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Südlicher Kammmolch (Triturus carnifex)

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Südlicher Kammmolch (Triturus carnifex)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Südliche Kammmolch ist ein großer, kräftiger Molch aus Italien und dem westlichen Balkan. Wie alle Kammmolche entwickelt das Männchen zur Paarungszeit einen imposanten gezackten Rückenkamm. Die Art ist eng mit dem Nördlichen Kammmolch verwandt und wurde erst in jüngerer Zeit als eigenständige Spezies anerkannt.

Der Südliche Kammmolch ist ein großer, kräftiger Molch aus Italien und dem westlichen Balkan. Wie alle Kammmolche entwickelt das Männchen zur Paarungszeit einen imposanten gezackten Rückenkamm. Die Art ist eng mit dem Nördlichen Kammmolch verwandt und wurde erst in jüngerer Zeit als eigenständige Spezies anerkannt.

Steckbrief: Südlicher Kammmolch (Triturus carnifex)
Wissenschaftlicher NameTriturus carnifex
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungTriturus
Größe12–18 cm
Gewicht8–15 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungItalien, Balkanhalbinsel, eingeführt in Großbritannien
LebensraumTeiche, Seen, feuchte Wälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Südliche Kammmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–18 cm und gehört damit zu den größten europäischen Molchen. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz, oft mit einer feinen hellen Punktierung. Die Unterseite ist leuchtend orange bis gelb mit einem individuellen Muster dunkler Flecken, das zur Identifikation einzelner Tiere genutzt werden kann.

Männchen entwickeln während der Wasserphase einen hohen, gezackten Rückenkamm, der vom Hinterkopf bis zur Schwanzspitze reicht und an der Schwanzbasis deutlich eingekerbt ist. Der Schwanz zeigt ein markantes silbrig-weißes Seitenband. Weibchen sind oft etwas größer als Männchen, besitzen aber keinen Kamm. Im Vergleich zum Nördlichen Kammmolch (T. cristatus) ist der Südliche Kammmolch tendenziell etwas größer und robuster gebaut.

Verbreitung & Lebensraum

Der Südliche Kammmolch kommt in Italien (außer Sardinien), der Schweizer Südseite der Alpen, Slowenien, Kroatien und Teilen des westlichen Balkans vor. Eingeführte Populationen existieren in Großbritannien, wo die Art den einheimischen Kammmolch verdrängen kann. Die Art lebt vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.800 Metern.

Als Laichgewässer bevorzugt der Südliche Kammmolch stehende oder langsam fließende Gewässer mit reicher Unterwasservegetation – Teiche, Seen, wassergefüllte Gräben und Überschwemmungsflächen. An Land lebt er in Laubwäldern, Heckenlandschaften und auf Wiesen, wo er sich unter Steinen, Totholz und in Erdlöchern verbirgt.

Lebensweise & Verhalten

Der Südliche Kammmolch führt eine typisch amphibische Lebensweise mit einer aquatischen und einer terrestrischen Phase. Im Frühjahr (Februar–Mai, je nach Region und Höhenlage) wandert er zu seinen Laichgewässern, wo er mehrere Monate verweilt. Die Männchen zeigen dort ihr spektakuläres Balzverhalten mit Kammpräsentation und ritualisiertem Schwanzfächeln.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Molch an Land und ist dämmerungs- bis nachtaktiv. In südlichen Regionen Italiens kann die aquatische Phase kürzer sein und die Art mehr Zeit an Land verbringen. Die Winterruhe dauert von November bis Februar und wird in frostfreien Verstecken verbracht. Wie alle Kammmolche ist er ein bedächtiger Jäger mit einer charakteristischen Schnappbewegung zur Nahrungsaufnahme.

Ernährung

Der Südliche Kammmolch ernährt sich von einer breiten Palette kleiner Wirbelloser. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, kleine Schnecken, Würmer und Insektenlarven. Gelegentlich erbeutet er auch Kaulquappen und Eier anderer Amphibien. An Land stehen Regenwürmer, Nacktschnecken, Spinnen und Insekten auf dem Speiseplan.

Die Beute wird visuell geortet und mit einer schnellen Schnappbewegung ergriffen. Im Wasser nutzt die Art das Saugschnappen zur effektiven Nahrungsaufnahme. In Gefangenschaft nimmst du den Südlichen Kammmolch gut mit Mückenlarven, Regenwürmern, Enchyträen und Tubifex an. Die Fütterung erfolgt 2–3 Mal pro Woche.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich von Februar bis Juni, je nach Region. Das Männchen führt das für Kammmolche typische Balzritual durch: Es richtet den Kamm auf, präsentiert sich seitlich vor dem Weibchen, knickt den Schwanz ab und fächelt Pheromone in Richtung des Weibchens. Nach erfolgreicher Balz setzt es eine Spermatophore auf dem Gewässerboden ab.

Das Weibchen legt 200–400 Eier einzeln an Blätter von Wasserpflanzen, die es schützend um jedes Ei faltet. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und leben vollständig aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 3–4 Monaten. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht. Die Art kann mit anderen Kammmolcharten hybridisieren, wenn ihre Verbreitungsgebiete überlappen.

Haltung im Aquarium

Der Südliche Kammmolch kann in einem geräumigen Aquaterrarium gehalten werden. Ein Becken ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einem Wasserstand von 20–25 cm und einem Landteil eignet sich für ein Paar. Die Wassertemperatur sollte 16–20 °C betragen, im Sommer nicht über 22 °C steigen.

Die Einrichtung sollte reichlich Wasserpflanzen, Steine und Wurzeln als Verstecke enthalten. Der Landteil besteht aus feuchtem Moos und Korkrinde. Gefüttert wird mit Mückenlarven, Regenwürmern und Enchyträen. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft. Die Art steht unter europäischem Naturschutz (FFH-Richtlinie, Anhang II und IV) und darf nur als Nachzucht gehalten werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Südliche Kammmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Lokal gehen die Bestände jedoch durch den Verlust von Laichgewässern, intensive Landwirtschaft und Gewässerverschmutzung zurück. Auch der Salamanderfresserpilz Bsal stellt eine zunehmende Bedrohung dar.

Die Art ist durch die europäische FFH-Richtlinie (Anhang II und IV) streng geschützt. In Italien und den anderen Herkunftsländern gibt es nationale Schutzprogramme. Problematisch ist die Einführung der Art in Großbritannien, wo sie den einheimischen Kammmolch (T. cristatus) durch Konkurrenz und Hybridisierung bedrohen kann.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Triturus carnifexamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Triturus carnifexiucnredlist.org
  3. Wielstra, B. et al. (2013): Tracing glacial refugia of Triturus newts. Frontiers in Zoology, 10, 13.
  4. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.

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