Süßwasserschnecken

Teufelshörnchen (Clithon corona/diadema)

4 Min. Lesezeit
Teufelshörnchen / Spike

Zusammenfassung

Das Teufelshörnchen ist eine der attraktivsten kleinen Süßwasserschnecken. Sein Gehäuse trägt markante, spitze Hörnchen (Dornen), die ihm seinen Namen geben. Als effizienter Algenfresser und Nicht-Vermehrer im Süßwasser ist es ein idealer Aquarienbewohner für bepflanzte Becken.

Das Teufelshörnchen ist eine der attraktivsten kleinen Süßwasserschnecken. Sein Gehäuse trägt markante, spitze Hörnchen (Dornen), die ihm seinen Namen geben. Als effizienter Algenfresser und Nicht-Vermehrer im Süßwasser ist es ein idealer Aquarienbewohner für bepflanzte Becken.

Steckbrief: Teufelshörnchen (Clithon corona/diadema)
Wissenschaftlicher NameClithon corona / Clithon diadema
OrdnungCycloneritida
FamilieNeritidae
GattungClithon
Größe1,5–2,5 cm
Lebenserwartung2–3 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Philippinen, Indonesien, Malaysia)
LebensraumFließgewässer, Brackwasser
SchutzstatusNicht bewertet
Aquariumab 20 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert7,0–8,5
Wasserhärte8–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Das Teufelshörnchen besitzt ein kleines, halbkugelförmiges Gehäuse mit einem Durchmesser von 1,5–2,5 cm. Das auffälligste Merkmal sind die spitzen Dornen (Hörnchen), die aus dem Gehäuse wachsen – je nach Population können es 1–4 Dornen sein, manchmal fehlen sie auch ganz. Die Gehäusefarbe ist äußerst variabel: Von einfarbig schwarz, gelb oder grün über gestreift bis hin zu bunt gefleckt.

Der Weichkörper ist dunkelgrau bis schwarz. Ein kräftiger Deckel verschließt das Gehäuse. Die taxonomische Zuordnung ist komplex: Im Handel werden verschiedene Clithon-Arten unter dem Namen „Teufelshörnchen" zusammengefasst, darunter C. corona und C. diadema. Die genaue Artbestimmung ist anhand des Gehäuses allein oft nicht möglich, da die Zeichnung innerhalb einer Art stark variiert.

Verbreitung & Lebensraum

Teufelshörnchen stammen aus Südostasien, wo sie in Küstenflüssen und -bächen auf den Philippinen, in Indonesien, Malaysia und angrenzenden Regionen vorkommen. Sie leben in fließendem Wasser auf steinigem Untergrund, wo sie den Algenaufwuchs abweiden.

Wie andere Neritidae haben auch Teufelshörnchen eine amphidrome Lebensweise: Die Larven werden ins Brackwasser oder Meer geschwemmt, wo sie sich entwickeln, und die Jungschnecken wandern dann flussaufwärts ins Süßwasser zurück. Die Art kommt daher sowohl in reinem Süßwasser als auch in Brackwasserbereichen vor.

Lebensweise & Verhalten

Das Teufelshörnchen ist ein aktiver Algenfresser, der sich sowohl tagsüber als auch nachts über Scheiben, Steine und Pflanzenblätter bewegt. Es haftet mit seinem kräftigen Fuß fest an glatten Oberflächen und hinterlässt sichtbare Fraßspuren auf algenbedeckten Flächen.

Die Hörnchen am Gehäuse dienen vermutlich als Schutz vor Fressfeinden – sie machen es Fischen schwerer, die Schnecke zu schlucken. Im Aquarium brechen die Hörnchen jedoch manchmal ab, was die Schnecke nicht beeinträchtigt. Teufelshörnchen sind friedlich und können mit allen friedlichen Fischen, Garnelen und anderen Schnecken zusammen gehalten werden.

Ernährung

Das Teufelshörnchen ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser und gehört zu den fleißigsten Algenfressern unter den kleinen Aquarienschnecken. Es raspt Kiesel-, Grün- und Braunalgenbeläge von allen glatten Oberflächen ab. Lebende Pflanzen werden nicht angefressen – die Art ist perfekt für bepflanzte Aquarien geeignet.

In algearmen Becken solltest du mit Spirulina-Tabletten, Algenwaffeln und gelegentlich überbrühtem Gemüse zufüttern. Beachte, dass das Teufelshörnchen in extrem sauberen Becken ohne Algenwuchs nicht ausreichend Nahrung findet. Ein gewisser Algenbewuchs auf Steinen und Rückwänden ist durchaus erwünscht und dient als natürliche Nahrungsquelle.

Fortpflanzung

Teufelshörnchen sind getrenntgeschlechtlich. Im Aquarium legen die Weibchen regelmäßig kleine, weiße Eikapseln auf harten Oberflächen ab – auf Steinen, Scheiben, Wurzeln und sogar auf den Gehäusen anderer Schnecken. Diese Eikapseln sind hart und lassen sich nur schwer entfernen.

Eine erfolgreiche Vermehrung im Süßwasseraquarium findet nicht statt, da die Larven Brackwasser für ihre Entwicklung benötigen. Im reinen Süßwasser sterben die Larven ab. Für viele Aquarianer ist dies ein Vorteil, da keine Schneckenplage droht. Die weißen Eikapseln sind optisch etwas störend, lösen sich aber nach einigen Wochen bis Monaten von selbst auf oder können vorsichtig abgekratzt werden.

Haltung im Aquarium

Das Teufelshörnchen ist ein unkomplizierter und attraktiver Aquarienbewohner. Ein Becken ab 20 Liter reicht aus. Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5. Mittelhartes bis hartes Wasser (GH 8–20) ist ideal – in zu weichem Wasser kann das Gehäuse korrodieren und die Hörnchen werden brüchig.

Die Art eignet sich hervorragend für bepflanzte Gesellschaftsaquarien, Nano-Aquarien und Garnelenbecken. 2–3 Teufelshörnchen pro 20 Liter sind eine gute Besatzdichte. Vergesellschaftung mit allen friedlichen Fischen und Wirbellosen ist möglich. Kupfer ist tödlich – achte auf kupferfreie Dünger und Medikamente. Der Bodengrund sollte keine scharfkantigen Steine enthalten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schutzstatus der verschiedenen Clithon-Arten ist von der IUCN weitgehend nicht bewertet. In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in Südostasien sind die Bestände in geeigneten Habitaten noch häufig, können aber durch Gewässerverbauung und Verschmutzung lokal zurückgehen.

Die im Handel erhältlichen Teufelshörnchen stammen fast ausschließlich aus Wildfängen, da eine Zucht im Süßwasser nicht möglich ist. Ein nachhaltiger Umgang und der Kauf nur bei seriösen Händlern sind empfehlenswert, um die natürlichen Bestände nicht übermäßig zu belasten.

Quellen

  1. Kano, Y. et al. (2002): Larval ecology and phylogeny of Neritidae. Molecular Phylogenetics and Evolution.
  2. Haynes, A. (2001): Freshwater snails of the tropical Pacific Islands. IPS Press, Fiji.
  3. Gastropods.com – Clithon – gastropods.com
  4. Eberhard Hartmann (2013): Schnecken im Aquarium. Dähne Verlag.
  5. AquaInfo: Teufelshörnchen – aqua-info.de

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken