Der Seefrosch ist der größte einheimische Frosch Europas und kann eine beeindruckende Körperlänge von bis zu 15 cm erreichen. Er ist eng an Gewässer gebunden und verbringt den Großteil seines Lebens im oder am Wasser. Sein lauter, lachender Ruf ist an vielen europäischen Seen und Flüssen in Sommernächten unverkennbar zu hören. In Großbritannien gilt er als invasive Art.
| Wissenschaftlicher Name | Pelophylax ridibundus |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Ranidae |
| Gattung | Pelophylax |
| Größe | 8–15 cm (Weibchen bis 15 cm) |
| Gewicht | 30–120 g |
| Lebenserwartung | 6–12 Jahre |
| Verbreitung | Europa, Westasien (bis Zentralasien) |
| Lebensraum | Seen, Teiche, Flüsse, Kanäle, Kiesgruben |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Seefrosch ist mit 8–15 cm der größte europäische Frosch. Weibchen können bis zu 15 cm erreichen und gehören damit zu den eindrucksvollsten einheimischen Amphibien. Die Oberseite ist olivgrün bis dunkelgrün gefärbt mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Ein heller Rückenstreifen ist oft vorhanden, aber weniger ausgeprägt als beim Kleinen Wasserfrosch.
Die Hinterbeine sind lang und kräftig mit großen Schwimmhäuten. Die Trommelfelle sind deutlich sichtbar und relativ groß. Männchen besitzen paarige, graue Schallblasen an den Mundwinkeln, die beim Rufen kugelförmig aufgeblasen werden. Die Unterseite ist weißlich, oft mit dunkler Marmorierung. Die Haut ist relativ glatt mit deutlichen Drüsenleisten an den Flanken.
Verbreitung & Lebensraum
Der Seefrosch hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das sich von Westeuropa (Frankreich) über Mittel- und Südeuropa, den Balkan und die Türkei bis nach Zentralasien (Kasachstan, Afghanistan) erstreckt. Er wurde auch in Großbritannien und Skandinavien eingeführt, wo er sich als invasive Art etabliert hat.
Er ist der am stärksten an Wasser gebundene europäische Frosch und verbringt den Großteil seines Lebens im oder in unmittelbarer Nähe von Gewässern. Bevorzugte Habitate sind Seen, große Teiche, langsam fließende Flüsse, Kanäle, Kiesgruben und Fischteiche. Er bevorzugt größere, tiefere Gewässer als der Kleine Wasserfrosch und kann auch leicht eutrophierte Gewässer tolerieren.
Lebensweise & Verhalten
Der Seefrosch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv und sonnt sich gerne am Gewässerrand oder auf Seerosenblättern. Bei Gefahr springt er mit einem weiten Satz ins Wasser und taucht ab. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und kann auch in fließenden Gewässern problemlos zurechtkommen.
Der Ruf des Seefroshes ist laut und unverkennbar: ein schnelles, lachendes „Ke-ke-ke-ke-kek", das dem Lachen eines Menschen ähnelt und ihm den wissenschaftlichen Artnamen „ridibundus" (der Lachende) eingebracht hat. In warmen Sommernächten können die Rufchöre zahlreicher Männchen weithin hörbar sein. Der Seefrosch überwintert oft im Gewässer am Grund, kann aber auch an Land überwintern.
Ernährung
Der Seefrosch ist ein opportunistischer Räuber mit einem breiten Beutespektrum. Er frisst Insekten, Schnecken, Würmer, Spinnen und andere Wirbellose. Größere Exemplare erbeuten auch kleine Fische, Kaulquappen, junge Frösche (einschließlich der eigenen Art), kleine Mäuse, junge Schlangen und sogar kleine Vögel.
Er jagt sowohl im Wasser als auch an Land und ist in der Lage, fliegende Insekten durch gezielte Sprünge zu fangen. Im Terrarium fütterst du ihn mit Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Regenwürmern und gelegentlich kleinen Fischen. Eine Supplementierung mit Kalzium ist empfehlenswert.
Fortpflanzung
Die Laichzeit des Seefrosches erstreckt sich von Mai bis Juni und liegt damit deutlich später als bei den Braunfröschen. Die Männchen rufen lautstark aus dem Wasser und bilden imposante Rufchöre. Die Paarung erfolgt im Amplexus im Wasser.
Die Weibchen legen 2.000–10.000 Eier in großen Laichballen, die an Wasserpflanzen befestigt oder frei im Wasser treiben gelassen werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und können eine beachtliche Größe von bis zu 10 cm erreichen. Die Metamorphose dauert 2–4 Monate. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Der Seefrosch ist auch als Elternteil des Teichfrosches (Pelophylax esculentus) von Bedeutung – dieser ist ein Hybride zwischen Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch (P. lessonae).
Haltung im Aquarium
Der Seefrosch kann in einem geräumigen Aquaterrarium gehalten werden. Aufgrund seiner Größe ist ein Becken ab 120 × 50 × 50 cm für ein Paar erforderlich. Der Wasseranteil sollte mindestens zwei Drittel der Grundfläche ausmachen, mit einer Tiefe von 15–25 cm und einem bepflanzten Landteil.
Die Wassertemperatur sollte 18–24 °C betragen. Ein guter Wasserfilter ist aufgrund des hohen Stoffwechsels der großen Frösche unerlässlich. Beachte, dass der Seefrosch in weiten Teilen Europas geschützt ist und nur Nachzuchten aus legaler Herkunft gehalten werden dürfen. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate ist empfehlenswert. Achtung: Der Frosch ruft laut!
Gefährdung & Schutzstatus
Der Seefrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist insgesamt häufig und weit verbreitet. In einigen Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gehen die Populationen jedoch durch Habitatverlust und Gewässerverschmutzung zurück.
Paradoxerweise stellt der Seefrosch in Gebieten, in die er eingeführt wurde (Großbritannien, Teile Skandinaviens), eine Bedrohung für einheimische Amphibienarten dar. Er verdrängt dort kleinere Froscharten und kann den Chytridpilz übertragen. In Deutschland ist er nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Die Art profitiert von der Erhaltung sauberer, vegetationsreicher Gewässer.
Quellen
- AmphibiaWeb: Pelophylax ridibundus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Pelophylax ridibundus – iucnredlist.org
- Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
- Plötner, J. (2005): Die westpaläarktischen Wasserfrösche. Laurenti Verlag.
- Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
