Kröten

Syrische Knoblauchkröte (Pelobates syriacus)

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Syrischer Knoblauchkröte (Pelobates syriacus)

Bildquelle: Anna Seropiani / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Syrische Knoblauchkröte ist die östliche Vertreterin der Knoblauchkröten und kommt von Südosteuropa über Kleinasien bis in den Nahen Osten vor. Wie alle Knoblauchkröten lebt sie überwiegend unterirdisch und ist an trockene, warme Lebensräume angepasst.

📚 Steckbrief – Syrische Knoblauchkröte (Pelobates syriacus)
Wissenschaftlicher NamePelobates syriacus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieSchaufelfußkröten (Pelobatidae)
GattungPelobates
Größe5–9 cm
Gewicht8–30 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdosteuropa, Kleinasien, Naher Osten
LebensraumSandige und lehmige Böden, Steppen, Agrarland
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Syrische Knoblauchkröte wird 5–9 cm groß und ist die bunteste der drei europäischen Pelobates-Arten. Die Oberseite ist hellgrau bis gelblich mit großen, dunkelgrünen Flecken. Die Unterseite ist weißlich. Der Kopf ist groß und breit mit hervorstehenden Augen und vertikalen Pupillen.

Die Fersenschwiele ist groß und hell gefärbt (gelblich bis weiß), was ein Unterscheidungsmerkmal zur Mitteleuropäischen Knoblauchkröte (dunkle Schwiele) ist. Die Haut ist relativ glatt mit kleinen Warzen. Bei Bedrohung sondert sie ebenfalls einen knoblauchartigen Geruch ab.

Verbreitung & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Syrischen Knoblauchkröte erstreckt sich von Südosteuropa (Griechenland, Bulgarien, Rumänien) über die Türkei und den Kaukasus bis in den Nahen Osten (Syrien, Israel, Iran). In Europa liegt der Verbreitungsschwerpunkt auf dem Balkan.

Die Art bewohnt offene, warme Landschaften mit lockeren Böden: Steppen, Halbwüsten, sandige Agrarflächen und Flusstäler. Sie ist an trockenere und wärmere Bedingungen angepasst als die Mitteleuropäische Knoblauchkröte.

Lebensweise & Verhalten

Die Syrische Knoblauchkröte ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag und die trockene Jahreszeit eingegraben im Boden. Die Aktivitätsperiode ist auf die feuchteren Monate beschränkt (Februar–Mai in südlichen Gebieten).

Die Art kann sich bei anhaltender Trockenheit in große Tiefen (über 1 m) eingraben und dort monatelang ohne Nahrung und Wasser überdauern. Wie bei allen Knoblauchkröten dient die Fersenschwiele als effizientes Grabwerkzeug.

Ernährung

Die Syrische Knoblauchkröte frisst Käfer, Ameisen, Spinnen, Regenwürmer und andere bodenbewohnende Wirbellose. Die Nahrungssuche findet nachts an der Oberfläche statt. Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material und können sehr groß werden.

Fortpflanzung

Die Laichzeit liegt im Frühjahr (Februar–April). Die Männchen rufen unter Wasser mit leisen, kluckernden Tönen. Die Eier werden in dicken Schnüren in stehenden Gewässern abgelegt.

Die Kaulquappen entwickeln sich in 2–5 Monaten und können eine beachtliche Größe erreichen. In Gebieten mit temporären Gewässern ist die Entwicklung schneller als in permanenten Gewässern. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Art wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. In Europa ist sie jedoch in mehreren Ländern gefährdet. In Griechenland und Bulgarien gehen die Bestände durch Habitatverlust, Grundwasserabsenkung und intensive Landwirtschaft zurück.

Die Syrische Knoblauchkröte ist in der EU-Habitatrichtlinie (Anhang IV) geschützt. Der Erhalt sandiger Lebensräume und geeigneter Laichgewässer ist für ihren Schutz entscheidend.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Pelobates syriacus – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Pelobates syriacus – www.iucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org

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