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Streifen-Meergrundel (Amblygobius phalaena)

4 Min. Lesezeit
Amblygobius phalaena

Zusammenfassung

Die Streifen-Meergrundel ist ein attraktiver Bodenbewohner für das Meerwasseraquarium, der sich durch sein auffälliges Streifenmuster und sein nützliches Sanddurchsieben auszeichnet. Als „Sandsifter" hält sie den Bodengrund sauber und in ständiger Bewegung.

Die Streifen-Meergrundel ist ein attraktiver Bodenbewohner für das Meerwasseraquarium, der sich durch sein auffälliges Streifenmuster und sein nützliches Sanddurchsieben auszeichnet. Als „Sandsifter" hält sie den Bodengrund sauber und in ständiger Bewegung.

Steckbrief: Streifen-Meergrundel (Amblygobius phalaena)
Wissenschaftlicher NameAmblygobius phalaena
OrdnungGrundelartige (Gobiiformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungAmblygobius
Größe12–15 cm
Gewicht20–50 g
Lebenserwartung4–6 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Westpazifik)
LebensraumSandige Riffböden, Lagunen, Seegraswiesen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 200 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8.1–8.4
Wasserhärte8–12 °dKH

Beschreibung & Aussehen

Die Streifen-Meergrundel erreicht eine Körperlänge von 12–15 cm und besitzt einen langgestreckten, leicht seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist cremefarben bis hellbraun mit 5–6 markanten, breiten braunen bis dunkelbraunen Querstreifen, die sich über den gesamten Körper erstrecken. Zwischen den dunklen Streifen befinden sich oft kleinere Punkte und Muster.

Der Kopf ist groß und breit mit einem unterständigen Maul, das perfekt zum Aufnehmen und Durchsieben von Sand geeignet ist. Die Augen sitzen hoch am Kopf und ermöglichen einen guten Rundumblick. Ein großer, auffälliger dunkler Augenfleck auf der ersten Rückenflosse dient der Feindabschreckung. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verwachsen, mit der sich die Grundel am Substrat festhalten kann.

Verbreitung & Lebensraum

Die Streifen-Meergrundel ist im gesamten tropischen Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über Südostasien bis nach Australien und in den westlichen Pazifik. Sie kommt in Tiefen von 1 bis 25 Metern vor und bevorzugt sandige Böden in der Nähe von Korallenriffen.

In der Natur bewohnt sie sandige Riffböden, Lagunen und Seegraswiesen. Die Tiere graben Höhlen im Sand unter Steinen oder Korallenfragmenten und leben meist paarweise. Sie sind eng an ihren Höhlenbereich gebunden und entfernen sich selten weit davon.

Lebensweise & Verhalten

Die Streifen-Meergrundel ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages damit, Sand aufzunehmen, durch die Kiemen zu filtern und Nahrungspartikel auszusieben – daher der englische Name „Sand Sifter" oder „Banded Goby". Dieses Verhalten hält den Bodengrund im Aquarium sauber und belüftet.

Die Tiere leben in der Natur paarweise und besetzen ein Revier rund um ihre Höhle. Gegenüber Artgenossen können sie territorial sein, gegenüber anderen Fischarten sind sie jedoch friedlich. Bei Gefahr ziehen sie sich blitzschnell in ihre Höhle zurück. Gelegentlich springen sie kurz aus dem Wasser – eine gut schließende Abdeckung ist daher ratsam.

Ernährung

Die Streifen-Meergrundel filtert den Großteil ihrer Nahrung aus dem Bodengrund. In der Natur frisst sie Algen, Detritus, kleine Krebstiere, Würmer und Mikroorganismen, die sie beim Durchsieben des Sandes findet. Im Aquarium nimmt sie ergänzend Frostfutter wie Artemia, Mysis und fein gehacktes Muschelfleisch an.

Da die Tiere einen Großteil ihrer Nahrung durch Sanddurchsieben gewinnen, ist ein ausreichend dicker Sandbodengrund (mindestens 3–5 cm) mit einem aktiven Mikrofaunaleben wichtig. In einem frisch eingerichteten Becken oder bei zu sauberem Sand kann die Grundel unterernährt werden. Zusätzliches Füttern mit feinem Frostfutter, das auf den Sand gestreut wird, ist daher ratsam.

Fortpflanzung

Die Streifen-Meergrundel laicht in ihrer Sandhöhle, wobei die Eier an die Decke der Höhle geheftet werden. Das Männchen bewacht das Gelege, während das Weibchen die Höhle verteidigt. Die Brutpflege dauert etwa 5–7 Tage, bis die Larven schlüpfen.

Die Zucht im Aquarium ist möglich, aber die Aufzucht der winzigen, pelagischen Larven ist technisch anspruchsvoll. Sie benötigen feinstes Plankton wie Rädertierchen und Copepoden-Nauplien als Erstfutter. Eine erfolgreiche Nachzucht erfordert ein separates Aufzuchtbecken mit speziellem Planktonfutter.

Haltung im Aquarium

Die Streifen-Meergrundel benötigt ein Meerwasseraquarium ab 200 Litern mit einem dicken Sandbodengrund (mindestens 5 cm) aus feinem Korallensand. Lebendgestein und flache Steine, unter denen die Grundel ihre Höhle graben kann, komplettieren die Einrichtung.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Eine moderate Strömung ist ausreichend – am Boden sollte die Strömung nicht zu stark sein, damit die Grundel ungestört ihren Sand durchsieben kann. Beachte, dass die Tiere den Sand auch auf Korallen und Dekorationsgegenstände schaufeln können.

Die Vergesellschaftung mit friedlichen Riffbewohnern ist problemlos. Vermeide andere bodenlebende Grundeln, die um Reviere und Höhlen konkurrieren könnten. Eine paarweise Haltung ist ideal und fördert das natürliche Verhalten.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Streifen-Meergrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und häufig in ihrem natürlichen Lebensraum. Der Fang für den Meerwasserhandel hat keinen erkennbaren negativen Einfluss auf die Wildpopulationen.

Durch ihr nützliches Verhalten als „Sandreiniger" ist sie ein geschätzter Bewohner in vielen Meerwasseraquarien und wird regelmäßig im Fachhandel angeboten.

Quellen

  1. FishBase: Amblygobius phalaenafishbase.se
  2. Coral Magazine – Grundeln im Riffaquarium – coral-magazine.com
  3. Debelius, H. & Baensch, H.A. (1997): Meerwasser Atlas. Mergus Verlag.
  4. IUCN Red List: Amblygobius phalaenaiucnredlist.org

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