Der Wabenschilderwels, auch Sailfin Pleco genannt, ist einer der größten und bekanntesten Harnischwelse in der Aquaristik. Mit seinem eindrucksvollen Leopardenmuster und seiner imposanten Segelrückenflosse wird er häufig als „Algenfresser" verkauft – was bei einer Endgröße von bis zu 50 cm schnell zum Problem werden kann.
| Wissenschaftlicher Name | Pterygoplichthys gibbiceps |
| Ordnung | Welsartige (Siluriformes) |
| Familie | Harnischwelse (Loricariidae) |
| Gattung | Pterygoplichthys |
| Größe | 30–50 cm |
| Gewicht | 200–1000 g |
| Lebenserwartung | 15–20 Jahre |
| Verbreitung | Amazonas- und Orinoco-Becken (invasiv in vielen tropischen Ländern) |
| Lebensraum | Große Flüsse, Überschwemmungsgebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6.0–7.5 |
| Wasserhärte | 2–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Wabenschilderwels erreicht eine beeindruckende Körperlänge von 30–50 cm und ist damit einer der größten in der Aquaristik gehaltenen Harnischwelse. Der Körper ist kräftig und von oben nach unten abgeflacht, typisch für bodenbewohnende Saugwelse. Die gesamte Oberseite ist von knöchernen Platten bedeckt, die einen effektiven Schutzpanzer bilden.
Das namensgebende Wabenmuster besteht aus dunkelbraunen bis schwarzen Flecken auf hellem Grund, die an ein Leopardenfell oder eine Bienenwabe erinnern. Das auffälligste Merkmal ist die riesige, segelartige Rückenflosse mit 12–14 Strahlen, die dem Fisch seinen englischen Namen „Sailfin Pleco" einbrachte. Die Unterseite ist hell und frei von Panzerplatten. Das breite, saugnapfförmige Maul dient zum Festhalten an Oberflächen und zum Abraspeln von Aufwuchs.
Verbreitung & Lebensraum
Der Wabenschilderwels stammt ursprünglich aus dem Amazonas- und Orinoco-Becken in Südamerika. Durch Aussetzungen und Aquarienflüchtlinge hat er sich jedoch in zahlreichen tropischen Ländern als invasive Art etabliert – unter anderem in den USA (Florida, Texas), Mexiko, den Philippinen, Malaysia und Australien.
In seiner Heimat bewohnt er große Flüsse und deren Nebengewässer sowie saisonale Überschwemmungsgebiete. Er bevorzugt Bereiche mit Wurzeln und versunkenem Holz, an denen er sich tagsüber festsaugt und ruht. In den Überschwemmungsgebieten kann er bei sinkendem Wasserstand kurze Strecken über Land zurücklegen.
Lebensweise & Verhalten
Der Wabenschilderwels ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber hängt er regungslos an Wurzeln, Steinen oder der Aquarienscheibe. In der Dämmerung wird er aktiv und durchstreift das Becken auf der Suche nach Nahrung. Er kann sich mit seinem kräftigen Saugmaul an nahezu jeder Oberfläche festhalten.
Trotz seiner Größe ist er gegenüber den meisten Fischen friedlich, kann aber gegenüber anderen großen Welsen territorial werden. Bei der Vergesellschaftung ist zu beachten, dass er nachts über ruhende Fische kriechen und deren Schleimhaut beschädigen kann, insbesondere bei Diskusfischen und Skalaren. Als invasive Art verursacht er in vielen tropischen Gewässern erhebliche ökologische Schäden, indem er Ufer untergräbt und einheimische Arten verdrängt.
Ernährung
Der Wabenschilderwels ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für pflanzliche Kost. In der Natur ernährt er sich von Aufwuchsalgen, Holz (ja, er raspelt tatsächlich Holz!), Detritus und gelegentlich kleinen Wirbellosen. Im Aquarium nimmt er Algentabletten, Spirulina-Futter, Gemüse (Gurke, Zucchini, Salat, Kartoffel) und Sinkfutter gerne an.
Wurzelholz sollte im Aquarium vorhanden sein, da es einen wichtigen Bestandteil der Ernährung darstellt – die darin enthaltene Zellulose unterstützt die Verdauung. Ergänzend werden Frostfutter und Futtertabletten akzeptiert. Beachte, dass der Wabenschilderwels trotz seiner Rolle als „Algenfresser" allein von Algen nicht satt wird und regelmäßig zugefüttert werden muss.
Fortpflanzung
Die Zucht des Wabenschilderwelses im Aquarium ist äußerst selten und erfordert sehr große Becken mit speziellen Bedingungen. In der Natur graben die Tiere tiefe Höhlen in die Flussufer, in denen die Eier abgelegt und vom Männchen bewacht werden. Die Bruthöhlen können bis zu einen Meter tief sein.
Das Männchen betreibt intensive Brutpflege und bewacht die Eier, bis die Larven schlüpfen. Pro Gelege werden mehrere hundert große Eier produziert. In kommerziellen Zuchtanlagen gelingt die Vermehrung in großen Teichanlagen. Die im Handel erhältlichen Tiere stammen sowohl aus Wildfängen als auch aus Farmzuchten in Südostasien.
Haltung im Aquarium
Der Wabenschilderwels benötigt ein Aquarium ab 500 Litern – ein Punkt, der beim Kauf der oft winzigen Jungtiere im Zoofachhandel häufig unterschätzt wird. Ein 5 cm großes Jungtier wächst innerhalb weniger Jahre auf 30–50 cm heran und benötigt dann ein entsprechend großes Becken. Große Wurzeln, die dem Wels als Ruheplätze und Nahrungsquelle dienen, sind unerlässlich.
Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Eine leistungsstarke Filterung ist zwingend notwendig, da der große Wels erhebliche Mengen an Stoffwechselprodukten erzeugt. Regelmäßige Wasserwechsel von mindestens 30 % pro Woche sind Pflicht.
Die Vergesellschaftung mit robusten Fischen mittlerer bis großer Größe ist möglich. Vermeide die Haltung mit flachen, langsamen Fischen wie Diskusfischen, da der Wels nachts deren Schleimhaut abfressen kann. Bedenke vor dem Kauf die langfristige Verpflichtung – Wabenschilderwelse werden bis zu 20 Jahre alt und 50 cm groß!
Gefährdung & Schutzstatus
Der Wabenschilderwels wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft – im Gegenteil, als invasive Art ist er in vielen tropischen Ländern ein erhebliches ökologisches Problem. Ausgesetzte oder entwichene Exemplare haben sich in Florida, Texas, Mexiko, den Philippinen und anderen Regionen etabliert.
Die invasiven Populationen verursachen Schäden an Flussufern durch ihre Bruthöhlen, verdrängen einheimische Fischarten und verändern die Ökosysteme. Setze niemals Aquarienfische in die Natur aus – dies gilt für alle Arten, aber besonders für den robusten und anpassungsfähigen Wabenschilderwels.
Quellen
- FishBase: Pterygoplichthys gibbiceps – fishbase.se
- Planeta Catfish: Pterygoplichthys gibbiceps – planetcatfish.com
- Nico, L.G. et al. (2012): Discovery of the invasive Mayan Cichlid fish in the USA. BioInvasions Records, 1(3), 197–200.
- IUCN Red List: Pterygoplichthys gibbiceps – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Pterygoplichthys gibbiceps – seriouslyfish.com
