Der Waldsalamander, auch Westlicher Schleimsalamander genannt, ist ein mittelgroßer lungenloser Salamander der südzentralen USA. Er lebt in Laubwäldern und an Felshängen von Missouri bis Texas. Sein Name „albagula" (weiße Kehle) bezieht sich auf die helle Kehlzeichnung, die ihn von verwandten Arten unterscheidet.
| Wissenschaftlicher Name | Plethodon albagula |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Plethodon |
| Größe | 10–17 cm |
| Gewicht | 5–15 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Südzentrale USA (Missouri bis Texas) |
| Lebensraum | Laubwälder, Felshänge, Kalksteinhöhlen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Waldsalamander erreicht eine Gesamtlänge von 10–17 cm und ist kräftig gebaut. Die Grundfarbe ist glänzend schwarz mit zahlreichen weißen bis silbrigen Flecken, die besonders auf den Flanken und Beinen dicht stehen. Die namensgebende weiße Kehlzeichnung (albagula = weiße Kehle) ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Plethodon-Arten.
Die Haut ist glatt und glänzend, produziert aber bei Bedrohung ein klebriges, schleimiges Sekret, das an den Händen haftet – daher der englische Name „Slimy Salamander". Der Körper ist schlank mit gut entwickelten Beinen und einem runden Schwanz. Wie alle Plethodontiden ist er lungenlos und besitzt eine deutliche Nasolabialrinne.
Verbreitung & Lebensraum
Der Waldsalamander kommt in den südzentralen USA vor – von Missouri und Arkansas im Norden über Oklahoma bis nach Zentral-Texas im Süden. Sein Verbreitungsgebiet liegt westlich des Mississippi und grenzt an die Areale verwandter Plethodon-Arten im Osten.
Du findest diesen Salamander in feuchten Laubwäldern, an bewaldeten Felshängen und in der Nähe von Kalksteinhöhlen. Er bevorzugt Gebiete mit reichlich Steinen, Felsspalten und morschem Holz als Verstecke. In den Ozark Mountains und den Ouachita Mountains ist er besonders häufig. Feuchte, schattige Hänge mit tiefem Laub bieten optimale Bedingungen.
Lebensweise & Verhalten
Der Waldsalamander ist nachtaktiv und verbringt den Tag unter Steinen, in Felsspalten und unter morschem Holz. An feuchten, kühlen Nächten kommt er an die Oberfläche, um zu jagen. In trockenen oder sehr heißen Perioden zieht er sich in tiefere, feuchtere Bodenschichten oder in Höhleneingänge zurück.
Bei Bedrohung produziert der Waldsalamander ein extrem klebriges Hautsekret, das an den Fingern von Fressfeinden haftet und sie behindert. Dieses Sekret ist so klebrig, dass es sich schwer von der menschlichen Haut entfernen lässt. Die Art ist territorial und verteidigt ihren Unterschlupf gegen Artgenossen.
Ernährung
Der Waldsalamander ernährt sich von einer Vielzahl bodenlebender Wirbelloser. Auf dem Speiseplan stehen Ameisen, Käfer, Spinnen, Milben, Asseln, kleine Schnecken und Regenwürmer. Ameisen machen oft den größten Anteil der Nahrung aus.
Die Beute wird nachts auf dem Waldboden und unter Steinen gesucht und mit der projektilen Zunge oder durch direktes Zupacken erbeutet. Der Waldsalamander spielt als Prädator der Bodenfauna eine wichtige Rolle im Waldökosystem der Ozark-Region.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst statt. Das Weibchen speichert die Spermien und legt im Sommer 6–25 große Eier in einer Traube in feuchten Höhlräumen unter Steinen oder in Felsspalten ab. Das Weibchen bewacht die Eier während der gesamten Entwicklungszeit von mehreren Monaten.
Die Entwicklung verläuft direkt ohne aquatisches Larvenstadium. Die fertig entwickelten Jungtiere schlüpfen als Miniaturausgaben der Erwachsenen und sind sofort selbstständig. Die Weibchen pflanzen sich oft nur alle 2 Jahre fort. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Waldsalamander eignet sich für die Terrarienhaltung in einem feuchten Waldterrarium ab 60 × 30 × 30 cm. Die Einrichtung sollte feuchte Walderde, Moos, flache Steine, morsches Holz und Rindenstücke als Verstecke umfassen. Ein Wasserbecken ist nicht zwingend erforderlich.
Die Temperatur sollte bei 16–22 °C liegen, nachts etwas kühler. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–85 % gehalten werden. Gefüttert wird mit Heimchen, Asseln, Regenwürmern und Wachsmottenlarven. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate wird empfohlen. Beachte: Das klebrige Hautsekret ist harmlos, aber schwer von den Händen zu entfernen – Handschuhe beim Hantieren sind empfehlenswert.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Waldsalamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten in den Ozark Mountains und angrenzenden Gebieten noch häufig. Lokal können Populationen durch Waldrodung und Lebensraumfragmentierung bedroht sein.
Der Erhalt zusammenhängender Laubwaldgebiete mit natürlichen Felshabitaten ist für den Schutz der Art wichtig. Die Art profitiert vom Schutz der Wälder in den Ozark National Forests und angrenzenden Schutzgebieten.
Quellen
- AmphibiaWeb: Plethodon albagula – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Plethodon albagula – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
