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Sichelfleck-Panzerwels (Corydoras habrosus)

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Sichelfleck-Panzerwels (Corydoras habrosus)

Bildquelle: boban_nz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Sichelfleck-Panzerwels gehört zu den kleinsten Vertretern der Gattung Corydoras und wird oft als „Salt and Pepper Cory" bezeichnet. Mit seinen nur 2–3,5 cm Körperlänge eignet er sich hervorragend für Nano-Aquarien und besticht durch sein geselliges, lebhaftes Verhalten.

Der Sichelfleck-Panzerwels gehört zu den kleinsten Vertretern der Gattung Corydoras und wird oft als „Salt and Pepper Cory" bezeichnet. Mit seinen nur 2–3,5 cm Körperlänge eignet er sich hervorragend für Nano-Aquarien und besticht durch sein geselliges, lebhaftes Verhalten.

Steckbrief: Sichelfleck-Panzerwels (Corydoras habrosus)
Wissenschaftlicher NameCorydoras habrosus
OrdnungWelsartige (Siluriformes)
FamiliePanzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae)
GattungCorydoras
Größe2–3,5 cm
Gewicht0,5–2 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungVenezuela, Kolumbien
LebensraumFlache, langsam fließende Gewässer mit sandigem Grund
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Sichelfleck-Panzerwels ist einer der kleinsten Vertreter der Gattung Corydoras und erreicht eine maximale Körperlänge von nur 2–3,5 cm. Die Grundfärbung ist silbrig-weiß bis cremefarben mit einem markanten dunklen Längsband, das sich von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel zieht. Namensgebend ist ein sichelförmiger dunkler Fleck an der Schwanzwurzel, der die Art unverwechselbar macht.

Der Körperbau ist für Panzerwelse typisch gedrungen, seitlich leicht abgeflacht. Der Kopf ist mit zwei Paaren kurzer Barteln ausgestattet, die zur Nahrungssuche am Boden dienen. Die Körperseiten sind von zwei Reihen knöcherner Platten bedeckt, die einen natürlichen Schutzpanzer bilden. Im Vergleich zu anderen Zwerg-Corydoras wie C. pygmaeus oder C. hastatus verbringt C. habrosus mehr Zeit am Boden als im freien Wasser.

Verbreitung & Lebensraum

Der Sichelfleck-Panzerwels stammt aus dem nördlichen Südamerika und ist in Venezuela und Kolumbien beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet umfasst vor allem die Zuflüsse des Orinoco-Beckens, wo er in flachen, langsam fließenden Gewässern mit weichem, sandigem oder schlammigem Untergrund vorkommt.

In der Natur findest du diese Art in kleinen Bächen und Überschwemmungsbereichen mit dichter Ufervegetation. Das Wasser ist dort meist weich und leicht sauer, oft durch Huminstoffe bräunlich gefärbt. Die Tiere leben bevorzugt in Bereichen mit Falllaub am Boden, das ihnen sowohl Deckung als auch Nahrungsquellen bietet.

Lebensweise & Verhalten

Der Sichelfleck-Panzerwels ist ein ausgesprochen geselliger Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. In der Gruppe zeigen die kleinen Welse ein faszinierendes Sozialverhalten und durchsuchen gemeinsam den Bodengrund nach Nahrung. Anders als die verwandten Arten C. pygmaeus und C. hastatus hält sich C. habrosus überwiegend in Bodennähe auf.

Die Tiere sind tagsüber aktiv und zeigen ein charakteristisches „Wuseln" über den Boden, wobei sie ständig mit ihren Barteln den Untergrund abtasten. Gelegentlich schwimmen sie blitzschnell zur Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft zu schlucken – ein typisches Verhalten aller Panzerwelse, das der zusätzlichen Sauerstoffaufnahme über den Darm dient.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Sichelfleck-Panzerwels von kleinen Wirbellosen, Würmern, Insektenlarven und organischen Partikeln, die er aus dem Bodengrund heraussiebt. Im Aquarium ist er ein unkomplizierter Allesfresser, der feines Granulat, Tablettenfutter, Frost- und Lebendfutter gerne annimmt.

Besonders beliebt sind Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Grindal-Würmer und fein zerriebenes Flockenfutter. Achte darauf, dass die Futterpartikel klein genug für das winzige Maul der Tiere sind. Sinkfutter ist ideal, da die Welse ihre Nahrung bevorzugt vom Boden aufnehmen. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und Farbintensität der kleinen Panzerwelse.

Fortpflanzung

Die Zucht des Sichelfleck-Panzerwelses ist möglich, erfordert aber etwas Geduld. Die Paarung wird häufig durch einen größeren Wasserwechsel mit kühlerem Wasser ausgelöst, der die einsetzende Regenzeit simuliert. Wie bei allen Corydoras nimmt das Weibchen die Spermien des Männchens in einer T-Stellung auf und heftet die befruchteten Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Pflanzenblätter, Scheiben oder Dekorationsgegenstände.

Ein Gelege umfasst typischerweise 30–60 sehr kleine Eier. Die Larven schlüpfen nach 3–5 Tagen bei 24–26 °C. Die winzigen Jungfische ernähren sich zunächst vom Dottersack und können anschließend mit Infusorien und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Aufzucht erfordert besondere Sorgfalt, da die Jungtiere sehr empfindlich gegenüber Wasserwerteschwankungen sind.

Haltung im Aquarium

Der Sichelfleck-Panzerwels eignet sich dank seiner geringen Größe hervorragend für Nano-Aquarien ab 40 Litern. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, da sich die Tiere mit ihren empfindlichen Barteln durch das Substrat wühlen – grober Kies kann zu Verletzungen führen. Verstecke aus Wurzelholz, Steinen und dichter Bepflanzung sorgen für Sicherheit.

Halte die Tiere in Gruppen von mindestens 8–10 Individuen, damit sie ihr natürliches Schwarmverhalten zeigen können. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Eine moderate Strömung und eine gute Filterung sind empfehlenswert. Die Vergesellschaftung mit kleinen, friedlichen Fischen wie Zwergbärblingen, Garnelen oder kleinen Salmlern ist problemlos möglich.

Vermeide zu starke Beleuchtung und biete schattige Bereiche durch Schwimmpflanzen. Regelmäßige Wasserwechsel von 25–30 % pro Woche sind wichtig, um die Wasserqualität hoch zu halten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Sichelfleck-Panzerwels wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet noch relativ häufig, lokal können die Bestände jedoch durch Habitatverlust und Umweltverschmutzung beeinträchtigt werden.

Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Da die Zucht in Gefangenschaft gut möglich ist, solltest du bevorzugt auf Nachzuchten zurückgreifen, um die Wildbestände zu schonen.

Quellen

  1. FishBase: Corydoras habrosusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Corydoras habrosusseriouslyfish.com
  3. Fuller, I.A.M. & Evers, H.-G. (2005): Identifying Corydoradinae Catfish. Ian Fuller Enterprises.
  4. IUCN Red List: Corydoras habrosusiucnredlist.org
  5. Planeta Catfish – Artprofile und Haltungsinformationen – planetcatfish.com

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