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Sumatra-Schlangenkopffisch (Channa lucius)

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Sumatra-Schlangenkopffisch (Channa lucius)

Bildquelle: Watcharin Tadsana / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Sumatra-Schlangenkopffisch ist ein faszinierender Raubfisch aus Südostasien, der dank seines zusätzlichen Atemorgans atmosphärische Luft atmen kann. Mit seinem schlangenähnlichen Kopf und seinem räuberischen Wesen ist er ein spannender, aber anspruchsvoller Aquarienbewohner für erfahrene Halter.

Der Sumatra-Schlangenkopffisch ist ein faszinierender Raubfisch aus Südostasien, der dank seines zusätzlichen Atemorgans atmosphärische Luft atmen kann. Mit seinem schlangenähnlichen Kopf und seinem räuberischen Wesen ist er ein spannender, aber anspruchsvoller Aquarienbewohner für erfahrene Halter.

Steckbrief: Sumatra-Schlangenkopffisch (Channa lucius)
Wissenschaftlicher NameChanna lucius
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieSchlangenkopffische (Channidae)
GattungChanna
Größe20–40 cm
Gewicht100–500 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Sumatra, Borneo, Malaysia, Thailand)
LebensraumStehende und langsam fließende Gewässer, Sumpfgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert5.5–7.0
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Sumatra-Schlangenkopffisch erreicht eine Körperlänge von 20–40 cm und besitzt einen langgestreckten, zylindrischen Körper mit einem auffallend großen, abgeflachten Kopf – die typische „Schlangenkopfform", die der Familie ihren Namen gibt. Die Grundfärbung variiert von graubraun bis olivgrün mit dunklen, unregelmäßigen Flecken und Streifen.

Ein markanter Augenfleck am Schwanzflossenansatz und ein dunkler Streifen durch das Auge sind typische Erkennungsmerkmale. Die Rücken- und Afterflosse erstrecken sich über einen Großteil der Körperlänge. Das große, oberständige Maul ist mit kräftigen Zähnen besetzt. Jungtiere zeigen oft eine intensivere Zeichnung mit kontrasfreichen Streifen und Flecken.

Verbreitung & Lebensraum

Der Sumatra-Schlangenkopffisch ist in Südostasien weit verbreitet und kommt auf Sumatra, Borneo, der Malaiischen Halbinsel und in Thailand vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene Inseln und Festlandbereiche der Region.

In der Natur bewohnt er stehende und langsam fließende Gewässer, bevorzugt Sumpfgebiete, überflutete Wälder, Torfmoorsümpfe und dicht bewachsene Uferbereiche. Das Wasser ist dort oft sauer und humusreich, mit niedrigem Sauerstoffgehalt – kein Problem für den Schlangenkopffisch, da er Luft an der Wasseroberfläche atmen kann.

Lebensweise & Verhalten

Der Sumatra-Schlangenkopffisch ist ein Lauerjäger, der sich bevorzugt zwischen Pflanzen und Wurzeln versteckt und auf Beute lauert. Er ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber auch tagsüber gelegentlich auf Jagd gehen. Regelmäßig steigt er zur Wasseroberfläche auf, um Luft zu schnappen – dank seines suprabranchialen Organs ist er ein obligatorischer Luftatmer.

Die Art ist territorial und kann gegenüber Artgenossen aggressiv sein, besonders in zu kleinen Becken. Gegenüber dem Pfleger können Schlangenkopffische erstaunlich zutraulich werden und lernen, Futter aus der Hand zu nehmen. Beachte, dass diese Fische kräftig beißen können und aus dem Wasser springen – eine schwere, gut schließende Abdeckung ist zwingend erforderlich.

Ernährung

In der Natur ist der Sumatra-Schlangenkopffisch ein konsequenter Raubfisch, der sich von Fischen, Fröschen, Krebstieren und Insekten ernährt. Im Aquarium nimmt er Frostfutter wie Stintstreifen, Garnelen, Muschelfleisch und Regenwürmer gerne an. Viele Exemplare lassen sich auch an hochwertiges Granulatfutter gewöhnen.

Vermeide die Fütterung mit lebenden Fischen aus dem Handel, da diese Krankheitserreger übertragen können. Selbst gezüchtete Lebendfische oder Regenwürmer aus dem Garten sind unbedenklichere Alternativen. Füttere lieber seltener, aber größere Portionen – erwachsene Tiere können 2–3 Mal pro Woche gefüttert werden.

Fortpflanzung

Die Zucht des Sumatra-Schlangenkopffisches im Aquarium ist möglich. Die Tiere bilden feste Paare, die sich über einen längeren Zeitraum aneinander gewöhnen. Die Elterntiere bauen ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, in dem die Eier abgelegt werden.

Beide Elternteile betreiben intensive Brutpflege und bewachen das Nest sowie die geschlüpften Larven aggressiv. Die Jungfische schwimmen nach wenigen Tagen frei und werden von den Eltern noch einige Wochen geführt. Die Aufzucht gelingt mit Artemia-Nauplien und feinem Lebendfutter. Während der Brutpflege sollten die Elterntiere nicht gestört werden, da sie das Gelege sonst auffressen können.

Haltung im Aquarium

Der Sumatra-Schlangenkopffisch benötigt ein Aquarium ab 300 Litern mit einer gut schließenden, schweren Abdeckung. Der Bodengrund kann aus feinem Sand bestehen. Dichte Bepflanzung, Wurzeln und Höhlen bieten Versteckmöglichkeiten. Zwischen der Wasseroberfläche und der Abdeckung muss ein Luftspalt für die Atmung vorhanden sein.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0. Weiches, leicht saures Wasser ist ideal. Die Filterung sollte effektiv, aber strömungsarm sein, da die Art ruhige Gewässer bevorzugt. Torffilterung und Seemandelbaumblätter sorgen für naturnahes Schwarzwasser.

Die Vergesellschaftung ist stark eingeschränkt, da alle Fische, die ins Maul passen, gefressen werden. Nur große, robuste Beifische wie Harnischwelse oder große Barben kommen infrage. Eine Einzelhaltung oder Paarhaltung ist meist die beste Option.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Sumatra-Schlangenkopffisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Südostasien weit verbreitet und lokal häufig. Sie wird sowohl als Speisefisch als auch für den Aquarienhandel gefangen.

Lokal können Bestände durch Habitatverlust – insbesondere die Trockenlegung von Sumpfgebieten und die Abholzung von Torfmoorwäldern – unter Druck geraten. Im Aquarienhandel sind überwiegend Wildfänge erhältlich, Nachzuchten werden gelegentlich von spezialisierten Züchtern angeboten.

Quellen

  1. FishBase: Channa luciusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Channa luciusseriouslyfish.com
  3. Courtenay, W.R. & Williams, J.D. (2004): Snakeheads – A Biological Synopsis and Risk Assessment. USGS Circular 1251.
  4. IUCN Red List: Channa luciusiucnredlist.org

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