Der Südliche Pfeilgiftfrosch ist ein kleiner, farbenprächtiger Vertreter der Dendrobatidae aus dem peruanischen Amazonasgebiet. Er zeichnet sich durch seine leuchtend orange bis gelben Streifen auf dunklem Grund aus. Wie viele Pfeilgiftfrösche betreibt er aktive Brutpflege und transportiert seine Kaulquappen auf dem Rücken zu Gewässern.
| Wissenschaftlicher Name | Ameerega bassleri |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae) |
| Gattung | Ameerega |
| Größe | 3–4 cm |
| Gewicht | 3–6 g |
| Lebenserwartung | 8–12 Jahre |
| Verbreitung | Peru (Amazonasbecken, San Martín, Loreto) |
| Lebensraum | Tropischer Regenwald, Tiefland und submontane Wälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Südliche Pfeilgiftfrosch erreicht eine Körperlänge von 3–4 cm. Die Grundfarbe ist schwarz bis dunkelbraun, durchzogen von leuchtend orangefarbenen bis gelben Längsstreifen, die vom Kopf über den Rücken und die Flanken verlaufen. Die Intensität und Anordnung der Streifen kann je nach Population variieren.
Die Unterseite ist meist dunkel mit hellen Flecken oder Marmorierung. Die Hinterbeine zeigen häufig blaue bis grünliche Flecken. Die Augen sind dunkel und relativ groß. Männchen und Weibchen sind äußerlich schwer zu unterscheiden, wobei Weibchen tendenziell etwas kräftiger gebaut sind.
Verbreitung & Lebensraum
Der Südliche Pfeilgiftfrosch ist im östlichen Peru beheimatet, insbesondere in den Regionen San Martín und Loreto im Amazonasbecken. Er bewohnt tropische Tiefland- und submontane Regenwälder in Höhenlagen von 200–1.000 m über dem Meeresspiegel.
Er lebt bevorzugt am Waldboden in der Laubstreu, in der Nähe kleiner Bäche und temporärer Wasseransammlungen. Die Art benötigt feuchte, schattige Bereiche mit dichter Vegetation und einem geschlossenen Kronendach. Offene oder degradierte Waldflächen werden gemieden.
Lebensweise & Verhalten
Der Südliche Pfeilgiftfrosch ist tagaktiv und verbringt die meiste Zeit am Waldboden, wo er in der Laubstreu nach Nahrung sucht. Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere mit lauten, insektenartigen Rufen gegen Artgenossen.
Wie alle Pfeilgiftfrösche besitzt er Hautgifte (Alkaloide), die er über seine Nahrung aus Ameisen und Milben aufnimmt. In Gefangenschaft verlieren die Tiere ihre Giftigkeit, da sie nicht an die natürlichen Giftquellen gelangen. Die Art zeigt ein ausgeprägtes Brutpflegeverhalten: Männchen bewachen das Gelege und transportieren die geschlüpften Kaulquappen auf ihrem Rücken zu geeigneten Gewässern.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Südliche Pfeilgiftfrosch hauptsächlich von kleinen Ameisen, Milben, Springschwänzen und anderen winzigen Arthropoden, die er in der Laubstreu findet. Diese Beutetiere sind die Quelle der Hautalkaloide, die dem Frosch seinen chemischen Schutz verleihen.
Im Terrarium fütterst du mit Fruchtfliegen (Drosophila), Springschwänzen, kleinen Heimchen und tropischen Asseln. Das Futter sollte regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere täglich kleine Mengen, da der Frosch aufgrund seines hohen Stoffwechsels regelmäßige Nahrungsaufnahme benötigt.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung beginnt mit dem Reviergesang des Männchens. Das Weibchen wird durch die Rufe angelockt und folgt dem Männchen zu einer geeigneten Eiablagestelle – meist ein geschützter Platz in der Laubstreu oder unter Blättern. Das Gelege umfasst 15–30 Eier, die vom Männchen bewacht werden.
Nach dem Schlüpfen klettern die Kaulquappen auf den Rücken des Männchens, das sie zu kleinen Gewässern wie Pfützen, Blattachseln oder Baumhöhlen transportiert. Dort entwickeln sie sich über mehrere Wochen zu kleinen Fröschen. Die Geschlechtsreife wird mit etwa 12–18 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Südliche Pfeilgiftfrosch eignet sich gut für die Haltung im Regenwaldterrarium. Ein Terrarium ab 60 × 40 × 50 cm ist für ein Paar oder eine kleine Gruppe geeignet. Die Einrichtung sollte eine dichte Bepflanzung, Laubstreu, Verstecke aus Korkrinde und ein kleines Wasserbecken umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts leicht absinken.
Die Luftfeuchtigkeit muss hoch gehalten werden (70–90 %), am besten durch regelmäßiges Sprühen und eine Beregnungsanlage. Eine UV-Beleuchtung ist empfehlenswert. Die Art ist in der Terraristik weniger verbreitet als andere Dendrobatiden, aber gelegentlich als Nachzucht erhältlich. Mehrere Tiere können zusammen gehalten werden, solange das Terrarium ausreichend groß ist.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Südliche Pfeilgiftfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Sein Verbreitungsgebiet in Peru ist jedoch durch Abholzung und Landwirtschaft zunehmend bedroht. Wie alle Dendrobatidae ist die Art im Anhang II von CITES gelistet, was den internationalen Handel reguliert.
Der Schutz des peruanischen Regenwaldes ist entscheidend für den langfristigen Erhalt dieser und vieler anderer Pfeilgiftfroscharten. Nachzuchten aus verantwortungsvoller Terraristik tragen dazu bei, den Druck auf Wildpopulationen zu verringern.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ameerega bassleri – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ameerega bassleri – iucnredlist.org
- Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
- Brown, J. L. et al. (2011): A taxonomic revision of the Neotropical poison frog genus Ranitomeya. Zootaxa, 3083, 1–120.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – amphibiansoftheworld.amnh.org
