Die Sumatrabarbe, auch Tigerbarbe genannt, ist ein lebhafter und farbenfroher Schwarmfisch mit vier markanten schwarzen Querstreifen. Sie ist einer der beliebtesten Aquarienfische, hat aber einen Ruf als Flossenzwickler – eine Eigenschaft, die sich durch die Haltung in großen Gruppen von mindestens 8 Tieren deutlich reduzieren lässt.
| Wissenschaftlicher Name | Puntigrus tetrazona |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Gattung | Puntigrus |
| Größe | 5–7 cm |
| Gewicht | 3–8 g |
| Lebenserwartung | 5–7 Jahre |
| Verbreitung | Borneo, Sumatra (Indonesien) |
| Lebensraum | Waldbäche, Fließgewässer im tropischen Regenwald |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6.0–7.5 |
| Wasserhärte | 2–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Sumatrabarbe erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Das markanteste Merkmal sind vier breite, schwarze Querstreifen auf goldgelbem bis orangefarbenem Grund: über dem Auge, hinter dem Kiemendeckel, vor der Rückenflosse und an der Schwanzwurzel. Diese Streifenzeichnung hat ihr den englischen Namen „Tiger Barb" eingebracht.
Die Schnauze und die Spitzen der Flossen sind leuchtend rot bis orange gefärbt. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die größeren, rundlicheren Weibchen. Im Laufe der Zucht sind zahlreiche Farbvarianten entstanden, darunter die Moosgrüne Sumatrabarbe (GloFish-Variante), die Albinoform und die tiefschwarze Mutantenform. Auch Schleierflossen-Varianten sind erhältlich.
Verbreitung & Lebensraum
Die Sumatrabarbe stammt ursprünglich von den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra. Durch Aussetzungen ist sie heute auch in anderen tropischen Regionen etabliert, unter anderem in Singapur, Australien und Teilen Südamerikas. Die im Handel erhältlichen Tiere sind fast ausschließlich Nachzuchten.
In ihrem natürlichen Lebensraum bewohnt die Sumatrabarbe klare, mäßig fließende Waldbäche und kleine Flüsse im tropischen Regenwald. Das Wasser ist dort weich und leicht sauer, mit sandigem bis kiesigem Bodengrund und dichter Ufervegetation. Die Tiere leben in Schwärmen in den ruhigeren Randbereichen der Gewässer.
Lebensweise & Verhalten
Die Sumatrabarbe ist ein ausgesprochen aktiver, lebhafter Schwarmfisch mit einem komplexen Sozialverhalten. Innerhalb des Schwarms wird ständig um die Rangordnung gerungen – die Tiere jagen sich, drohen einander und zeigen Imponierverhalten. Dieses natürliche Verhalten ist wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.
Der berüchtigte Ruf als „Flossenzwickler" hat einen einfachen Hintergrund: In zu kleinen Gruppen (unter 6 Tieren) richten die Barben ihr natürliches Sozialverhalten auf die Beifische um und zupfen an deren Flossen. In großen Gruppen von mindestens 8, besser 10–12 Tieren beschäftigen sie sich hauptsächlich untereinander und lassen Beifische weitgehend in Ruhe. Vermeide dennoch langflossige Beifische wie Kampffische oder Skalare.
Ernährung
Die Sumatrabarbe ist ein unkomplizierter Allesfresser, der in der Natur Insektenlarven, kleine Krebstiere, Algen und pflanzliches Material frisst. Im Aquarium nimmt sie problemlos handelsübliches Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter an.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigen Gaben von Artemia, Daphnien, Mückenlarven und pflanzlichem Futter fördert die Farbentwicklung und das Wohlbefinden. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen. Die Tiere fressen gierig und schnell – achte darauf, dass auch langsamere Beifische genügend Futter abbekommen.
Fortpflanzung
Die Zucht der Sumatrabarbe ist einfach und gelingt auch Anfängern. Die Tiere sind Freilaicher und verstreuen ihre klebrigen Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder über einem Laichrost. Ein separates Zuchtbecken ist empfehlenswert, da die Elterntiere begeisterte Laichräuber sind.
Bei guter Konditionierung mit Lebendfutter und leicht erhöhter Temperatur (26–28 °C) laichen die Tiere oft am frühen Morgen. Ein Weibchen gibt pro Laichvorgang 200–500 Eier ab. Die Larven schlüpfen nach 1–2 Tagen und schwimmen nach weiteren 3–5 Tagen frei. Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien sind das ideale Erstfutter. Die Jungfische wachsen schnell und zeigen bereits nach wenigen Wochen die typische Streifenzeichnung.
Haltung im Aquarium
Die Sumatrabarbe benötigt ein Aquarium ab 100 Litern für eine Gruppe von 8–12 Tieren. Ein größerer Schwarm verteilt die innerartliche Aggression und reduziert das Risiko des Flossenzwickens bei Beifischen erheblich. Die Einrichtung sollte eine dichte Randbepflanzung mit viel freiem Schwimmraum in der Mitte bieten.
Die Wassertemperatur liegt idealerweise bei 22–28 °C, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Die Tiere sind robust und tolerieren eine breite Palette von Wasserbedingungen, was sie zu einem guten Einsteigerfisch macht. Eine moderate Strömung wird geschätzt.
Geeignete Beifische sind andere aktive, kurzflossige Arten wie Barben, kleine Salmler, Panzerwelse und Schmerlen. Langflossige oder sehr ruhige Arten solltest du meiden, da sie von den temperamentvollen Barben belästigt werden können.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Sumatrabarbe wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen auf Borneo und Sumatra sind stabil. Da die Art seit Jahrzehnten in großen Mengen kommerziell nachgezüchtet wird, stammen praktisch alle im Handel erhältlichen Tiere aus Zuchten.
Die intensive Zucht hat zu einer Vielzahl von Farbformen geführt, die genetisch von der Wildform abweichen. Für den Erhalt der genetischen Vielfalt wäre es wünschenswert, wenn mehr Halter auch die naturfarbene Wildform pflegen und nachzüchten würden.
Quellen
- FishBase: Puntigrus tetrazona – fishbase.se
- Seriously Fish: Puntigrus tetrazona – seriouslyfish.com
- Kottelat, M. (2013): The Fishes of the Inland Waters of Southeast Asia. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 27.
- IUCN Red List: Puntigrus tetrazona – iucnredlist.org
- Baensch, H.A. & Riehl, R. (1985): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
