Frösche

Südlicher Wasserfrosch (Pelophylax bergeri)

4 Min. Lesezeit
Südlicher Wasserfrosch (Pelophylax bergeri)

Bildquelle: F.Demonsant / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Südliche Wasserfrosch ist ein mittelgroßer, aquatisch lebender Frosch, der in Italien und auf Korsika heimisch ist. Er ähnelt dem Kleinen Wasserfrosch und ist eng mit den europäischen Wasserfröschen verwandt. Wie andere Pelophylax-Arten bildet er Hybridkomplexe, die die Taxonomie dieser Gruppe besonders komplex machen.

Der Südliche Wasserfrosch ist ein mittelgroßer, aquatisch lebender Frosch, der in Italien und auf Korsika heimisch ist. Er ähnelt dem Kleinen Wasserfrosch und ist eng mit den europäischen Wasserfröschen verwandt. Wie andere Pelophylax-Arten bildet er Hybridkomplexe, die die Taxonomie dieser Gruppe besonders komplex machen.

Steckbrief: Südlicher Wasserfrosch (Pelophylax bergeri)
Wissenschaftlicher NamePelophylax bergeri
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieEchte Frösche (Ranidae)
GattungPelophylax
Größe5–8 cm
Gewicht15–30 g
Lebenserwartung6–10 Jahre
VerbreitungItalien, Südfrankreich (Korsika)
LebensraumTeiche, Seen, Gräben, langsam fließende Gewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Südliche Wasserfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und ähnelt in seinem Erscheinungsbild dem Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae). Die Oberseite ist grün bis bräunlich-grün gefärbt, oft mit dunkleren Flecken und einer hellen Rückenmittellinie. Die Unterseite ist weißlich und meist ungefleckt oder nur schwach gefleckt.

Die Hinterbeine sind lang und kräftig, mit ausgeprägten Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Die Schnauze ist relativ spitz, die Augen groß mit horizontal-ovalen Pupillen. Männchen besitzen paarige seitliche Schallblasen, die beim Rufen als weiße bis graue Blasen sichtbar werden. Der innere Fersenhöcker ist klein und flach, was ihn vom Kleinen Wasserfrosch unterscheidet.

Verbreitung & Lebensraum

Der Südliche Wasserfrosch ist auf der Italienischen Halbinsel und Korsika verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Italiens, von der Poebene bis nach Sizilien. Auf Korsika und Sardinien kommen ebenfalls Populationen vor.

Als aquatische Art lebt er bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern wie Teichen, Seen, Gräben, Bewässerungskanälen und Reisfeldern. Er ist stark an Wasser gebunden und entfernt sich selten weit von Gewässern. Sonnige, vegetationsreiche Uferabschnitte werden bevorzugt.

Lebensweise & Verhalten

Der Südliche Wasserfrosch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv. Er verbringt viel Zeit sonnenbadend am Gewässerufer oder auf Seerosenblättern und flüchtet bei Störung mit einem Sprung ins Wasser. Die Art ist gesellig und bildet oft große Ansammlungen an geeigneten Gewässern.

Wie andere europäische Wasserfrösche ist P. bergeri in die komplexe Hybridogenese der Pelophylax-Gruppe eingebunden. Er hybridisiert mit dem Seefrosch (P. ridibundus) und bildet dabei den Teichfrosch (P. esculentus) als Hybridform. In den südlichen Teilen seines Verbreitungsgebiets hält er keine ausgeprägte Winterruhe, in nördlicheren Regionen überwintert er im Gewässergrund oder in Uferverstecken.

Ernährung

Der Südliche Wasserfrosch ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere, die er sowohl im Wasser als auch an Land fängt. Zu seiner Hauptnahrung gehören Insekten (Fliegen, Libellen, Käfer), Spinnen, Schnecken und Würmer. Größere Exemplare fressen gelegentlich auch kleine Fische, Kaulquappen und Jungfrösche.

Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag oder durch direktes Zupacken erbeutet. Kaulquappen ernähren sich von Algen, Detritus und Biofilmen.

Fortpflanzung

Die Laichzeit erstreckt sich von April bis Juni. Die Männchen rufen mit einem lauten, rhythmischen Quaken und bilden dabei ihre seitlichen Schallblasen aus. Die Rufe sind besonders an warmen Abenden weithin hörbar und werden in chorartigen Konzerten vorgetragen.

Das Weibchen legt mehrere hundert bis über 1.000 Eier in kleinen Laichballen an Wasserpflanzen ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 2–3 Monate zu Jungfröschen. In warmen Regionen kann die Metamorphose schneller verlaufen. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Südliche Wasserfrosch kann in einem geräumigen Aquaterrarium gehalten werden. Ein Becken ab 100 × 50 × 50 cm mit einem großen Wasserteil und einem erhöhten Landteil ist empfehlenswert. Die Wassertemperatur sollte 18–24 °C betragen, mit einer guten Filterung und regelmäßigen Wasserwechseln.

Schwimmpflanzen, Ufervegetation und flache Ausstiegsstellen sind wichtig. Als europäische Art unterliegt der Südliche Wasserfrosch strengen Artenschutzbestimmungen – eine Entnahme aus der Natur ist verboten. Die Haltung ist nur mit legal erworbenen Nachzuchten erlaubt und erfordert gegebenenfalls eine Genehmigung.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Südliche Wasserfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Lokal können die Bestände durch Lebensraumverlust, Gewässerverschmutzung und die Einführung gebietsfremder Froscharten (insbesondere P. ridibundus) bedroht sein. Die Hybridisierung mit eingeführten Wasserfröschen kann die genetische Integrität der lokalen Populationen gefährden.

In Italien und Frankreich steht die Art unter Naturschutz. Die Erhaltung naturnaher Gewässer und die Vermeidung von Einschleppungen gebietsfremder Wasserfrösche sind für den Schutz entscheidend.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Pelophylax bergeriamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Pelophylax bergeriiucnredlist.org
  3. Plötner, J. (2005): Die westpaläarktischen Wasserfrösche. Laurenti Verlag.
  4. Lanza, B. et al. (2007): Fauna d'Italia – Amphibia. Calderini Verlag.
  5. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken