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Segelflosser (Pterophyllum scalare)

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Segelflosser (Pterophyllum scalare)

Bildquelle: Joan Carles Juarez / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Segelflosser, auch Skalar oder Angelfish genannt, ist einer der ikonischsten Süßwasserfische der Aquaristik. Seine majestätische, pfeilförmige Silhouette mit den extrem verlängerten Rücken- und Afterflossen und den fadenförmigen Bauchflossen machen ihn zum „König des Aquariums". Durch jahrzehntelange Zucht gibt es heute dutzende Farbvarianten – vom klassischen Silber über Marmor bis zu reinem Schwarz.

Der Segelflosser, auch Skalar oder Angelfish genannt, ist einer der ikonischsten Süßwasserfische der Aquaristik. Seine majestätische, pfeilförmige Silhouette mit den extrem verlängerten Rücken- und Afterflossen und den fadenförmigen Bauchflossen machen ihn zum „König des Aquariums". Durch jahrzehntelange Zucht gibt es heute dutzende Farbvarianten – vom klassischen Silber über Marmor bis zu reinem Schwarz.

Steckbrief: Segelflosser (Pterophyllum scalare)
Wissenschaftlicher NamePterophyllum scalare
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungPterophyllum
Größe12–15 cm Körperlänge (bis 25+ cm Höhe mit Flossen)
Gewicht20–60 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Amazonasbecken, Peru, Kolumbien, Guyana)
LebensraumRuhige Gewässerabschnitte mit dichter Vegetation und Wurzelwerk
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte3–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Segelflosser besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten, nahezu rautenförmigen Körper. Die Körperlänge beträgt 12–15 cm, die Gesamthöhe mit den ausgedehnten Flossen kann jedoch 25 cm und mehr erreichen. Die Rücken- und Afterflosse sind extrem verlängert und segelartig ausgezogen – daher der Name „Segelflosser". Die Bauchflossen sind zu langen, fadenförmigen Fühlern umgebildet.

Die Wildform zeigt eine silbrige Grundfärbung mit 4–5 dunklen Vertikalstreifen, von denen einer durch das Auge verläuft. Durch intensive Zucht gibt es heute unzählige Farbvarianten: Silber, Gold, Marmor, Schwarz (Black Velvet), Koi, Leopard, Platinum, Albino und viele mehr. Auch Schleierflossen-Varianten mit besonders langen Flossen sind beliebt. Die Geschlechtsbestimmung ist schwierig – erfahrene Halter können Männchen an der etwas steileren Stirn und der dickeren Genitalpapille erkennen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Segelflosser kommt im Amazonasbecken in Peru, Kolumbien, Brasilien und Guyana vor. Er besiedelt verschiedene Zuflüsse des Amazonas, darunter den Rio Ucayali, Rio Solimões und Rio Negro. Die Art hat ein relativ großes natürliches Verbreitungsgebiet.

In seiner Heimat lebt er in ruhigen bis langsam fließenden Gewässerabschnitten mit dichter Ufervegetation und Wurzelwerk. Typische Habitate sind Altarme, Überschwemmungswälder und ruhige Buchten größerer Flüsse. Das Wasser ist meist weich und leicht sauer, oft durch Gerbstoffe bräunlich gefärbt. Die Skalare halten sich bevorzugt zwischen Pflanzenstängeln und Wurzeln auf, wo ihre vertikale Streifenzeichnung eine hervorragende Tarnung bietet.

Lebensweise & Verhalten

Segelflosser leben in der Natur in lockeren Gruppen und zeigen ein differenziertes Sozialverhalten. Sie sind tagaktiv und durchstreifen ihr Revier in langsamen, eleganten Schwimmbewegungen. Die langen Bauchflossen-Fühler werden zur Kommunikation und zum Ertasten der Umgebung eingesetzt.

Die Art ist grundsätzlich friedlich, kann aber gegenüber Artgenossen und kleineren Fischen territorialer werden, wenn sich Paare bilden. Etablierte Paare können besonders während der Brutpflege andere Beckenbewohner vehement vertreiben. Segelflosser sind intelligent und erkennen ihren Pfleger. Bei guter Haltung entwickeln sie ausgeprägte Persönlichkeiten und können regelrecht zahm werden.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Segelflosser omnivor, wobei tierische Nahrung überwiegt. Auf dem Speiseplan stehen Insektenlarven, kleine Krebstiere, Würmer und gelegentlich kleine Fische. Er nimmt auch pflanzliches Material auf.

Im Aquarium ist er ein unkomplizierter Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter und Granulat bilden eine gute Grundlage. Ergänze regelmäßig mit Frostfutter – Artemia, Mysis, Mückenlarven und Krill werden begeistert angenommen. Lebendfutter wie Mückenlarven und Daphnien fördert die Vitalität und Laichbereitschaft. Achte auf eine abwechslungsreiche Ernährung, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Fortpflanzung

Die Zucht von Segelflossern gehört zu den klassischen Erfolgserlebnissen in der Aquaristik. Paare bilden sich aus einer Gruppe heraus und bleiben oft lebenslang zusammen. Die Paarbildung kann Wochen dauern und wird von intensivem Balzverhalten begleitet. Das Paar reinigt ein breites Blatt, einen flachen Stein oder eine Scheibe als Laichsubstrat.

Das Weibchen legt 200–400 Eier in ordentlichen Reihen auf dem vorbereiteten Substrat ab, die sofort vom Männchen befruchtet werden. Beide Eltern bewachen und befächeln die Eier intensiv. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in Mulden umgebettet. Nach dem Freischwimmen (Tag 5–7) führen die Eltern ihre Jungfische durch das Aquarium. Die Aufzucht gelingt mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Junge Paare fressen ihre ersten Gelege häufig – mit Erfahrung werden sie bessere Eltern.

Haltung im Aquarium

Für eine kleine Gruppe von 4–6 Segelflossern benötigst du ein Aquarium ab 200 Litern mit einer Höhe von mindestens 50 cm – die Art braucht aufgrund ihrer vertikalen Ausdehnung hohe Becken. Richte es mit hochwachsenden Pflanzen (Echinodorus, Vallisneria), großen Wurzeln und freiem Schwimmraum ein. Breitblättrige Pflanzen dienen als potenzielle Laichsubstrate.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5 und die Gesamthärte bei 3–15 °dGH. Vergesellschafte Segelflosser mit friedlichen, nicht zu kleinen Beifischen – Neons und andere sehr kleine Fische können von adulten Skalaren als Beute betrachtet werden. Panzerwelse, Ancistren, größere Salmler (ab 5 cm), Bärblingen und friedliche Buntbarsche sind gute Partner. Vermeide Flossenzupfer wie Sumatrabarben.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Segelflosser wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen im Amazonasbecken sind stabil. Die Art ist einer der am längsten und intensivsten in Gefangenschaft gezüchteten Süßwasserfische – die ersten erfolgreichen Zuchtberichte stammen aus den 1920er-Jahren.

Im Aquarienhandel werden nahezu ausschließlich Nachzuchten angeboten, darunter die vielen verschiedenen Farbvarianten, die es in der Natur nicht gibt. Wildfänge der natürlichen Farbform sind selten und werden nur von Spezialisten nachgefragt. Der Segelflosser ist einer der meistverkauften Aquarienfische weltweit und ein Symbol der tropischen Süßwasseraquaristik.

Quellen

  1. FishBase: Pterophyllum scalarefishbase.se
  2. Seriously Fish: Pterophyllum scalareseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Pterophyllum scalareiucnredlist.org
  4. Linke, H. & Staeck, W. (1994): Amerikanische Cichliden II – Große Buntbarsche. Tetra Verlag.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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