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Spiegelfleck-Feilenfisch (Acreichthys tomentosus)

4 Min. Lesezeit
Acreichthys tomentosus

Zusammenfassung

Der Spiegelfleck-Feilenfisch ist ein kleiner, aber nützlicher Bewohner des Meerwasseraquariums, der vor allem für seine Fähigkeit bekannt ist, lästige Glasrosen (Aiptasia) zu fressen. Seine perfekte Tarnung und sein skurriles Erscheinungsbild machen ihn zu einem faszinierenden Beobachtungsobjekt.

Der Spiegelfleck-Feilenfisch ist ein kleiner, aber nützlicher Bewohner des Meerwasseraquariums, der vor allem für seine Fähigkeit bekannt ist, lästige Glasrosen (Aiptasia) zu fressen. Seine perfekte Tarnung und sein skurriles Erscheinungsbild machen ihn zu einem faszinierenden Beobachtungsobjekt.

Steckbrief: Spiegelfleck-Feilenfisch (Acreichthys tomentosus)
Wissenschaftlicher NameAcreichthys tomentosus
OrdnungKugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
FamilieFeilenfische (Monacanthidae)
GattungAcreichthys
Größe8–12 cm
Gewicht15–40 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Westpazifik)
LebensraumKorallenriffe, Seegraswiesen, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 150 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8.1–8.4
Wasserhärte8–12 °dKH

Beschreibung & Aussehen

Der Spiegelfleck-Feilenfisch erreicht eine Länge von 8–12 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Seine Färbung ist extrem variabel und reicht von bräunlich über grünlich bis gelblich – je nach Umgebung und Stimmung kann er seine Farbe anpassen. Die Haut ist mit zahlreichen kleinen, borstigen Hautfortsätzen bedeckt, die ihm ein struppiges Aussehen verleihen.

Auf der Rückenmitte sitzt ein einzelner, kräftiger Stachel (der erste Rückenflossenstachel), der aufgestellt werden kann. Die Augen sind groß und bewegen sich unabhängig voneinander, ähnlich wie bei Chamäleons. Ein kleines, röhrenförmiges Maul erlaubt das präzise Abpicken von Nahrung. Der Name „Spiegelfleck" bezieht sich auf einen metallisch glänzenden Fleck an der Schwanzwurzel.

Verbreitung & Lebensraum

Der Spiegelfleck-Feilenfisch ist im gesamten tropischen Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über Südostasien bis nach Australien und in den westlichen Pazifik. Er kommt in Tiefen von 1 bis 25 Metern vor und bevorzugt geschützte Riffbereiche.

Du findest ihn häufig in Seegraswiesen, Lagunen und an inneren Riffhängen, wo er sich zwischen Algen, Seegras und Korallen tarnt. Seine hervorragende Fähigkeit zur Farbänderung und sein struppiges Aussehen machen ihn in seiner natürlichen Umgebung nahezu unsichtbar. Er hält sich meist einzeln oder paarweise auf.

Lebensweise & Verhalten

Der Spiegelfleck-Feilenfisch ist tagaktiv und durchstreift gemächlich sein Revier auf der Suche nach Nahrung. Sein Schwimmstil ist typisch für Feilenfische: Er bewegt sich langsam und bedächtig mithilfe seiner Rücken- und Afterflosse und stellt sich bei Gefahr senkrecht, um einem Blatt oder einer Alge zu ähneln.

Im Aquarium ist er ein ruhiger, friedlicher Bewohner, der sich nach einer Eingewöhnung oft gut sichtbar positioniert. Besonders geschätzt wird seine Eigenschaft, Glasrosen (Aiptasia) zu fressen – allerdings ist nicht jedes Individuum gleich eifrig bei der Aiptasia-Bekämpfung. Manche Tiere zeigen dieses Verhalten sofort, andere ignorieren die Anemonen völlig.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Spiegelfleck-Feilenfisch von Algen, kleinen Wirbellosen, Schwämmen und – in der Aquaristik besonders geschätzt – von Glasrosen (Aiptasia). Im Aquarium nimmt er nach der Eingewöhnung verschiedene Futter an, darunter Frostfutter wie Artemia und Mysis, fein gehacktes Meeresfrüchte-Mix und hochwertiges Granulatfutter.

Biete ihm mehrmals täglich kleine Portionen an, da Feilenfische einen kleinen Magen haben und häufiger fressen müssen. Nori-Algenblätter sind eine willkommene Ergänzung. Beachte, dass der Feilenfisch gelegentlich auch an Weichkorallen und LPS-Korallen zupfen kann – dieses Risiko solltest du bei der Beckenbesetzung berücksichtigen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Spiegelfleck-Feilenfischs im Aquarium ist bisher selten gelungen. In der Natur laichen die Tiere paarweise, wobei das Weibchen die Eier in Algenpolster oder auf feste Unterlagen ablegt. Das Gelege wird vom Elternpaar teilweise bewacht.

Die Larven sind pelagisch und durchlaufen eine Metamorphose, bevor sie sich als Jungfische im Riff ansiedeln. Die Aufzucht der winzigen Larven erfordert spezielles Plankton und ist technisch sehr anspruchsvoll. Im Handel erhältliche Tiere stammen fast ausnahmslos aus Wildfängen.

Haltung im Aquarium

Der Spiegelfleck-Feilenfisch kann in Meerwasseraquarien ab 150 Litern gehalten werden. Ein Riffaquarium mit Lebendgestein bietet die ideale Umgebung. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, die Wasserqualität stabil und hochwertig sein.

Beachte, dass die Art nicht uneingeschränkt riffkompatibel ist – neben Glasrosen kann sie gelegentlich auch an Korallen zupfen, besonders wenn nicht ausreichend gefüttert wird. In einem Fisch-only-Becken oder einem Becken mit robusten Korallen ist das Risiko geringer.

Die Vergesellschaftung mit friedlichen Riffbewohnern ist problemlos. Vermeide aggressive oder sehr dominante Arten, da der Feilenfisch eher scheu und langsam ist. Eine paarweise Haltung ist möglich, sofern das Becken genügend Raum bietet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Spiegelfleck-Feilenfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und häufig in ihrem natürlichen Lebensraum. Die Nachfrage durch den Meerwasserhandel stellt derzeit keine Bedrohung für die Wildpopulationen dar.

Dennoch solltest du beim Kauf auf nachhaltig gefangene Tiere achten und sicherstellen, dass der Händler seriöse Fangmethoden unterstützt. Eine gute Eingewöhnung und artgerechte Haltung sind entscheidend für die langfristige Gesundheit dieser interessanten Fische.

Quellen

  1. FishBase: Acreichthys tomentosusfishbase.se
  2. Coral Magazine – Feilenfische als Aiptasia-Bekämpfer – coral-magazine.com
  3. Lieske, E. & Myers, R. (2002): Korallenriff-Führer Rotes Meer. Jahr Verlag.
  4. IUCN Red List: Acreichthys tomentosusiucnredlist.org

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