Der Silberdollar ist ein imposanter, scheibenförmiger Schwarmfisch aus der Verwandtschaft der Piranhas. Im Gegensatz zu seinen berüchtigten Vettern ist er jedoch ein friedlicher Pflanzenfresser, der mit seiner silbrig glänzenden Erscheinung und seinem ruhigen Wesen ein beeindruckender Bewohner großer Aquarien ist.
| Wissenschaftlicher Name | Metynnis hypsauchen |
| Ordnung | Salmlerartige (Characiformes) |
| Familie | Sägesalmler (Serrasalmidae) |
| Gattung | Metynnis |
| Größe | 15–20 cm |
| Gewicht | 100–300 g |
| Lebenserwartung | 8–10 Jahre |
| Verbreitung | Amazonasbecken, Südamerika |
| Lebensraum | Langsam fließende Flüsse, Überschwemmungswälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 300 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 5.5–7.5 |
| Wasserhärte | 2–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Silberdollar verdankt seinen Namen der stark seitlich abgeflachten, nahezu kreisrunden Körperform, die an eine große Silbermünze erinnert. Er erreicht eine Körperlänge von 15–20 cm und ein Gewicht von 100–300 g. Die gesamte Körperoberfläche glänzt in einem einheitlichen Silber mit metallischem Schimmer, der je nach Lichteinfall verschiedene Reflexe zeigt.
Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich, die Afterflosse kann bei Männchen einen rötlichen Rand aufweisen. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Der Kopf ist relativ klein mit einem endständigen Maul und kleinen Augen. Die Kiemendeckel können rötliche Akzente zeigen. Als Verwandter der Piranhas besitzt der Silberdollar zwar kräftige Zähne, diese sind jedoch flach und molarenförmig – perfekt zum Zermalmen pflanzlicher Nahrung.
Verbreitung & Lebensraum
Der Silberdollar ist im gesamten Amazonasbecken und seinen Nebenflüssen verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Brasilien, Peru, Kolumbien und weitere südamerikanische Länder. Er bewohnt langsam fließende Flüsse, Überschwemmungswälder (Várzea) und stehende Gewässer mit dichter Vegetation.
In der Natur lebt der Silberdollar in größeren Schwärmen, die sich in den überfluteten Waldgebieten aufhalten und sich von der reichhaltigen Vegetation ernähren. Während der Regenzeit wandern die Tiere in die Überschwemmungsbereiche ein, wo sie Früchte, Samen und Blätter fressen, die ins Wasser fallen.
Lebensweise & Verhalten
Der Silberdollar ist ein ausgesprochen friedlicher Schwarmfisch, der trotz seiner Verwandtschaft zu den Piranhas keinerlei Aggressivität gegenüber Fischen zeigt. In der Natur lebt er in Gruppen von teilweise hunderten Tieren. Im Aquarium solltest du mindestens 5–6 Exemplare zusammenhalten, damit die Tiere ihr natürliches Schwarmverhalten zeigen können.
Die Tiere sind tagaktiv und nutzen den gesamten Schwimmraum, bevorzugen jedoch die mittlere und obere Wasserzone. Silberdollars können recht schreckhaft sein und reagieren auf plötzliche Bewegungen oder Geräusche mit panischen Fluchtreaktionen. Eine ruhige Umgebung und ausreichend Deckung durch Schwimmpflanzen helfen, Stress zu minimieren.
Ernährung
Der Silberdollar ist ein überzeugter Herbivore – Pflanzen bilden den Hauptbestandteil seiner Ernährung. In der Natur frisst er Blätter, Wasserpflanzen, Früchte und Samen. Im Aquarium nimmt er pflanzliches Flockenfutter, Spirulina-Tabletten, Gemüse (Salat, Gurke, Zucchini, Spinat) und Erbsen gerne an.
Ergänzend kannst du gelegentlich proteinreiches Futter wie Mückenlarven oder Artemia anbieten. Beachte, dass Silberdollars nahezu alle Aquarienpflanzen fressen werden – nur sehr harte Pflanzen wie Anubias und Java-Farn haben eine Chance. Künstliche Pflanzen oder ein pflanzenfreies Becken mit Wurzeln und Steinen sind die pragmatischere Lösung.
Fortpflanzung
Die Zucht des Silberdollars im Aquarium ist möglich, erfordert jedoch ein großes Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser und erhöhter Temperatur (27–29 °C). Die Geschlechter lassen sich an der rötlich gefärbten Afterflosse der Männchen unterscheiden, die zudem etwas schlanker sind als die Weibchen.
Die Tiere sind Freilaicher und verstreuen ihre Eier zwischen Pflanzen oder über dem Substrat. Ein Weibchen kann bis zu 2.000 Eier abgeben. Die Larven schlüpfen nach etwa 3 Tagen und schwimmen nach weiteren 4–5 Tagen frei. Als Erstfutter eignen sich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und feinstes Staubfutter. Die Elterntiere sollten nach dem Laichen entfernt werden, da sie Laichräuber sind.
Haltung im Aquarium
Der Silberdollar benötigt aufgrund seiner Größe und seines Schwarmverhaltens ein geräumiges Aquarium ab 300 Litern. Da die Tiere sehr schwimmfreudig sind, ist eine große Beckenlänge (ab 120 cm) wichtiger als die Höhe. Der Bodengrund kann aus Sand oder feinem Kies bestehen.
Auf eine Bepflanzung kannst du weitgehend verzichten, da die Tiere nahezu alle Pflanzen fressen. Stattdessen bieten Wurzeln, Steine und künstliche Pflanzen Struktur. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, da die großen Fische entsprechend viel Stoffwechselprodukte produzieren.
Die Vergesellschaftung mit anderen robusten, friedlichen Fischen ähnlicher Größe ist gut möglich – etwa mit großen Salmlern, Buntbarschen mittlerer Größe, Harnischwelsen oder Fadenfischen. Vermeide kleine Beifische, die durch das hektische Schwimmverhalten der Silberdollars gestresst werden könnten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Silberdollar wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Amazonasbecken weit verbreitet und häufig. Sie wird sowohl als Speisefisch als auch als Zierfisch genutzt und stellt keine Population gefährdend dar.
Im Aquarienhandel sind Silberdollars regelmäßig als Nachzuchten erhältlich. Die relativ einfache Vermehrung in Fischfarmen hat dazu beigetragen, dass der Fangdruck auf Wildpopulationen gering bleibt.
Quellen
- FishBase: Metynnis hypsauchen – fishbase.se
- Seriously Fish: Metynnis hypsauchen – seriouslyfish.com
- Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
- IUCN Red List: Metynnis hypsauchen – iucnredlist.org
- Jégu, M. (2003): Subfamily Serrasalminae. In: Reis, R.E. et al. (eds.): Check List of the Freshwater Fishes of South and Central America. EDIPUCRS.
