Der Streifen-Kardinalbarsch ist ein zierlicher, transparenter Schwarmfisch aus dem Indopazifik, der sich durch seine blauen Längsstreifen und sein friedliches Wesen auszeichnet. Als Maulbrüter zeigt er ein faszinierendes Fortpflanzungsverhalten und eignet sich gut für das Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Apogon leptacanthus |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Kardinalbarsche (Apogonidae) |
| Gattung | Apogon |
| Größe | 5–6 cm |
| Gewicht | 2–5 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Lagunen, geschützte Riffbereiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 80 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8.1–8.4 |
| Wasserhärte | 8–12 °dKH |
Beschreibung & Aussehen
Der Streifen-Kardinalbarsch ist ein kleiner, zierlicher Fisch mit einer Körperlänge von nur 5–6 cm. Der Körper ist transluzent bis blass rosa gefärbt, sodass die inneren Organe teilweise durchscheinen. Über die Flanken ziehen sich mehrere dünne, leuchtend blaue Längsstreifen, die der Art ihren Namen geben.
Die Augen sind groß und rund, typisch für die nachtaktive Lebensweise der Kardinalbarsche. Die erste Rückenflosse wird von einem verlängerten Flossenstrahl geziert, der namensgebend für den wissenschaftlichen Artnamen ist. Die Flossen sind transparent und zart. Insgesamt wirkt der Fisch elegant und grazil.
Verbreitung & Lebensraum
Der Streifen-Kardinalbarsch ist im gesamten tropischen Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik. Er kommt an Korallenriffen in Tiefen von 1 bis 40 Metern vor und bevorzugt geschützte Riffbereiche.
In der Natur lebt er in großen Schwärmen in der Nähe von verzweigten Korallen, besonders Acropora-Arten, die ihm Schutz bieten. Tagsüber drängen sich die Tiere dicht an dicht zwischen den Korallenästen zusammen, um Schutz vor Räubern zu suchen. In der Dämmerung und nachts lösen sich die Schwärme auf, und die Fische jagen individuell nach Plankton.
Lebensweise & Verhalten
Der Streifen-Kardinalbarsch ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in der Natur in Gruppen von oft hunderten Individuen lebt. Im Aquarium solltest du mindestens 5–6 Tiere zusammenhalten. Die Tiere zeigen ein interessantes Tag-Nacht-Verhalten: Tagsüber stehen sie eng zusammen in der Nähe von Verstecken, nachts werden sie aktiver und verteilen sich im Becken.
Die Art ist ausgesprochen friedlich und scheu – sie eignet sich nicht für die Vergesellschaftung mit aggressiven oder zu aktiven Arten. In einem ruhigen Riffaquarium mit sanften Mitbewohnern zeigen die Tiere jedoch schnell ein natürliches Verhalten und werden zunehmend zutraulich.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Streifen-Kardinalbarsch von Zooplankton, das er in der Dämmerung und nachts aus dem freien Wasser fängt. Im Aquarium nimmt er feines Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Copepoden, Cyclops und Mysis gerne an.
Auch feines Granulatfutter und Flockenfutter werden nach der Eingewöhnung akzeptiert. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da die kleinen Fische nur kleine Mengen auf einmal aufnehmen können. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und die Farbintensität der blauen Streifen.
Fortpflanzung
Wie alle Kardinalbarsche ist der Streifen-Kardinalbarsch ein Maulbrüter. Nach der Paarung nimmt das Männchen die befruchteten Eier in sein Maul auf und brütet sie dort aus. Während der Brutphase, die etwa 7–10 Tage dauert, nimmt das Männchen keine Nahrung auf.
Die Zucht im Aquarium ist möglich, wenn die Tiere in einer stressfreien Umgebung gehalten werden. Die winzigen Larven sind nach dem Schlupf pelagisch und benötigen feinstes Plankton wie Rädertierchen als Erstfutter. Die Aufzucht ist anspruchsvoll, aber für engagierte Meerwasseraquarianer durchaus machbar.
Haltung im Aquarium
Der Streifen-Kardinalbarsch eignet sich für Meerwasseraquarien ab 80 Litern und ist auch für Nano-Riffaquarien geeignet. Er benötigt Versteckmöglichkeiten in Form von Lebendgestein oder verzweigten Korallen, zwischen denen er sich tagsüber aufhalten kann.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Eine gedämpfte Beleuchtung kommt dem natürlichen Verhalten der scheuen Tiere entgegen. Die Strömung sollte moderat sein, da die Tiere keine starke Strömung bevorzugen.
Die Vergesellschaftung mit friedlichen Riffbewohnern wie Grundeln, kleinen Lippfischen, Garnelen und Korallen ist ideal. Vermeide große, räuberische oder aggressive Fische, die die zierlichen Kardinalbarsche bedrängen oder fressen könnten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Streifen-Kardinalbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und lokal häufig. Der Fang für den Meerwasserhandel stellt derzeit keine Bedrohung für die Wildpopulationen dar.
Der allgemeine Rückgang von Korallenriffen durch Klimawandel und Umweltverschmutzung betrifft jedoch auch diese Art, die auf intakte Riffstrukturen als Lebensraum angewiesen ist.
Quellen
- FishBase: Apogon leptacanthus – fishbase.se
- Coral Magazine – Kardinalbarsche im Riffaquarium – coral-magazine.com
- Allen, G.R. (1999): Apogonidae. In: Carpenter, K.E. & Niem, V.H. (eds.): FAO Species Identification Guide.
- IUCN Red List: Apogon leptacanthus – iucnredlist.org
