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Tomatenfrosch (Dyscophus guineti)

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Tomatenfrosch (Dyscophus guineti)

Bildquelle: Katrina Brown / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Tomatenfrosch aus Madagaskar verdankt seinen Namen seiner auffälligen rötlich-orangefarbenen Färbung. Er ist die am häufigsten in der Terraristik gehaltene Dyscophus-Art und etwas weniger intensiv gefärbt als der seltenere Echte Tomatenfrosch (D. antongilii). Bei Bedrohung sondert er ein klebriges, weißes Hautsekret ab.

Der Tomatenfrosch aus Madagaskar verdankt seinen Namen seiner auffälligen rötlich-orangefarbenen Färbung. Er ist die am häufigsten in der Terraristik gehaltene Dyscophus-Art und etwas weniger intensiv gefärbt als der seltenere Echte Tomatenfrosch (D. antongilii). Bei Bedrohung sondert er ein klebriges, weißes Hautsekret ab.

Steckbrief: Tomatenfrosch (Dyscophus guineti)
Wissenschaftlicher NameDyscophus guineti
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieEngmaulfrösche (Microhylidae)
GattungDyscophus
Größe5–8 cm (Weibchen größer)
Gewicht20–50 g
Lebenserwartung6–10 Jahre
VerbreitungÖstliches Madagaskar
LebensraumRegenwälder, Sumpfgebiete, Plantagen, Gärten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Tomatenfrosch ist ein rundlicher, gedrungener Frosch mit einer Körperlänge von 5–8 cm. Weibchen werden deutlich größer und runder als Männchen. Die namensgebende Färbung ist rötlich-orange bis bräunlich-orange – weniger intensiv rot als beim nah verwandten Echten Tomatenfrosch (D. antongilii), aber dennoch auffällig. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.

Die Haut ist glatt bis leicht warzig. Die Augen sind relativ klein mit runden Pupillen. Der Körperbau ist plump mit kurzen Beinen, was typisch für grabende Engmaulfrösche ist. Jungtiere sind bräunlich gefärbt und entwickeln die orangefarbene Adulttönung erst mit zunehmender Reife.

Verbreitung & Lebensraum

Der Tomatenfrosch ist im östlichen Madagaskar beheimatet und hat ein relativ großes Verbreitungsgebiet entlang der Ostküste der Insel. Er bewohnt tropische Regenwälder, Sekundärwälder, Sumpfgebiete und kommt auch in Plantagen und Gärten in der Nähe menschlicher Siedlungen vor.

Als bodenbewohnende Art lebt er in der Laubstreu und grabfähigen Böden, häufig in der Nähe von stehenden Gewässern. Er ist anpassungsfähiger als der seltenere D. antongilii und toleriert auch gestörte Lebensräume. Madagaskar ist eine Insel mit extremem Endemismus – viele seiner Tier- und Pflanzenarten kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Tomatenfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag eingegraben in der Erde oder versteckt unter Laub und Totholz. Nachts geht er auf Nahrungssuche am Waldboden. Bei Bedrohung bläst er sich auf und sondert ein klebriges, weißes Hautsekret ab, das für Fressfeinde unangenehm ist und allergische Reaktionen auslösen kann.

Die Art ist relativ sessil und bewegt sich nur kurze Strecken. In der Trockenzeit kann sie sich tiefer in den Boden eingraben und die Aktivität reduzieren. Während der Regenzeit wird sie aktiver und wandert zu Laichgewässern.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Tomatenfrosch von verschiedenen Wirbellosen, die er am Waldboden findet. Zur Hauptnahrung gehören Insekten (Ameisen, Käfer, Termiten), Würmer und kleine Schnecken. Er ist ein Lauerjäger, der geduldig wartet, bis Beute in Reichweite kommt.

Im Terrarium fütterst du mit Heimchen, Grillen, Regenwürmern, Schaben und Wachsmaden. Die Futtertiere sollten mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere 2–3 Mal pro Woche und achte darauf, dass die Tiere nicht verfetten – Tomatenfrösche neigen wie alle Engmaulfrösche zur Überernährung.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung wird durch die Regenzeit (November–März) ausgelöst. Die Männchen rufen von stehenden Gewässern mit einem tiefen, wiederholten Ruf. Die Paarung erfolgt im Amplexus im Wasser, wobei das Weibchen mehrere hundert bis über 1.000 Eier als Filmschicht auf die Wasseroberfläche abgibt.

Die Eier schwimmen an der Oberfläche und schlüpfen nach 1–2 Tagen. Die Kaulquappen sind Filtrierer und ernähren sich von Mikroorganismen und Algen. Die Metamorphose dauert 6–8 Wochen. Im Terrarium kann die Nachzucht durch Simulation einer Trocken- und Regenzeit (Temperaturabsenkung, reduziertes Sprühen, gefolgt von intensiver Beregnung) angeregt werden.

Haltung im Terrarium

Der Tomatenfrosch ist ein beliebter und relativ pflegeleichter Terrariumfrosch. Ein Terrarium ab 60 × 40 × 30 cm eignet sich für ein Paar. Als Substrat verwendest du eine Mischung aus Kokoshumus und Erde (mindestens 8 cm dick, da die Tiere graben). Verstecke aus Korkrinde, ein flaches Wasserbecken und etwas Bepflanzung runden die Einrichtung ab.

Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen. Tomatenfrösche sind Einzelgänger oder paarweise zu halten. Die Art ist regelmäßig als Nachzucht im Fachhandel erhältlich und unterliegt keinen besonderen Handelseinschränkungen (im Gegensatz zu D. antongilii, der in CITES Anhang I gelistet ist).

Gefährdung & Schutzstatus

Der Tomatenfrosch (D. guineti) wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft und ist deutlich weniger bedroht als der nahe verwandte Echte Tomatenfrosch (D. antongilii), der als „Near Threatened" gilt. Die Art ist relativ anpassungsfähig und toleriert auch gestörte Habitate.

Dennoch ist der Lebensraumverlust durch Abholzung in Madagaskar ein langfristiges Problem. Die Nachzucht in Gefangenschaft ist gut etabliert, was den Druck auf Wildpopulationen verringert. Alle Dyscophus-Arten sind im CITES-Anhang II gelistet.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Dyscophus guinetiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Dyscophus guinetiiucnredlist.org
  3. Glaw, F. & Vences, M. (2007): A Field Guide to the Amphibians and Reptiles of Madagascar. 3rd Edition. Vences & Glaw Verlag.
  4. Andreone, F. et al. (2005): Species review of amphibian extinction risks in Madagascar. Conservation Biology, 19, 1790–1802.
  5. de Vosjoli, P. (2004): Care and Breeding of Popular Tree Frogs. Advanced Vivarium Systems.

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