Der Südamerikanische Kugelfisch ist einer der wenigen echten Süßwasser-Kugelfische und begeistert Aquarianer mit seiner quirligen Persönlichkeit und seinem neugierigen Wesen. Besonders wichtig für seine Gesundheit ist die regelmäßige Fütterung von Schnecken, deren harte Schalen den ständig nachwachsenden Zahnschnabel abnutzen.
| Wissenschaftlicher Name | Colomesus asellus |
| Ordnung | Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes) |
| Familie | Kugelfische (Tetraodontidae) |
| Gattung | Colomesus |
| Größe | 8–13 cm |
| Gewicht | 15–40 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Amazonasbecken, Südamerika |
| Lebensraum | Flüsse, Bäche, Überschwemmungsgebiete (Süßwasser) |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 6.0–7.5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Südamerikanische Kugelfisch erreicht eine Körperlänge von 8–13 cm und besitzt die typische, rundliche Kugelfischform mit einem großen Kopf und großen, ausdrucksstarken Augen. Die Grundfärbung der Oberseite ist gelblich-grün bis olivfarben mit mehreren dunklen, sattelförmigen Querbändern über dem Rücken und den Flanken.
Die Unterseite ist reinweiß. Wie alle Kugelfische kann er sich bei Gefahr durch Wasseraufnahme kugelförmig aufblasen, um Fressfeinde abzuschrecken. Der Zahnschnabel besteht aus vier verschmolzenen Zahnplatten (daher der Familienname Tetraodontidae), die ständig nachwachsen und durch die Nahrungsaufnahme abgenutzt werden müssen. Die Haut ist schuppenlos und mit kleinen Stacheln besetzt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Südamerikanische Kugelfisch ist im Amazonasbecken und seinen Nebenflüssen weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Brasilien, Kolumbien, Peru und weitere Länder Südamerikas. Er ist ein reiner Süßwasserbewohner – im Gegensatz zu vielen anderen Kugelfischarten benötigt er kein Brackwasser.
In der Natur bewohnt er verschiedene Gewässertypen, von klaren Fließgewässern über Schwarzwasserbäche bis zu den weitläufigen Überschwemmungsgebieten des Amazonas. Er bevorzugt Bereiche mit sandigem bis schlammigem Bodengrund, wo er nach Schnecken und anderen Wirbellosen sucht.
Lebensweise & Verhalten
Der Südamerikanische Kugelfisch ist ein äußerst aktiver, neugieriger und intelligenter Fisch, der seine Umgebung ständig erkundet. Er zeigt ein ausgeprägtes Lernverhalten und erkennt seinen Pfleger oft schon nach kurzer Zeit. Die Tiere beobachten aufmerksam ihre Umgebung und reagieren auf Bewegungen außerhalb des Aquariums.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kugelfischen kann der Südamerikanische Kugelfisch in Gruppen gehalten werden und zeigt nur wenig Aggressivität gegenüber Artgenossen. Allerdings sind die Tiere bekannte Flossenzwickler und können langflossige Beifische belästigen. In einer Gruppe zeigen sie ein faszinierendes Sozialverhalten mit Spielverhalten und gemeinsamer Nahrungssuche.
Ernährung
Die Ernährung des Südamerikanischen Kugelfisches ist der entscheidende Punkt bei seiner Haltung. Der Zahnschnabel wächst ständig nach und muss durch harte Nahrung abgenutzt werden – andernfalls wächst er so weit, dass der Fisch nicht mehr fressen kann. Schnecken (Blasenschnecken, Posthornschnecken, Turmdeckelschnecken) sollten daher regelmäßig und in ausreichender Menge angeboten werden.
Ergänzend frisst der Kugelfisch Frostfutter wie Mückenlarven, Muschelfleisch, Garnelen und Krebsfleisch. Auch Lebendfutter wie Regenwürmer und Insektenlarven wird gerne genommen. Trockenfutter wird in der Regel verschmäht. Viele Halter bauen für die zuverlässige Schneckenversorgung eigene Schneckenzuchten in einem separaten Becken auf.
Fortpflanzung
Die Zucht des Südamerikanischen Kugelfisches im Aquarium ist bisher nur selten gelungen. Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden. In der Natur laichen die Tiere vermutlich saisonal in den Überschwemmungsgebieten, wobei die Eier auf dem Substrat abgelegt werden.
Einzelne Zuchterfolge berichten von Eiern, die auf flachen Steinen oder im Sand abgelegt und vom Männchen teilweise bewacht wurden. Die Larven sind sehr klein und benötigen Infusorien als Erstfutter. Weitere Forschung zur Zucht dieser interessanten Art ist wünschenswert.
Haltung im Aquarium
Für den Südamerikanischen Kugelfisch empfiehlt sich ein Aquarium ab 100 Litern für eine kleine Gruppe von 3–5 Tieren. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, da die Tiere gerne im Substrat nach Nahrung wühlen. Wurzeln, Steine und robuste Pflanzen bieten Struktur und Versteckmöglichkeiten.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Die Tiere erzeugen relativ viel Abfall, da sie hartschalige Nahrung zermalmen und die Schalenreste ausspucken.
Die Vergesellschaftung erfordert Vorsicht: Der Kugelfisch kann an den Flossen anderer Fische zwicken. Schnelle, kurzflossige Beifische wie Barben, Salmler und Panzerwelse sind am besten geeignet. Garnelen und Schnecken werden als Futter betrachtet. Langflossige Arten wie Kampffische, Skalare oder Fadenfische sind ungeeignet.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Südamerikanische Kugelfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Amazonasbecken weit verbreitet und häufig. Die Entnahme für den Aquarienhandel hat keine erkennbaren negativen Auswirkungen auf die Wildpopulationen.
Im Handel sind sowohl Wildfänge als auch gelegentlich Nachzuchten erhältlich. Die Tiere sind relativ robust, erfordern aber eine konsequente Ernährung mit Schnecken – informiere dich daher vor dem Kauf gründlich über die speziellen Ernährungsbedürfnisse.
Quellen
- FishBase: Colomesus asellus – fishbase.se
- Seriously Fish: Colomesus asellus – seriouslyfish.com
- Ebert, K. (2001): The Puffers of Fresh and Brackish Waters. Aqualog Verlag.
- IUCN Red List: Colomesus asellus – iucnredlist.org
- Aqualog: Kugelfische im Süßwasseraquarium – aqualog.de
