| Wissenschaftlicher Name | Pelobates cultripes |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Schaufelfußkröten (Pelobatidae) |
| Gattung | Pelobates |
| Größe | 5–10 cm |
| Gewicht | 10–35 g |
| Lebenserwartung | 6–10 Jahre |
| Verbreitung | Iberische Halbinsel, Südfrankreich |
| Lebensraum | Sandige Böden, Dünen, Heideland, Küstengebiete |
| Schutzstatus | Potenziell gefährdet (NT) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Die Westliche Knoblauchkröte ist mit 5–10 cm die größte Art der Gattung Pelobates. Die Haut ist relativ glatt, und die Grundfarbe variiert von gelbgrün über grau bis hellbraun mit dunkleren Flecken. Die Unterseite ist weißlich. Der Körper ist gedrungen und rundlich mit einem großen, flachen Kopf.
Wie bei allen Knoblauchkröten sind die vertikalen, katzenartigen Pupillen auffällig. Die Fersenschwiele an den Hinterfüßen ist besonders groß und scharfkantig – der Artname „cultripes" bedeutet „messerförmig" und bezieht sich auf diese Grabschwiele. Bei Bedrohung kann die Art einen knoblauchartigen Geruch absondern und laut quietschen.
Verbreitung & Lebensraum
Die Westliche Knoblauchkröte kommt auf der Iberischen Halbinsel (Spanien und Portugal) sowie im südlichen Frankreich vor. Sie besiedelt bevorzugt Gebiete mit sandigen oder lockeren Böden: Dünen, Küstenebenen, Heideland und sandige Agrarflächen.
Als Laichgewässer nutzt sie stehende Gewässer verschiedener Größe – von temporären Pfützen bis hin zu Teichen und langsam fließenden Bachbereichen. Die Art ist an das trockene, mediterrane Klima angepasst.
Lebensweise & Verhalten
Die Westliche Knoblauchkröte führt wie ihre mitteleuropäische Verwandte eine überwiegend unterirdische Lebensweise. Tagsüber und während der trockenen Sommermonate vergräbt sie sich tief im Boden. Die Aktivitätsperiode konzentriert sich auf die feuchteren Monate (Oktober–Mai).
Die Art ist nachtaktiv und kommt nur bei feuchter Witterung an die Oberfläche. Bei Bedrohung kann sie sich aufblasen, laut quietschende Laute ausstoßen und ein stinkendes Sekret absondern.
Ernährung
Die Nahrung besteht aus Käfern, Ameisen, Spinnen, Regenwürmern und anderen bodenlebenden Wirbellosen. Die Kaulquappen werden sehr groß (bis 12 cm) und ernähren sich von Algen und Wasserpflanzen.
Fortpflanzung
Die Laichzeit liegt im Herbst und Winter (Oktober–März), was sie von der Mitteleuropäischen Knoblauchkröte unterscheidet. Die Männchen rufen unter Wasser mit leisen, hühnerähnlichen Tönen. Die Eier werden in dicken Schnüren um Wasserpflanzen gewickelt.
Die Kaulquappen werden außergewöhnlich groß – bis zu 12 cm Gesamtlänge. Die Larvenentwicklung dauert 3–6 Monate. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Westliche Knoblauchkröte wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Die Bestände gehen in vielen Teilen des Verbreitungsgebiets zurück. Hauptbedrohungen sind die Zerstörung sandiger Lebensräume durch Tourismus und Küstenbebauung, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Intensivierung der Landwirtschaft.
Die Art ist in der EU-Habitatrichtlinie (Anhang IV) geschützt. Der Erhalt sandiger Küstenlebensräume und die Neuanlage von Laichgewässern sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Pelobates cultripes – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Pelobates cultripes – www.iucnredlist.org
- Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
