Der Violette Feenbarsch ist ein wunderschöner Schwarmfisch aus dem westlichen Pazifik, der durch seine leuchtend violette bis amethystfarbene Körperfärbung besticht. Als Haremsbildner mit protogynischem Geschlechtswechsel zeigt er ein faszinierendes Sozialverhalten.
| Wissenschaftlicher Name | Pseudanthias pascalus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Sägebarsche (Serranidae) |
| Gattung | Pseudanthias |
| Größe | 10–15 cm |
| Lebenserwartung | 5–7 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Philippinen, Indonesien, Palau, Mikronesien) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Außenriffkanten, strömungsreiche Riffabschnitte |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 400 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Violette Feenbarsch erreicht eine Körperlänge von 10–15 cm und zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Männchen sind größer und prachtvoller gefärbt: Ihr Körper leuchtet in einem intensiven Violett bis Amethyst, oft mit einem gelblichen oder orangefarbenen Bereich an der Brust und Kehle. Die Rückenflosse ist verlängert und zeigt leuchtende Farbakzente.
Weibchen sind etwas kleiner und dezenter gefärbt – typischerweise lavendelfarben bis rosa-violett mit einer gelblichen Bauchseite. Der Körper ist seitlich abgeflacht und stromlinienförmig, typisch für die Gattung Pseudanthias. Die großen Augen und das leicht oberständige Maul verraten den Planktonfresser.
Verbreitung & Lebensraum
Du findest den Violetten Feenbarsch im westlichen Pazifik, von den Philippinen über Indonesien und Palau bis nach Mikronesien und in den westlichen Teil des Pazifischen Ozeans. Er bewohnt strömungsreiche Außenriffkanten und Steilwände in Tiefen von 10–40 Metern.
Die Tiere leben in großen Schwärmen oberhalb des Riffs, wo sie herantreibendes Zooplankton abfangen. Sie bevorzugen Bereiche mit moderater bis starker Strömung, die einen stetigen Nachschub an Plankton gewährleistet. Bei Gefahr flüchten sie blitzschnell in die schützenden Spalten und Höhlen des Riffs.
Lebensweise & Verhalten
Der Violette Feenbarsch lebt in Haremsgruppen, die aus einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Die Tiere sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages mit der Jagd nach Zooplankton in der Wassersäule. Nachts ziehen sie sich in schützende Riffspalten zurück.
Wie alle Fahnenbarsche ist die Art ein protogynischer Zwitter: Alle Tiere werden zunächst als Weibchen geboren. Fällt das dominante Männchen einer Gruppe aus, wandelt sich das ranghöchste Weibchen innerhalb weniger Wochen in ein funktionsfähiges Männchen um. Dieser Geschlechtswechsel geht mit einer markanten Farbveränderung einher und ist irreversibel.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Violette Feenbarsch fast ausschließlich von Zooplankton, insbesondere von Copepoden, Mysis-Krebsen und anderen kleinen Krebstieren, die er in der Strömung fängt.
Im Aquarium solltest du mehrmals täglich kleine Portionen Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops anbieten. Hochwertiges, feinkörniges Granulat wird nach einer Eingewöhnungsphase ebenfalls akzeptiert. Eine regelmäßige und häufige Fütterung ist bei Fahnenbarschen besonders wichtig, da sie einen hohen Stoffwechsel haben und bei unzureichender Ernährung schnell abmagern können.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet in der Gruppe statt. Das dominante Männchen balzt intensiv um die laichbereiten Weibchen, wobei es seine Farben besonders intensiv zur Schau stellt. Die Paarung erfolgt typischerweise in der Dämmerung.
Das Paar steigt gemeinsam in die Wassersäule auf und gibt gleichzeitig Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Die befruchteten Eier treiben pelagisch und die Larven entwickeln sich im Plankton. Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher extrem selten gelungen und erfordert spezialisierte Aufzuchtbedingungen.
Haltung im Aquarium
Der Violette Feenbarsch eignet sich für Riffaquarien ab 400 Litern. Er sollte idealerweise als Haremsgruppe mit einem Männchen und mindestens drei bis fünf Weibchen gehalten werden. Einzelhaltung oder die Haltung von mehreren Männchen führt zu Stress und Aggressionen.
Die Einrichtung sollte reichlich Lebendgestein mit Höhlen und Spalten als Rückzugsmöglichkeit bieten. Eine moderate Strömung simuliert die natürlichen Bedingungen an der Riffkante. Der Fisch ist vollständig riffkompatibel und lässt Korallen und Wirbellose unbehelligt.
Die Wassertemperatur sollte stabil bei 24–27 °C gehalten werden. Der Violette Feenbarsch ist empfindlicher als einige andere Fahnenbarscharten und benötigt stabile Wasserwerte und eine regelmäßige, abwechslungsreiche Fütterung. Er ist für fortgeschrittene Meerwasseraquarianer empfehlenswert.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Violette Feenbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art kommt im westlichen Pazifik häufig vor und bildet dort große Populationen an geeigneten Riffstandorten.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge importiert, überwiegend aus den Philippinen und Indonesien. Der Transport ist eine kritische Phase, da Fahnenbarsche empfindlich auf Stress reagieren. Nachzuchten sind bislang kaum verfügbar, was die Art weiterhin von Wildfängen abhängig macht.
Quellen
- FishBase: Pseudanthias pascalus – fishbase.se
- IUCN Red List: Pseudanthias pascalus – iucnredlist.org
- Allen, G. R. & Erdmann, M. V. (2012): Reef Fishes of the East Indies. Tropical Reef Research.
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
- Coral Magazine: Anthias Care Guide – coral-magazine.com
