Die Tropische Posthornschnecke ist ein beliebter Aquarienbewohner, der sich durch sein flaches, scheibenförmiges Gehäuse und seine Pflegeleichtigkeit auszeichnet. Sie ist in verschiedenen Farbformen erhältlich – von der Wildform in Braun über Rosa bis hin zu leuchtendem Orange.
| Wissenschaftlicher Name | Helisoma nigricans |
| Ordnung | Basommatophora |
| Familie | Tellerschnecken (Planorbidae) |
| Gattung | Helisoma |
| Größe | 2–3 cm (Gehäusedurchmesser) |
| Lebenserwartung | 1–2 Jahre |
| Verbreitung | Mittel- und Nordamerika |
| Lebensraum | Stehende und langsam fließende Süßgewässer |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet |
| Aquarium | ab 20 Liter |
| Temperatur | 20–28 °C |
| pH-Wert | 6,5–8,0 |
| Wasserhärte | 5–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Tropische Posthornschnecke besitzt ein flaches, planspiral gewundenes Gehäuse mit einem Durchmesser von 2–3 cm. Das Gehäuse ähnelt dem der europäischen Posthornschnecke, ist aber etwas kleiner und zeigt eine eckigere Windung. Die Wildform hat ein braunes bis olivfarbenes Gehäuse, doch in der Aquaristik sind verschiedene Zuchtformen verbreitet.
Besonders beliebt sind rosa, orange und rote Farbvarianten. Der Weichkörper kann je nach Farbform hellrosa, orange oder dunkelbraun sein. Wie die europäische Verwandte besitzt auch die Tropische Posthornschnecke Hämoglobin im Blut, was die rötliche Färbung der hellen Farbformen erklärt. Ein Deckel fehlt. Zwei schlanke Fühler am Kopf tragen an ihrer Basis die Augen.
Verbreitung & Lebensraum
Die Tropische Posthornschnecke stammt aus Mittel- und Nordamerika, wo sie in stehenden und langsam fließenden Süßgewässern vorkommt. Sie bevorzugt warme, pflanzenreiche Gewässer mit weichem bis mittelhartem Wasser. Durch den Aquarienhandel ist sie inzwischen auch in anderen tropischen Regionen verbreitet.
Im Gegensatz zur europäischen Posthornschnecke ist die Tropische Posthornschnecke wärmeliebend und verträgt keine dauerhaft kalten Temperaturen unter 18 °C. Sie lebt auf Wasserpflanzen, Steinen und anderen Oberflächen, wo sie Algenaufwuchs und organisches Material abweidet.
Lebensweise & Verhalten
Die Tropische Posthornschnecke ist sowohl tag- als auch nachtaktiv und bewegt sich gemächlich durch das Aquarium. Sie hält sich bevorzugt auf Pflanzenblättern, Scheiben und Dekorationsgegenständen auf. Als Lungenschnecke steigt sie gelegentlich zur Wasseroberfläche, um Luft zu atmen.
Die Art ist friedlich und vollkommen harmlos für andere Aquarienbewohner. Lebende Pflanzen werden in der Regel nicht angefressen – nur abgestorbene Pflanzenteile und Algenbeläge werden verwertet. Bei guten Bedingungen ist die Art recht vermehrungsfreudig, lässt sich aber durch angepasste Fütterung gut kontrollieren.
Ernährung
Die Tropische Posthornschnecke ist ein typischer Aufwuchsfresser und Resteverwerter. Sie frisst Algenbeläge, Biofilme, abgestorbene Pflanzenteile, Futterreste und gelegentlich Aas. In gut eingefahrenen Aquarien findet sie meist ausreichend Nahrung ohne zusätzliche Fütterung.
Bei Bedarf kannst du mit überbrühtem Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat), Welstabletten, Spirulina-Flocken und Seemandelbaumblättern zufüttern. Eine Kalziumergänzung (Sepiaschale, Eierschalen) fördert den gesunden Gehäuseaufbau, besonders bei den helleren Farbformen, die zu dünneren Gehäusen neigen.
Fortpflanzung
Die Tropische Posthornschnecke ist ein Zwitter und kann sich sowohl mit Partnern als auch durch Selbstbefruchtung fortpflanzen. Die Eiablage erfolgt in flachen, gallertartigen Gelegen, die an Scheiben, Pflanzenblättern und harten Oberflächen befestigt werden. Jedes Gelege enthält 10–30 Eier.
Die Entwicklung dauert bei 25 °C etwa 10–14 Tage. Die Jungschnecken sind beim Schlupf 1–2 mm groß und wachsen bei guter Fütterung schnell. Die Geschlechtsreife wird nach 6–8 Wochen erreicht. Bei reichlich Nahrung vermehrt sich die Art zügig – reduziere die Futtermenge, wenn die Population zu groß wird.
Haltung im Aquarium
Die Tropische Posthornschnecke ist ein pflegeleichter und attraktiver Aquarienbewohner. Ein Becken ab 20 Liter ist ausreichend. Die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 8,0. Die Art kommt mit weichem bis mittelhartem Wasser zurecht, bevorzugt aber leicht alkalische Verhältnisse.
Besonders die orangefarbenen und rosa Zuchtformen sind ein Hingucker in bepflanzten Aquarien. Die Schnecken lassen sich gut mit friedlichen Fischen, Garnelen und anderen Schnecken vergesellschaften. Schmerlen und Kugelfische solltest du vermeiden. Die Art eignet sich auch als Futter für schneckenfressende Fische und wird zu diesem Zweck gezielt nachgezüchtet.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Tropische Posthornschnecke ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nicht gefährdet. In der Aquaristik ist sie weit verbreitet und wird in großen Mengen gezüchtet. Die verschiedenen Farbformen sind günstig im Handel und bei privaten Züchtern erhältlich.
Du solltest die Tropische Posthornschnecke niemals in heimische Gewässer entlassen, da sie als tropische Art in warmen Regionen das Potenzial hat, sich als invasive Art zu etablieren und einheimische Molluskenfauna zu verdrängen.
Quellen
- Dillon, R.T. (2000): The Ecology of Freshwater Molluscs. Cambridge University Press.
- Gastropods.com – Planorbidae – gastropods.com
- Eberhard Hartmann (2013): Schnecken im Aquarium. Dähne Verlag.
- AquaInfo: Posthornschnecken – aqua-info.de
