendfutter.
Haltung im Aquarium
Der Sechsstreifen-Lippfisch eignet sich hervorragend für Riffaquarien ab 150 Litern. Die Einrichtung sollte reichlich Lebendgestein mit Spalten und Höhlen bieten, da der Fisch diese als Versteck und zum Schlafen benötigt. Er ist riffkompatibel und lässt Korallen und die meisten Wirbellosen in Ruhe.
Halte nur ein einzelnes Exemplar pro Becken, da Artgenossen erbittert bekämpft werden. Auch gegenüber anderen kleinen Lippfischen und ähnlich gefärbten Fischen kann er aggressiv werden. Die Vergesellschaftung mit friedlichen, nicht zu kleinen Riffbewohnern ist hingegen problemlos möglich.
Als effektiver Schädlingsbekämpfer frisst er Planarien, Pyramidenschnecken und kleine Borstenwürmer und ist damit ein wertvoller Helfer bei Schädlingsproblemen. Die Wassertemperatur sollte stabil zwischen 24 und 27 °C gehalten werden. Der Fisch ist robust und auch für fortgeschrittene Einsteiger geeignet.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Sechsstreifen-Lippfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik weit verbreitet und häufig. Lokale Bedrohungen durch Korallenriffzerstörung und Klimawandel betreffen jedoch auch diese Art.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere überwiegend als Wildfänge importiert, hauptsächlich aus Indonesien und den Philippinen. Die Entnahme aus der Natur gilt derzeit als nachhaltig, da die Art häufig vorkommt und sich gut reproduziert. Nachzuchten sind vereinzelt verfügbar, aber noch nicht weit verbreitet.
Quellen
- FishBase: Pseudocheilinus hexataenia – fishbase.se
- IUCN Red List: Pseudocheilinus hexataenia – iucnredlist.org
- Coral Magazine: Sixline Wrasse Care Guide – coral-magazine.com
- Kuiter, R. H. (2010): Labridae Fishes: Wrasses. Aquatic Photographics.
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
