Fische (Salzwasser)

Spatenfisch (Platax orbicularis)

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Spatenfisch (Platax orbicularis)

Bildquelle: Oasishifi / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Spatenfisch ist ein imposanter, scheibenförmiger Riffbewohner des Indopazifiks, der für seinen runden, seitlich stark abgeflachten Körper und seine Neugier gegenüber Tauchern bekannt ist. Mit einer Körperlänge von bis zu 50 cm benötigt er sehr große Aquarien und ist ein faszinierender Pflegling für erfahrene Halter.

Der Spatenfisch ist ein imposanter, scheibenförmiger Riffbewohner des Indopazifiks, der für seinen runden, seitlich stark abgeflachten Körper und seine Neugier gegenüber Tauchern bekannt ist. Mit einer Körperlänge von bis zu 50 cm benötigt er sehr große Aquarien und ist ein faszinierender Pflegling für erfahrene Halter.

Steckbrief: Spatenfisch (Platax orbicularis)
Wissenschaftlicher NamePlatax orbicularis
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieSpatenfische (Ephippidae)
GattungPlatax
Größe40–50 cm
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Französisch-Polynesien, Japan bis Australien)
LebensraumLagunen, Außenriffe, Wracks, Hafenmolen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 1.500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Spatenfisch erreicht eine Körperlänge von 40–50 cm und eine beachtliche Körperhöhe, die durch die weit ausladenden Rücken- und Afterflossen noch verstärkt wird. Der Körper ist kreisrund bis oval und extrem seitlich abgeflacht – daher der Name „Spatenfisch". Die Grundfärbung adulter Tiere ist silbrig-grau mit einer oder mehreren dunklen vertikalen Bändern, besonders einem auffälligen Band durch das Auge.

Juveniltiere sehen dramatisch anders aus: Sie sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt mit enorm verlängerten Rücken- und Afterflossen. In dieser Phase imitieren sie treibende Blätter oder Mangrovenabfälle – eine effektive Tarnstrategie. Mit zunehmendem Alter werden die Flossen kürzer, und die Färbung hellt auf. Der Kopf ist steil abfallend mit einem kleinen, vorstreckbaren Maul.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest den Spatenfisch im gesamten tropischen Indopazifik, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis in den westlichen und zentralen Pazifik. Er bewohnt Lagunen, Außenriffe, Wracks und künstliche Strukturen wie Hafenmolen in Tiefen von 2–30 Metern.

Adulte Tiere bilden oft kleine Gruppen, die sich in der Nähe von Steilwänden, Wracks und Anlegestellen aufhalten. Juvenile Spatenfische findet man häufig in flachen, geschützten Buchten und Mangrovengebieten, wo sie als „treibende Blätter" getarnt zwischen echtem Treibgut schwimmen.

Lebensweise & Verhalten

Der Spatenfisch ist tagaktiv und ein ausgesprochen neugieriger Fisch. Taucher berichten häufig, dass Spatenfische auf sie zuschwimmen und sie regelrecht begleiten. Die Tiere leben in kleinen Gruppen von 3–15 Individuen und halten sich bevorzugt in mittlerer Wassertiefe auf.

Juveniltiere zeigen ein faszinierendes Tarnverhalten: Sie lassen sich auf die Seite fallen und treiben regungslos mit der Strömung, wobei sie mit ihrer dunklen Färbung und den verlängerten Flossen perfekt tote Blätter imitieren. Dieses Verhalten verschwindet mit zunehmender Größe. Adulte Tiere sind gesellig und können in Gefangenschaft sehr zahm werden.

Ernährung

In der Natur ist der Spatenfisch ein Allesfresser, der sich von Algen, Quallen, kleinen Krebstieren, Plankton und organischen Partikeln ernährt. Besonders bemerkenswert ist die Vorliebe für Quallen und quällenartige Organismen, die für viele andere Fische ungenießbar sind.

Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Der Spatenfisch akzeptiert praktisch alles: Frostfutter, Granulat, Flockenfutter, Algenblätter (Nori) und frisches Gemüse. Füttere zwei- bis dreimal täglich abwechslungsreich und in ausreichender Menge, da die Tiere einen großen Appetit haben. Pflanzliche Kost sollte regelmäßig angeboten werden.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung des Spatenfischs in der Natur ist wenig bekannt. Die Paarung findet vermutlich in der Gruppe statt, wobei Eier und Spermien ins freie Wasser abgegeben werden. Die Eier treiben pelagisch und die Larven entwickeln sich im Plankton.

Im Aquarium wurde die Fortpflanzung nur vereinzelt beobachtet. Eine gezielte Nachzucht ist bisher nicht etabliert. Alle Tiere im Handel stammen aus Wildfängen. Die Larvenaufzucht dürfte aufgrund der langen pelagischen Phase eine große Herausforderung darstellen.

Haltung im Aquarium

Der Spatenfisch benötigt ein sehr großes Aquarium ab 1.500 Litern mit viel freiem Schwimmraum. Aufgrund seiner Endgröße und seines Bewegungsdrangs ist er für Standardaquarien nicht geeignet. Die Einrichtung sollte offene Schwimmbereiche mit einigen Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Der Fisch ist friedlich und lässt sich gut mit anderen robusten, mittelgroßen bis großen Fischen vergesellschaften. Er ist jedoch nicht riffkompatibel, da er Weichkorallen, Scheibenanemonen und Wirbellose fressen kann. Eine Haltung in kleinen Gruppen von 3–5 Tieren ist ideal.

Der Spatenfisch wird in Gefangenschaft schnell zahm und kann lernen, aus der Hand zu fressen. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Der Fisch ist robust und anpassungsfähig, erfordert aber aufgrund seiner Größe eine leistungsfähige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Spatenfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und häufig. Lokale Rückgänge können durch Habitatverlust und Überfischung auftreten, die globale Population ist jedoch stabil.

Für den Aquarienhandel werden überwiegend Jungtiere als Wildfänge importiert, die aufgrund ihrer attraktiven Erscheinung beliebt sind. Käufer sollten sich jedoch der Endgröße bewusst sein, die oft unterschätzt wird. Nachzuchten sind im Handel nicht verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Platax orbicularisfishbase.se
  2. IUCN Red List: Platax orbicularisiucnredlist.org
  3. Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
  5. Lieske, E. & Myers, R. F. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.

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