Salamander

Vielzahnsalamander (Dicamptodon ensatus)

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Vielzahnsalamander (Dicamptodon ensatus)

Bildquelle: Matt Knoth / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Vielzahnsalamander ist ein großer, kräftiger Salamander aus den Küstenwäldern Nordkaliforniens. Wie sein naher Verwandter, der Pazifische Riesensalamander, ist er einer der wenigen Salamander, die Lautäußerungen von sich geben können – ein kurzes Bellen oder Quietschen bei Bedrohung. Die Art zeigt häufig Neotenie und kann in manchen Populationen die Geschlechtsreife im Larvalstadium erreichen.

Der Vielzahnsalamander ist ein großer, kräftiger Salamander aus den Küstenwäldern Nordkaliforniens. Wie sein naher Verwandter, der Pazifische Riesensalamander, ist er einer der wenigen Salamander, die Lautäußerungen von sich geben können – ein kurzes Bellen oder Quietschen bei Bedrohung. Die Art zeigt häufig Neotenie und kann in manchen Populationen die Geschlechtsreife im Larvalstadium erreichen.

Steckbrief: Vielzahnsalamander (Dicamptodon ensatus)
Wissenschaftlicher NameDicamptodon ensatus
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieRiesensalamander (Dicamptodontidae)
GattungDicamptodon
Größe15–30 cm
Gewicht30–100 g
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungNordkalifornien (USA)
LebensraumFeuchte Küsten-Nadelwälder, Bergbäche
SchutzstatusPotenziell gefährdet (NT) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Vielzahnsalamander erreicht eine beachtliche Gesamtlänge von 15–30 cm und ist damit einer der größten terrestrischen Salamander Nordamerikas. Der Körper ist robust und muskulös mit einem breiten, abgeflachten Kopf und kräftigen Kiefern mit zahlreichen Zähnen – daher der deutsche Name. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis kupferbraun mit undeutlichen, dunkleren Marmorierungen.

Metamorphosierte Adulte haben eine glatte, feuchte Haut und runde Augen. Neotene Individuen behalten ihre äußeren Kiemenbüschel und einen breiten Schwanzflossensaum. Im Vergleich zum Pazifischen Riesensalamander ist der Vielzahnsalamander in der Regel etwas kleiner und auf ein kleineres Verbreitungsgebiet beschränkt. Die Unterseite ist heller, oft hellbraun bis cremefarben.

Verbreitung & Lebensraum

Der Vielzahnsalamander hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet in Nordkalifornien, von der Küste Mendocino Countys bis nach Santa Cruz County. Er kommt in den feuchten Küstengebirgen in Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 1.500 m vor.

Er bewohnt feuchte Küsten-Nadelwälder, insbesondere Redwood- und Douglas-Tannenwälder. Kühle, saubere Bergbäche mit steinigem Untergrund sind für die Larvalentwicklung essenziell. An Land lebt er unter morschen Baumstämmen, unter Steinen und in feuchter Laubstreu. Alte Wälder mit reichlich Totholz bieten die besten Lebensbedingungen für diese Art.

Lebensweise & Verhalten

Der Vielzahnsalamander ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in feuchten Verstecken. An regnerischen Nächten kommt er an die Oberfläche und kann dann auf dem Waldboden und an feuchten Straßen beobachtet werden. Er ist ein kräftiger Räuber, der mit seinen zahlreichen spitzen Zähnen auch größere Beutetiere überwältigen kann.

Wie der Pazifische Riesensalamander kann auch der Vielzahnsalamander vokalisieren – bei Bedrohung stößt er ein kurzes, bellendes Geräusch aus, das Angreifer abschrecken soll. Diese Fähigkeit ist unter Salamandern extrem selten. Die Art zeigt häufig Neotenie, besonders in permanenten Gewässern, wo Individuen als kiementragende Larven geschlechtsreif werden können.

Ernährung

Der Vielzahnsalamander ist ein aggressiver Prädator. Adulte, terrestrische Tiere fressen Insekten, Schnecken, Regenwürmer, kleinere Salamander und andere kleine Wirbeltiere. Seine kräftigen Kiefer und die zahlreichen Zähne ermöglichen ihm, auch widerstandsfähige Beutetiere zu überwältigen.

Aquatische Larven und neotene Individuen jagen Wasserinsektenlarven, Bachflohkrebse und kleine Fische. Große neotene Individuen können beachtliche Beute ergreifen. Die Nahrungssuche erfolgt nachts sowohl an Land als auch im Wasser, je nach Lebensstadium und Verfügbarkeit.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Frühling statt. Das Weibchen legt 70–150 Eier in versteckten Nestern unter großen Steinen in Bachbetten ab und bewacht sie während der Brutzeit. Die Eier sind groß und unpigmentiert.

Die Larven leben 1–3 Jahre aquatisch, bevor sie metamorphosieren – sofern sie nicht neotenisch bleiben. In permanenten Gewässern kann ein erheblicher Anteil der Population dauerhaft im Larvalstadium verbleiben und sich trotzdem fortpflanzen. Die Geschlechtsreife wird nach 3–5 Jahren erreicht, bei neotenen Tieren möglicherweise etwas früher.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Vielzahnsalamanders ähnelt der des Pazifischen Riesensalamanders. Ein großes Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit feuchter Walderde, Moos, großen Steinen und Verstecken ist für terrestrische Tiere geeignet. Neotene Individuen benötigen ein Kaltwasser-Aquarium mit guter Filterung.

Die Temperatur muss kühl gehalten werden: 12–18 °C, maximal 20 °C. Höhere Temperaturen sind schädlich. Das Wasser für aquatische Tiere sollte 10–16 °C betragen. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen, Grillen und gelegentlich kleinen Futterfischen für aquatische Individuen. Vorsicht: Der Vielzahnsalamander beißt kräftig und kann vokalisieren!

Gefährdung & Schutzstatus

Der Vielzahnsalamander wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Sein relativ kleines Verbreitungsgebiet und die fortschreitende Zerstörung alter Küstenwälder durch Holzeinschlag und Urbanisierung stellen die größten Bedrohungen dar. Auch die zunehmenden Waldbrände in Kalifornien gefährden lokale Populationen.

Die Verschlechterung der Wasserqualität durch Erosion nach Waldrodungen und Straßenbau beeinträchtigt die Larvalhabitate. In Kalifornien wird die Art als „Species of Special Concern" geführt. Der Schutz alter Waldbestände und sauberer Bergbäche ist entscheidend für das Überleben dieser Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Dicamptodon ensatusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Dicamptodon ensatusiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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