Der Sonnenbarsch ist einer der farbenprächtigsten Süßwasserfische Nordamerikas und hat sich als invasive Art auch in vielen europäischen Gewässern etabliert. Mit seinem leuchtend blau-orangen Farbkleid und seinem interessanten Brutpflegeverhalten ist er ein faszinierender Bewohner für Kaltwasseraquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Lepomis gibbosus |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Sonnenfische (Centrarchidae) |
| Gattung | Lepomis |
| Größe | 10–25 cm |
| Gewicht | 50–200 g |
| Lebenserwartung | 6–8 Jahre |
| Verbreitung | Nordamerika (invasiv in Europa) |
| Lebensraum | Stehende und langsam fließende Gewässer, Seen, Teiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 200 Liter |
| Temperatur | 10–22 °C |
| pH-Wert | 7.0–8.0 |
| Wasserhärte | 10–25 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Sonnenbarsch besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper und erreicht eine Länge von 10–25 cm. Seine Färbung gehört zu den eindrucksvollsten unter den heimischen Süßwasserfischen: Die Grundfarbe ist olivgrün bis bronzefarben mit leuchtend blauen und orangefarbenen Flecken und Streifen auf den Flanken und Kiemendeckeln.
Besonders auffällig ist der schwarze Kiemendeckelfleck mit einem leuchtend roten bis orangen Rand – ein sicheres Erkennungsmerkmal. Der Bauch ist orangegelb bis rötlich gefärbt. Die Flossen zeigen ein Muster aus dunklen Streifen und Punkten. Männchen sind in der Laichzeit besonders intensiv gefärbt und zeigen dann eine spektakuläre Farbenpracht. Die Rückenflosse ist zusammenhängend mit einem stacheligen vorderen und einem weichstrahligen hinteren Teil.
Verbreitung & Lebensraum
Der Sonnenbarsch stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika, von den Großen Seen bis nach Florida und Texas. Seit dem 19. Jahrhundert wurde er in zahlreiche europäische Länder eingeführt, wo er sich als invasive Art erfolgreich etabliert hat. In Deutschland kommt er vor allem in den wärmeren Regionen im Westen und Süden vor.
Die Art bevorzugt stehende bis langsam fließende, pflanzenreiche Gewässer mit klarem Wasser. Du findest ihn in Seen, Teichen, Altarmen, Kanälen und ruhigen Flussbereichen. Er bevorzugt Bereiche mit dichter Unterwasservegetation, versunkenem Holz und sandigen bis kiesigen Böden, die ihm Laichplätze und Deckung bieten.
Lebensweise & Verhalten
Der Sonnenbarsch ist tagaktiv und zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten, besonders während der Laichzeit. Außerhalb der Fortpflanzungsperiode lebt er in lockeren Gruppen, kann aber gegenüber Artgenossen und anderen Fischen durchaus territorial werden. Die Tiere sind neugierig und werden im Aquarium oft erstaunlich zahm.
Als Kaltwasserfisch ist der Sonnenbarsch an die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen seiner Heimatgewässer angepasst. Im Winter reduziert er seine Aktivität deutlich und frisst weniger. Diese saisonale Rhythmik solltest du auch im Aquarium nachbilden, um das Wohlbefinden der Tiere zu fördern.
Ernährung
Der Sonnenbarsch ist ein räuberischer Allesfresser, der sich in der Natur von Insektenlarven, kleinen Krebstieren, Schnecken, Würmern und kleinen Fischen ernährt. Er knackt auch Schneckenhäuser mit seinen kräftigen Schlundknochen. Im Aquarium nimmt er Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia, Garnelen und Regenwürmer gerne an.
Auch hochwertiges Granulatfutter und Futtersticks werden nach einer Gewöhnung akzeptiert. Abwechslung ist wichtig – biete regelmäßig verschiedene Futterarten an. Beachte, dass Sonnenbarsche kräftige Fresser sind und zu Verfettung neigen, wenn sie überfüttert werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung des Sonnenbarsches ist ausgesprochen interessant zu beobachten. Das Männchen gräbt im späten Frühjahr (bei 18–22 °C) eine flache Laichgrube in den Bodengrund und verteidigt dieses Revier energisch. Durch Imponierverhalten mit gespreizten Kiemendeckeln und intensiver Färbung lockt es Weibchen an.
Das Weibchen legt 1.500–3.000 Eier in die Laichgrube, die vom Männchen befruchtet und anschließend allein bewacht werden. Das Männchen fächelt den Eiern ständig Frischwasser zu und verteidigt das Gelege aggressiv gegen jeden Eindringling. Die Larven schlüpfen nach 3–5 Tagen und werden vom Männchen noch einige Tage weiter bewacht, bis sie frei schwimmen.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung von Sonnenbarschen empfiehlt sich ein Kaltwasseraquarium ab 200 Litern mit viel Struktur durch Wurzeln, Steine und robuste Pflanzen. Der Bodengrund sollte aus Sand oder feinem Kies bestehen, damit die Tiere Laichgruben anlegen können. Die Wassertemperatur liegt idealerweise bei 10–22 °C – eine Heizung ist in der Regel nicht nötig.
Wichtig ist eine Winterabkühlung auf 5–10 °C über mehrere Wochen, die den natürlichen Jahresrhythmus nachbildet und für die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft der Tiere wichtig ist. Eine kräftige Filterung sorgt für die benötigte Wasserqualität.
Die Vergesellschaftung ist aufgrund des Territorialverhaltens eingeschränkt. Geeignete Mitbewohner sind andere robuste Kaltwasserfische wie Elritzen oder Gründlinge. Kleine Fische und Garnelen werden als Beute angesehen. Beachte, dass der Sonnenbarsch in vielen europäischen Ländern als invasive Art gilt – eine Aussetzung in die Natur ist streng verboten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Sonnenbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem nordamerikanischen Ursprungsgebiet ist er häufig und weit verbreitet. In Europa gilt er jedoch als invasive Art, die einheimische Fischarten und Amphibien bedrohen kann.
In der EU steht der Sonnenbarsch auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten und unterliegt Beschränkungen hinsichtlich Handel, Haltung und Aussetzung. In einigen Ländern ist die Haltung genehmigungspflichtig oder verboten. Informiere dich vor der Anschaffung über die geltenden Regelungen in deinem Land.
Quellen
- FishBase: Lepomis gibbosus – fishbase.se
- IUCN Red List: Lepomis gibbosus – iucnredlist.org
- EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten (EU) 2019/1262 – eur-lex.europa.eu
- Page, L.M. & Burr, B.M. (2011): Peterson Field Guide to Freshwater Fishes of North America. Houghton Mifflin Harcourt.
- Copp, G.H. et al. (2005): To be, or not to be, a non-native freshwater fish? Journal of Applied Ichthyology, 21(4), 242–262.
