Frösche

Vietnam-Moosfrosch (Theloderma corticale)

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Vietnam-Moosfrosch (Theloderma corticale)

Bildquelle: Kurit afshen / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Vietnam-Moosfrosch ist einer der meisterhaftesten Tarnkünstler im Tierreich. Seine Haut ist mit grünen, braunen und schwarzen Tuberkeln und Auswüchsen besetzt, die ihn wie ein Stück moosbedeckte Rinde aussehen lassen. Er lebt semi-aquatisch in wassergefüllten Baumhöhlen und Felsspalten in den Bergwäldern Nordvietnams.

Der Vietnam-Moosfrosch ist einer der meisterhaftesten Tarnkünstler im Tierreich. Seine Haut ist mit grünen, braunen und schwarzen Tuberkeln und Auswüchsen besetzt, die ihn wie ein Stück moosbedeckte Rinde aussehen lassen. Er lebt semi-aquatisch in wassergefüllten Baumhöhlen und Felsspalten in den Bergwäldern Nordvietnams.

Steckbrief: Vietnam-Moosfrosch (Theloderma corticale)
Wissenschaftlicher NameTheloderma corticale
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRuderfrösche (Rhacophoridae)
GattungTheloderma
Größe6–9 cm
Gewicht10–20 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungNordvietnam (Provinzen Vĩnh Phúc, Lào Cai, Hà Giang)
LebensraumMontane Karstwälder, Höhlen, wassergefüllte Baumhöhlen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Vietnam-Moosfrosch erreicht eine Körperlänge von 6–9 cm und ist einer der außergewöhnlichsten Frösche der Welt. Seine gesamte Körperoberfläche ist mit unregelmäßigen Tuberkeln, Dornen und lappenförmigen Hautauswüchsen besetzt, die in Kombination mit der grün-braunen Färbung eine perfekte Moosimitation erzeugen. Kein anderer Frosch ahmt Moos so überzeugend nach.

Die Grundfarbe ist ein Mosaik aus verschiedenen Grün-, Braun- und Schwarztönen. Die Unterseite ist schwarz mit grünen bis blauen Flecken. Die Augen sind braun bis kupferfarben und fügen sich perfekt in die Tarnfärbung ein. Die Zehen besitzen gut entwickelte Haftscheiben und teilweise Schwimmhäute. Bei Bedrohung rollt sich der Frosch zu einer Kugel zusammen und spielt tot – diese Schreckstarre macht die Tarnung noch perfekter.

Verbreitung & Lebensraum

Der Vietnam-Moosfrosch ist in den montanen Karstwäldern Nordvietnams beheimatet, insbesondere in den Provinzen Vĩnh Phúc, Lào Cai und Hà Giang. Er kommt in Höhenlagen von 600–1.500 m über dem Meeresspiegel vor. Der Lebensraum besteht aus immergrünen Bergwäldern mit Karstfelsen und wassergefüllten Höhlen.

Die Art lebt semi-aquatisch in und an wassergefüllten Baumhöhlen, Felsspalten und Höhlen. Das Wasser in diesen Mikrohabitaten ist kühl und nährstoffarm. Die Frösche sitzen oft regungslos an der Felswand über dem Wasser oder im Wasser liegend, wo sie dank ihrer perfekten Tarnung kaum zu entdecken sind.

Lebensweise & Verhalten

Der Vietnam-Moosfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag regungslos an Felsen, Baumrinde oder im Wasser sitzend. Seine extraordinäre Tarnung macht ihn in seinem natürlichen Lebensraum nahezu unsichtbar. Er kann stundenlang völlig regungslos verharren – eine Strategie, die sowohl dem Schutz vor Fressfeinden als auch der Jagd dient.

Nachts wird er aktiver und klettert auf der Suche nach Nahrung umher. Bei Störung rollt er sich in eine Kugel zusammen und lässt sich fallen – die „Thanatose" (Todstellreflex) in Kombination mit der Moosimitation macht ihn am Waldboden praktisch unauffindbar. Der Frosch kann auch schwimmen und tauchen und hält sich häufig im flachen Wasser auf.

Ernährung

Der Vietnam-Moosfrosch ernährt sich von Insekten und anderen Wirbellosen, die in der Nähe seiner Versteckplätze vorkommen. Zur Hauptnahrung gehören Grillen, Käfer, Motten, Fliegen und Spinnen. Die Beute wird aus der Lauerposition heraus mit einem schnellen Zungenschlag erbeutet.

Im Terrarium fütterst du mit Grillen, kleinen Heimchen, Wachsmottenlarven und gelegentlich Regenwürmern. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere 2–3 Mal pro Woche. Der Frosch jagt bevorzugt in der Dämmerung und nachts, akzeptiert aber auch tagsüber Futter.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet in wassergefüllten Baumhöhlen, Felsspalten oder künstlichen Behältern statt. Das Männchen ruft mit einem kurzen, wiederholten Klicklaut aus der Nähe des Wassers. Die Paarung erfolgt im Amplexus über dem Wasser, und das Weibchen heftet 8–15 große, weiße Eier einzeln an die Felswand oder Behälterwand knapp über der Wasserlinie.

Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa 7–14 Tagen und fallen ins darunterliegende Wasser. Sie sind relativ groß und ernähren sich von Detritus und Algen. Die Metamorphose dauert 3–4 Monate. Im Terrarium gelingt die Nachzucht regelmäßig, wenn ein geeignetes Wasserreservoir (z. B. eine Filmdose oder Bambusröhre) angeboten wird.

Haltung im Terrarium

Der Vietnam-Moosfrosch ist einer der beliebtesten und am häufigsten nachgezüchteten exotischen Terrariumfrösche. Ein Terrarium ab 50 × 40 × 50 cm eignet sich für 2–3 Tiere. Die Einrichtung sollte eine große Wasserfläche (mindestens ein Drittel der Grundfläche), Korkrinde, Felsen mit Moosbedeckung und Versteckmöglichkeiten umfassen. Die Wassertiefe sollte 5–10 cm betragen.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–26 °C betragen, nachts 18–20 °C. Die Art verträgt keine starke Wärme – Temperaturen über 28 °C sollten vermieden werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % liegen. Eine moderate Beleuchtung und gute Belüftung sind wichtig. Der Moosfrosch ist robust, langlebig und zeigt interessantes Verhalten – ein Highlight für jeden Terrarienfreund.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Vietnam-Moosfrosch wurde früher als gefährdet eingestuft, wird aber nach neueren Untersuchungen von der IUCN als „Least Concern" geführt. Das Verbreitungsgebiet ist zwar begrenzt, aber die Art kommt in mehreren Schutzgebieten vor und wird in Gefangenschaft erfolgreich nachgezüchtet.

Die Hauptbedrohung bleibt die Abholzung der montanen Wälder Nordvietnams und die Sammlung für den Tierhandel. Die gut etablierte Nachzucht in der Terraristik reduziert den Wildfangdruck erheblich. In Vietnam stehen mehrere Lebensräume der Art unter Schutz, darunter der Tam Dao Nationalpark.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Theloderma corticaleamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Theloderma corticaleiucnredlist.org
  3. Orlov, N. L. et al. (2006): A new species of the genus Theloderma from Vietnam. Russian Journal of Herpetology, 13, 165–170.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – amphibiansoftheworld.amnh.org
  5. de Vosjoli, P. (2012): Care and Breeding of Popular Tree Frogs. Advanced Vivarium Systems.

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