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Südamerikanischer Hornfrosch (Ceratophrys ornata)

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Südamerikanischer Hornfrosch (Ceratophrys ornata)

Bildquelle: Opayaza12 / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Südamerikanische Hornfrosch, auch Pacman-Frosch genannt, gehört zu den beliebtesten Terrarienfröschen weltweit. Mit seinem riesigen Maul, das fast so breit wie sein Körper ist, ist er ein typischer Lauerjäger. Sein auffälliges Muster aus grünen und braunen Flecken und die hornartigen Fortsätze über den Augen machen ihn unverwechselbar.

Der Südamerikanische Hornfrosch, auch Pacman-Frosch genannt, gehört zu den beliebtesten Terrarienfröschen weltweit. Mit seinem riesigen Maul, das fast so breit wie sein Körper ist, ist er ein typischer Lauerjäger. Sein auffälliges Muster aus grünen und braunen Flecken und die hornartigen Fortsätze über den Augen machen ihn unverwechselbar.

Steckbrief: Südamerikanischer Hornfrosch (Ceratophrys ornata)
Wissenschaftlicher NameCeratophrys ornata
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieCeratophryidae
GattungCeratophrys
Größe10–15 cm (Weibchen größer)
Gewicht60–500 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungArgentinien, Uruguay, Südbrasilien
LebensraumGrasland, Pampas, feuchte Savannen, saisonale Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN (regional Near Threatened)

Beschreibung & Aussehen

Der Südamerikanische Hornfrosch ist ein massiger, rundlicher Frosch mit einem auffallend breiten Kopf und einem riesigen Maul. Weibchen erreichen 12–15 cm Körperlänge bei einem Gewicht von bis zu 500 g, Männchen bleiben mit 10–12 cm etwas kleiner. Namensgebend sind die hornartigen Hautfortsätze über den Augen, die bei dieser Art allerdings weniger ausgeprägt sind als bei C. cornuta.

Die Grundfarbe variiert von leuchtend grün über olivgrün bis zu bräunlichen Tönen, durchzogen von unregelmäßigen dunkelbraunen bis schwarzen Flecken und Bändern. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Durch gezielte Zucht existieren heute zahlreiche Farbvarianten wie Albino, Strawberry, Fantasy und Samurai. Die Augen sind groß und nach oben gerichtet, die Pupillen horizontal.

Verbreitung & Lebensraum

Der Südamerikanische Hornfrosch ist in den Grasländern und Pampas Argentiniens, Uruguays und Südbrasiliens heimisch. Er bevorzugt feuchte Savannen, Überschwemmungsebenen und saisonale Feuchtgebiete mit lockerem, grabfähigem Boden.

Während der Trockenzeit gräbt sich der Hornfrosch in den Boden ein und bildet einen schützenden Kokon aus mehreren Schichten abgestorbener Haut. In diesem Zustand kann er monatelang ohne Nahrung und mit minimaler Feuchtigkeit überdauern. Mit Beginn der Regenzeit gräbt er sich aus und wandert zu den Laichgewässern.

Lebensweise & Verhalten

Der Hornfrosch ist ein klassischer Lauerjäger (Sit-and-wait-Predator). Er gräbt sich bis zu den Augen in lockeren Boden oder Laubstreu ein und wartet regungslos auf vorbeikommende Beute. Sobald ein Beutetier in Reichweite kommt, schnappt er blitzschnell zu. Sein enormes Maul ermöglicht es ihm, Beutetiere zu verschlingen, die fast so groß sind wie er selbst.

Hornfrösche sind territorial und zeigen ein aggressives Verteidigungsverhalten. Sie beißen kräftig zu, wenn sie sich bedroht fühlen, und können dabei durchaus schmerzhaft zupacken. In der Natur sind sie überwiegend nachtaktiv, im Terrarium zeigen sie jedoch auch tagsüber Aktivität, besonders zur Fütterungszeit.

Ernährung

In der Natur frisst der Hornfrosch praktisch alles, was in sein Maul passt: Insekten, Schnecken, andere Frösche, kleine Eidechsen, Mäuse und sogar junge Schlangen. Kannibalismus ist bei Kaulquappen und Jungfröschen weit verbreitet.

Im Terrarium fütterst du mit Heimchen, Grillen, Schaben, Regenwürmern und gelegentlich nackten Mäusen (Pinkies). Adulte Tiere solltest du nur 1–2 Mal pro Woche füttern, da Hornfrösche zu Verfettung neigen. Eine regelmäßige Bestäubung des Futters mit Kalzium und Vitaminen ist wichtig. Vermeide es, ausschließlich Mäuse zu verfüttern – eine abwechslungsreiche Ernährung ist entscheidend.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung wird durch die Regenzeit ausgelöst. Männchen rufen mit einem lauten, wiederholten Ruf in der Nähe temporärer Gewässer. Die Paarung erfolgt im Amplexus, wobei das Weibchen 1.000–3.000 Eier in flaches Wasser abgibt.

Die Kaulquappen sind bereits als Larven räuberisch und kannibalistisch – sie fressen andere Kaulquappen und kleine Wassertiere. Die Metamorphose dauert etwa 3–5 Wochen. Die Jungfrösche sind bereits bei der Umwandlung relativ groß (2–3 cm) und sofort in der Lage, Insekten zu fangen. Die Geschlechtsreife wird mit 18–24 Monaten erreicht. Im Terrarium gelingt die Nachzucht durch Simulation einer Trocken- und Regenzeit.

Haltung im Terrarium

Der Hornfrosch ist einer der am einfachsten zu haltenden Terrariumfrösche und ideal für Einsteiger. Ein Terrarium ab 60 × 40 × 30 cm reicht für ein einzelnes Tier aus. Als Substrat eignen sich Kokoshumus, feuchte Erde oder Sphagnum-Moos. Eine Wasserschale, die groß genug zum Baden ist, muss stets zur Verfügung stehen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts kann sie auf 20–22 °C absinken.

Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60–80 %. Hornfrösche sind Einzelgänger und dürfen aufgrund ihres Kannibalismus nicht zusammen gehalten werden. Das Terrarium sollte regelmäßig besprüht werden, und das Substrat muss feucht, aber nicht nass gehalten werden. Die Art ist in vielen Farbvarianten als Nachzucht erhältlich und unterliegt keinen besonderen Artenschutzbestimmungen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Südamerikanische Hornfrosch wird von der IUCN global als „Least Concern" eingestuft, gilt jedoch in Teilen seines Verbreitungsgebiets als „Near Threatened". Hauptbedrohungen sind die Umwandlung von Grasland in Ackerland, der Einsatz von Pestiziden und die Entwässerung von Feuchtgebieten.

Dank seiner großen Beliebtheit in der Terraristik werden Hornfrösche in großen Mengen nachgezüchtet, was den Druck auf Wildpopulationen verringert. In Argentinien gibt es regionale Schutzprogramme für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ceratophrys ornataamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ceratophrys ornataiucnredlist.org
  3. Fabrezi, M. & Quinzio, S. (2008): Morphological evolution in Ceratophryinae frogs. Journal of Zoology, 274, 262–268.
  4. Duellman, W. E. & Trueb, L. (1994): Biology of Amphibians. Johns Hopkins University Press.
  5. de Vosjoli, P. (2012): Care and Breeding of Popular Tree Frogs and Horned Frogs. Advanced Vivarium Systems.

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