Fische (Salzwasser)

Seepferdchen (Hippocampus kuda)

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Seepferdchen (Hippocampus kuda)

Bildquelle: Nattanon Tavonthammarit / shutterstock.com

Zusammenfassung

Das Seepferdchen Hippocampus kuda ist eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Seepferdchenarten des Indopazifiks. Mit seiner aufrechten Schwimmweise und der einzigartigen Brutpflege, bei der das Männchen die Jungen in einer Bauchtasche austrägt, fasziniert es Meeresbiologen und Aquarianer gleichermaßen.

Das Seepferdchen Hippocampus kuda ist eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Seepferdchenarten des Indopazifiks. Mit seiner aufrechten Schwimmweise und der einzigartigen Brutpflege, bei der das Männchen die Jungen in einer Bauchtasche austrägt, fasziniert es Meeresbiologen und Aquarianer gleichermaßen.

Steckbrief: Seepferdchen (Hippocampus kuda)
Wissenschaftlicher NameHippocampus kuda
OrdnungSeenadelartige (Syngnathiformes)
FamilieSeenadeln (Syngnathidae)
GattungHippocampus
Größe15–30 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Japan, Australien bis Hawaii)
LebensraumSeegraswiesen, Mangrovenwurzeln, geschützte Riffbereiche, Flussmündungen
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN
Aquariumab 150 Liter (Artenbecken)
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Hippocampus kuda erreicht eine Körperlänge von 15–30 cm und gehört damit zu den größeren Seepferdchenarten. Der Körper ist von knöchernen Ringen umgeben und besitzt die charakteristische pferdeähnliche Kopfform mit einer langen, röhrenförmigen Schnauze. Die Färbung ist äußerst variabel und reicht von gelb, orange und braun über grau bis schwarz – abhängig von Stimmung, Umgebung und Gesundheitszustand.

Typische Merkmale sind die Krone (Coronet) auf dem Scheitel, die bei jedem Individuum einzigartig geformt ist, sowie der Greifschwanz, mit dem sich das Tier an Pflanzen und Gegenständen festhält. Die Augen können unabhängig voneinander bewegt werden, ähnlich einem Chamäleon. Männchen unterscheiden sich von Weibchen durch die deutlich sichtbare Bruttasche am Bauch.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest Hippocampus kuda im gesamten tropischen und subtropischen Indopazifik, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Japan, Australien und in den westlichen Pazifik. Die Art kommt auch in Flussmündungen und Brackwasserbereichen vor, was ihr den Beinamen „Ästuar-Seepferdchen" eingebracht hat.

Die Tiere bewohnen Seegraswiesen, Mangrovenwurzeln, Weichkorallenbestände und geschützte Riffbereiche in Tiefen von 1–30 Metern. Sie bevorzugen ruhige Gewässer mit wenig Strömung und reichlich Halt gebenden Strukturen, an denen sie sich mit ihrem Greifschwanz festhalten können.

Lebensweise & Verhalten

Seepferdchen sind langsame, bedächtige Schwimmer, die sich mit ihrer kleinen Rückenflosse und den Brustflossen fortbewegen. Sie verbringen den Großteil des Tages damit, an Pflanzen oder Korallen verankert auf Beute zu lauern. Ihre Augen können sich unabhängig voneinander bewegen, sodass sie ihre Umgebung in fast alle Richtungen gleichzeitig beobachten können.

Hippocampus kuda lebt oft paarweise, und die Partner begrüßen sich jeden Morgen mit einem aufwendigen Begrüßungsritual, bei dem sie synchron schwimmen und die Farbe wechseln. Diese Paarbindung kann über die gesamte Fortpflanzungssaison bestehen. Die Tiere sind tagaktiv und bevorzugen ruhige, strömungsarme Bereiche.

Ernährung

In der Natur ernährt sich Hippocampus kuda von kleinen Krebstieren, insbesondere Copepoden, Mysis-Krebsen und Garnelenlarven. Die Beute wird durch blitzschnelles Aufreißen der röhrenförmigen Schnauze eingesaugt – dieser Vorgang dauert nur wenige Millisekunden und erzeugt einen starken Sog.

Im Aquarium sind Seepferdchen anspruchsvolle Fresser. Frostfutter wie Mysis und Artemia wird von Nachzuchten in der Regel gut angenommen, Wildfänge bevorzugen jedoch oft Lebendfutter. Füttere mindestens zwei- bis dreimal täglich, da Seepferdchen keinen Magen besitzen und die Nahrung schnell den Darm passiert. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Vitaminen und Fettsäuren ist für die Gesundheit entscheidend.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Seepferdchen ist einzigartig im Tierreich: Das Männchen trägt die Jungen aus. Beim Paarungsritual übergibt das Weibchen die Eier in die Bruttasche des Männchens, wo sie befruchtet werden. Das Männchen versorgt die Embryonen mit Nährstoffen und reguliert den Salzgehalt in der Tasche, um die sich entwickelnden Jungen optimal zu versorgen.

Nach einer Tragzeit von 14–28 Tagen (je nach Temperatur) „gebärt" das Männchen 100–500 voll entwickelte Miniatur-Seepferdchen durch rhythmische Kontraktionen. Die Jungen sind sofort selbstständig und beginnen unmittelbar mit der Jagd auf winziges Plankton. Im Aquarium können sie mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Seepferdchen gehören zu den anspruchsvollsten Meerwasserfischen und sollten ausschließlich in speziellen Artenbecken ab 150 Litern gehalten werden. Die Einrichtung muss zahlreiche Haltepunkte bieten – Makroalgen, Gorgonien, künstliche Korallen oder spezielle Seepferdchen-Hitching-Posts. Die Strömung muss sehr sanft sein, da die Tiere schlechte Schwimmer sind.

Halte Seepferdchen niemals mit schnellen oder aggressiven Fischen zusammen, die ihnen das Futter wegschnappen oder sie stressen. Geeignete Mitbewohner sind allenfalls Mandarinfische, langsame Grundeln oder andere ruhige Arten. Am besten gelingt die Haltung im reinen Artenbecken.

Die Wassertemperatur sollte stabil bei 24–27 °C gehalten werden. Höhere Temperaturen begünstigen bakterielle Infektionen, die bei Seepferdchen häufig auftreten. Kaufe nach Möglichkeit immer Nachzuchten, da diese robuster sind und Frostfutter besser annehmen als Wildfänge.

Gefährdung & Schutzstatus

Hippocampus kuda wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Bestände sind durch Überfischung, Lebensraumverlust und den Handel mit getrockneten Seepferdchen für die traditionelle chinesische Medizin stark zurückgegangen. Jährlich werden schätzungsweise Millionen von Seepferdchen für diesen Zweck gehandelt.

Alle Seepferdchenarten sind im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert. Für die Aquaristik solltest du ausschließlich Nachzuchten erwerben, die mittlerweile von verschiedenen Zuchtfarmen angeboten werden. Der Kauf von Wildfängen sollte vermieden werden, um die bedrohten Wildpopulationen zu schonen.

Quellen

  1. FishBase: Hippocampus kudafishbase.se
  2. IUCN Red List: Hippocampus kudaiucnredlist.org
  3. Project Seahorse – projectseahorse.org
  4. Kuiter, R. H. (2009): Seahorses and their Relatives. Aquatic Photographics.
  5. CITES: Hippocampus spp. – cites.org

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