| Wissenschaftlicher Name | Bufotes sitibundus |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Kröten (Bufonidae) |
| Gattung | Bufotes |
| Größe | 5–9 cm |
| Gewicht | 15–50 g |
| Lebenserwartung | 7–10 Jahre |
| Verbreitung | Türkei, Kaukasus, Naher Osten (Syrien, Libanon, Israel) |
| Lebensraum | Offene Landschaften, Steppen, Gärten, Oasen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Die Türkische Kröte wird 5–9 cm groß und ähnelt in ihrem Erscheinungsbild der Wechselkröte. Die Oberseite ist hellgrau bis cremefarben mit grünen bis olivfarbenen, unregelmäßigen Flecken. Die Unterseite ist weißlich und meist ungefleckt.
Die Hautstruktur ist warzig, die Parotiden flach und oval. Die Pupillen sind horizontal, die Iris grünlich-golden. Die Art wurde erst 2006 als eigenständige Art von der Wechselkröte (Bufotes viridis) abgetrennt, basierend auf genetischen Untersuchungen und Unterschieden in der Lautgebung.
Verbreitung & Lebensraum
Die Türkische Kröte kommt in der Türkei (außer dem äußersten Südosten), im Kaukasus und in Teilen des Nahen Ostens (Syrien, Libanon, Israel, Jordanien) vor. Auf den griechischen Ägäis-Inseln nahe der türkischen Küste gibt es ebenfalls Vorkommen.
Bevorzugte Lebensräume sind offene, warme Landschaften: Steppen, Halbwüsten, Gärten, Olivenhaine und Oasen. Die Art ist gut an aride und semiaride Bedingungen angepasst und kommt auch in Gebieten mit weniger als 300 mm Jahresniederschlag vor.
Lebensweise & Verhalten
Die Türkische Kröte ist nachtaktiv und an das Leben in trockenen, warmen Regionen angepasst. Tagsüber versteckt sie sich unter Steinen, in Mauerspalten oder in Erdlöchern. In der heißen Sommerperiode kann sie eine Sommerruhe (Ästivation) halten.
Die Art ist tolerant gegenüber leicht salzhaltigem Wasser und kann in Küstennähe auch brackige Gewässer als Laichplatz nutzen. Die Überwinterung dauert je nach Region nur wenige Wochen oder entfällt in milden Küstengebieten ganz.
Ernährung
Die Türkische Kröte ernährt sich von Insekten, Spinnen, Asseln und anderen kleinen Wirbellosen. In Siedlungsnähe profitiert sie von der Konzentration von Insekten an Lichtquellen. Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material.
Fortpflanzung
Die Laichzeit variiert je nach Region – von Februar in milden Küstengebieten bis Mai in höheren Lagen. Die Männchen rufen mit einem trillernden Gesang, der dem der Wechselkröte ähnelt, aber oft etwas schneller und höher ist.
Die Eier werden in Laichschnüren in stehenden oder langsam fließenden Gewässern abgelegt. Die Kaulquappen entwickeln sich je nach Wassertemperatur in 6–10 Wochen. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Türkische Kröte wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet stellenweise häufig, wird aber durch Habitatverlust, Wasserverschmutzung und die Trockenlegung von Feuchtgebieten lokal bedroht.
In der Türkei ist die Art gesetzlich geschützt. Der Erhalt kleiner Gewässer in trockenen Landschaften und die Reduktion von Pestizideinsatz sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Bufotes sitibundus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Bufotes sitibundus – www.iucnredlist.org
- Stöck, M. et al. (2006): A new species of green toad from Central Asia. Zootaxa, 1250, 1–53.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
