Der Venezolanische Frosch, heute wissenschaftlich als Boana crepitans bezeichnet, ist ein weit verbreiteter Laubfrosch aus dem nördlichen Südamerika. Er ist nachtaktiv und lebt in der Nähe von Gewässern, wo die Männchen mit lauten, knarrenden Rufen auf sich aufmerksam machen. Seine smaragdgrünen Augen sind ein auffälliges Erkennungsmerkmal.
| Wissenschaftlicher Name | Boana crepitans |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Laubfrösche (Hylidae) |
| Gattung | Boana |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 15–30 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Nördliches Südamerika (Venezuela, Kolumbien, Guyana, Trinidad) bis Panama |
| Lebensraum | Tropische Tieflandwälder, Savannen, Gärten, Gewässernähe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Venezolanische Frosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm. Die Oberseite ist bräunlich bis graubraun, manchmal mit einem leichten Grünstich und dunkleren Querbändern auf den Hinterbeinen. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Die Haut ist glatt bis leicht granuliert.
Das auffälligste Merkmal sind die leuchtend smaragdgrünen Augen mit horizontalen Pupillen – daher auch der englische Name „Emerald-eyed Treefrog". Die Haftscheiben an den Finger- und Zehenspitzen sind gut entwickelt. Die Hinterbeine sind lang und kräftig mit Schwimmhäuten. Männchen besitzen eine große, einzelne Schallblase unter der Kehle. Die Art wurde früher der Gattung Hypsiboas zugeordnet, wird aber seit 2016 in die Gattung Boana gestellt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Venezolanische Frosch ist im nördlichen Südamerika weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Panama über Kolumbien und Venezuela bis nach Guyana, Suriname und Trinidad. Er kommt vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.500 m vor.
Die Art besiedelt eine breite Palette von Lebensräumen, darunter tropische Tieflandwälder, Savannen, Galeriewälder, Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Er ist stets in der Nähe von stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden, da er diese für die Fortpflanzung benötigt. Die Art ist sehr anpassungsfähig und kommt auch in städtischen Gebieten vor.
Lebensweise & Verhalten
Der Venezolanische Frosch ist strikt nachtaktiv. Tagsüber versteckt er sich in Blattachseln, unter Rinde oder in anderen geschützten Stellen. Nachts sitzt er auf Ästen und Blättern in der Nähe von Gewässern und ruft laut. Der Ruf ist ein knarrendes, wiederholtes „Krak-krak-krak", das in großen Chören vorgetragen wird und über weite Strecken hörbar ist.
Die Art ist ein guter Kletterer und Schwimmer. Bei Gefahr springt sie ins Wasser und taucht ab. Der Frosch ist gesellig, und an geeigneten Gewässern versammeln sich oft zahlreiche Individuen, besonders während der Fortpflanzungszeit. Die smaragdgrünen Augen reflektieren das Licht und sind nachts mit einer Taschenlampe gut zu erkennen.
Ernährung
Der Venezolanische Frosch ernährt sich von einer Vielzahl von Insekten und anderen Wirbellosen, die er nachts in der Vegetation erbeutet. Zur Hauptnahrung gehören Motten, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag gefangen.
Im Terrarium fütterst du mit Grillen, Heimchen, Fruchtfliegen und anderen passend großen Insekten. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere jeden zweiten Tag und achte auf eine abwechslungsreiche Ernährung.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Die Männchen rufen von Ästen und Blättern über stehenden Gewässern. Dabei entfalten sie ihre große Kehlschallblase, um den Ruf zu verstärken. Der Amplexus findet im Wasser statt, und das Weibchen legt mehrere hundert Eier als Filmschicht auf die Wasseroberfläche.
Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich im stehenden Wasser. Die Metamorphose dauert 4–8 Wochen. Die Jungfrösche sind zunächst bräunlich gefärbt und entwickeln die typischen smaragdgrünen Augen mit zunehmender Reife. Die Geschlechtsreife wird mit etwa 12 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Venezolanische Frosch eignet sich für die Haltung in einem hohen Regenwaldterrarium ab 60 × 40 × 60 cm. Die Einrichtung sollte viele Klettermöglichkeiten (Äste, Pflanzen), ein Wasserbecken am Boden und dichte Bepflanzung umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 65–80 % liegen, mit regelmäßigem Sprühen am Abend. Die Art ist relativ robust und anpassungsfähig. Mehrere Tiere können in einem ausreichend großen Terrarium zusammen gehalten werden. Die Art ist in der europäischen Terraristik gelegentlich als Nachzucht erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Venezolanische Frosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist weit verbreitet, anpassungsfähig und kommt auch in gestörten Lebensräumen vor. Lokal können die Bestände durch Lebensraumverlust und Gewässerverschmutzung beeinträchtigt werden.
Da die Art keine besonderen Schutzmaßnahmen erfordert, liegt der Fokus auf der allgemeinen Erhaltung tropischer Feuchtgebiete und der Reduzierung von Umweltverschmutzung in ihrem Verbreitungsgebiet.
Quellen
- AmphibiaWeb: Boana crepitans – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Boana crepitans – iucnredlist.org
- Duellman, W. E. (2001): Hylid Frogs of Middle America. Society for the Study of Amphibians and Reptiles.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – amphibiansoftheworld.amnh.org
- Barrio-Amorós, C. L. (2009): Amphibians of Venezuela. Checklist and Systematic Account. Herpetotropicos, 5, 1–80.
