Der Tafelberg-Laubfrosch ist ein mittelgroßer, bachbrütender Laubfrosch aus den Bergwäldern Mittel- und Nordwest-Südamerikas. Er zeichnet sich durch seine grünlich-braune Färbung und seine enge Bindung an Fließgewässer aus. Die Kaulquappen entwickeln sich in schnell fließenden Bergbächen und sind mit speziellen Saugmündern an das Leben in der Strömung angepasst.
| Wissenschaftlicher Name | Hyloscirtus palmeri |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Laubfrösche (Hylidae) |
| Gattung | Hyloscirtus |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Zentralamerika (Costa Rica, Panama) bis Nordwest-Südamerika (Kolumbien, Ecuador) |
| Lebensraum | Montane Bergregenwälder, bachnahe Vegetation |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Tafelberg-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm, wobei Weibchen etwas größer werden als Männchen. Die Oberseite ist grün bis bräunlich-grün gefärbt, oft mit dunkleren Flecken oder Marmorierung. Die Flanken können gelbliche bis orangefarbene Tönungen zeigen. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.
Die Haftscheiben an den Fingern und Zehen sind gut entwickelt und ermöglichen ein sicheres Klettern auf nassen, glatten Oberflächen in der Nähe von Wasserfällen und Bächen. Die Hinterbeine sind lang und kräftig, mit ausgeprägten Schwimmhäuten. Die Augen sind groß und seitlich positioniert.
Verbreitung & Lebensraum
Der Tafelberg-Laubfrosch ist von Costa Rica und Panama über Kolumbien bis nach Ecuador verbreitet. Er bewohnt feuchte montane Bergregenwälder in Höhenlagen von 500–2.000 m über dem Meeresspiegel, bevorzugt in der Nähe von klaren, schnell fließenden Bergbächen.
Die Art ist eng an Fließgewässer gebunden, da sich die Kaulquappen in Bächen entwickeln. Die Erwachsenen halten sich in der ufernahen Vegetation auf, oft auf Felsen, Ästen und Blättern direkt über oder neben dem Wasser. Ungestörte, schattige Bachläufe mit steinigem Untergrund sind der ideale Lebensraum.
Lebensweise & Verhalten
Der Tafelberg-Laubfrosch ist nachtaktiv und hält sich tagsüber in Verstecken in der ufernahen Vegetation verborgen. Nachts sitzt er auf Steinen oder Ästen am Bach und ruft, um Weibchen anzulocken. Die Rufe sind relativ leise und bestehen aus kurzen, klickenden Lauten.
Die Art ist ein geschickter Kletterer und kann dank ihrer Haftscheiben auch auf nassen Felsen und Blättern sicher sitzen. Bei Gefahr springt sie ins Wasser und lässt sich von der Strömung wegtragen. In den kühlen Bergwäldern ist die Art relativ kältetolerant und auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv.
Ernährung
Der Tafelberg-Laubfrosch ernährt sich von verschiedenen Insekten und Wirbellosen, die er in der ufernahen Vegetation erbeutet. Zur Hauptnahrung gehören Motten, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag oder durch direktes Zupacken gefangen.
Die Kaulquappen besitzen spezielle Mundscheiben, mit denen sie sich an Steinen in der Strömung festhalten und Algen und Biofilme abraspeln. Diese Anpassung ermöglicht es ihnen, in schnell fließenden Gewässern zu überleben, wo andere Kaulquappen weggespült würden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Die Männchen rufen von Felsen und Ästen über dem Bach. Die Paarung erfolgt am Gewässerrand, und die Eier werden in kleinen Gelegen an Steine oder Vegetation am Bach befestigt.
Die Kaulquappen sind an das Leben in schnell fließendem Wasser angepasst. Sie besitzen einen abgeflachten Körper, einen kräftigen Ruderschwanz und eine spezialisierte Mundscheibe, mit der sie sich an Steinen festsaugen und gleichzeitig Algen abraspeln. Die Entwicklung dauert mehrere Monate, da die kühlen Wassertemperaturen in den Bergen das Wachstum verlangsamen.
Haltung im Terrarium
Der Tafelberg-Laubfrosch ist in der Terraristik selten anzutreffen. Für die Haltung eignet sich ein Aquaterrarium mit einem Bachlauf oder einer starken Wasserumwälzung ab 80 × 50 × 60 cm. Die Temperatur sollte tagsüber 20–25 °C betragen, nachts 16–20 °C. Die Art benötigt kühlere Bedingungen als tropische Tieflandfrösche.
Die Einrichtung sollte Felsen, Äste, Moose und eine dichte Bepflanzung umfassen. Ein fließendes Wasserbecken mit Steinen ist für die Kaulquappenentwicklung erforderlich. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–85 % liegen. Regelmäßiges Sprühen und eine gute Belüftung sind wichtig, um Staunässe zu vermeiden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Tafelberg-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art profitiert von einem relativ großen Verbreitungsgebiet. Dennoch sind einige Populationen durch Abholzung, Gewässerverschmutzung und den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) bedroht.
In Kolumbien und Ecuador sind viele der Bergwälder, in denen die Art vorkommt, durch Nationalparks und Naturschutzgebiete geschützt. Die Erhaltung intakter Bergbachökosysteme ist für den langfristigen Schutz entscheidend.
Quellen
- AmphibiaWeb: Hyloscirtus palmeri – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Hyloscirtus palmeri – iucnredlist.org
- Duellman, W. E. (2001): Hylid Frogs of Middle America. Society for the Study of Amphibians and Reptiles.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – amphibiansoftheworld.amnh.org
- Lynch, J. D. & Duellman, W. E. (1997): Frogs of the genus Eleutherodactylus in western Ecuador. Natural History Museum, University of Kansas.
