| Wissenschaftlicher Name | Duttaphrynus melanostictus (Syn. Bufo melanostictus) |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Kröten (Bufonidae) |
| Gattung | Duttaphrynus |
| Größe | 5–12 cm |
| Gewicht | 15–80 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Süd- und Südostasien (Indien bis China und Indonesien) |
| Lebensraum | Gärten, Siedlungen, Reisfelder, Wälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Die Asiatische Schwarznarbenkröte erreicht eine Körperlänge von 5–12 cm. Die Oberseite ist gelbbraun bis dunkelbraun und dicht mit Warzen besetzt. Namensgebendes Merkmal sind die schwarzen, hornigen Spitzen auf den Warzen, die der Art ein besonders raues Aussehen verleihen.
Die Parotiden sind groß und deutlich sichtbar. Am Kopf befinden sich ausgeprägte, dunkle Knochenkämme (Cranialcristen), die ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind. Die Unterseite ist heller, weißlich bis gelblich. Die Pupillen sind horizontal, die Iris golden.
Verbreitung & Lebensraum
Das riesige Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Pakistan und Indien über Nepal, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Vietnam und Südchina bis nach Indonesien (Sumatra, Java, Borneo). Die Art wurde auch nach Madagaskar und einige pazifische Inseln eingeschleppt.
Die Schwarznarbenkröte ist extrem anpassungsfähig und kommt in nahezu jedem Lebensraum vor: von tropischen Regenwäldern über Reisfelder und Gärten bis hin zu dicht besiedelten Städten. Sie ist eine der häufigsten Amphibienarten in asiatischen Großstädten.
Lebensweise & Verhalten
Die Art ist vorwiegend nachtaktiv, kann aber an bewölkten Tagen oder während der Regenzeit auch tagsüber aktiv sein. Tagsüber versteckt sie sich unter Steinen, in Abflussrohren, Kellern oder unter Gebäuden.
Die Schwarznarbenkröte ist sehr giftig – ihr Parotidensekret enthält hohe Konzentrationen von Bufotoxinen, die bei Haustieren (besonders Hunden) tödlich sein können. In einigen Regionen wird das Gift traditionell in der Volksmedizin verwendet. Die Art ist sehr ortstreu und nutzt dieselben Verstecke über lange Zeiträume.
Ernährung
Als opportunistischer Insektenfresser vertilgt die Schwarznarbenkröte eine breite Palette von Wirbellosen: Ameisen, Termiten, Käfer, Spinnen, Schnecken und andere kleine Tiere. In Siedlungsnähe profitiert sie vom Insektenanflug an Straßenlaternen. Eine einzelne Kröte kann in einer Nacht hunderte von Insekten fressen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung ist an die Regenzeit gebunden, kann in tropischen Gebieten mit ganzjährigem Niederschlag aber das ganze Jahr über stattfinden. Die Männchen rufen mit einem gleichmäßigen, pulsierenden Triller von flachen Gewässern aus.
Die Weibchen legen 5.000–25.000 Eier in doppelreihigen Laichschnüren ab. Die Kaulquappen entwickeln sich schnell (3–4 Wochen) in warmen, tropischen Gewässern. Die Jungtiere sind bei der Metamorphose nur wenige Millimeter groß. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 1 Jahr erreicht.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Asiatische Schwarznarbenkröte wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Amphibien Asiens und profitiert teilweise von menschlichen Landschaftsveränderungen.
Allerdings stellt die eingeschleppte Population auf Madagaskar eine Bedrohung für die dortige einzigartige Fauna dar, ähnlich wie die Riesenkröte in Australien. Das Parotidengift kann für die endemischen Raubtiere Madagaskars tödlich sein.
Quellen
- AmphibiaWeb: Duttaphrynus melanostictus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Duttaphrynus melanostictus – www.iucnredlist.org
- Inger, R. F. & Stuebing, R. B. (2005): A Field Guide to the Frogs of Borneo. Natural History Publications Borneo.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
