Warum ist Wasseraufbereitung wichtig?
Garnelen gehören zu den empfindlichsten Aquarienbewohnern, wenn es um die Wasserqualität geht. Leitungswasser enthält häufig Chlor, Chloramin, Kupfer und andere Schwermetalle, die für Garnelen bereits in geringen Konzentrationen giftig sein können. Kupfer ist besonders gefährlich – schon Spuren aus Kupferleitungen können zum Tod der gesamten Garnelengruppe führen.
Darüber hinaus haben viele Garnelenarten spezifische Anforderungen an die Wasserhärte und den pH-Wert, die mit normalem Leitungswasser nicht erfüllt werden können. Weichwasser-Arten wie Bienengarnelen benötigen extrem weiches, leicht saures Wasser, während Sulawesi-Garnelen hartes, alkalisches Wasser brauchen.
Osmosewasser als Basis
Die beste Grundlage für die Garnelenhaltung ist Osmosewasser (RO-Wasser), das mit einer Umkehrosmoseanlage hergestellt wird. Diese Anlagen entfernen bis zu 98 % aller gelösten Stoffe aus dem Leitungswasser und liefern nahezu reines Wasser. Die Anschaffungskosten für eine Osmoseanlage amortisieren sich schnell, besonders bei mehreren Garnelenbecken.
Reines Osmosewasser ist jedoch zu mineralienarm für Garnelen und muss mit speziellen Aufhärtesalzen auf die gewünschten Werte gebracht werden. Für Weichwasser-Garnelen (Caridina) verwendest du „Bee Shrimp Mineral" oder vergleichbare Produkte, für Neocaridina-Arten „Shrimp Mineral GH/KH+" und für Sulawesi-Garnelen spezielle Sulawesi-Mineralsalze.
Wasseraufbereiter und ihre Wirkung
Wenn du kein Osmosewasser verwenden möchtest, kannst du Leitungswasser mit Wasseraufbereitern behandeln. Diese Produkte binden Chlor, Chloramin und Schwermetalle und machen das Wasser garnelensicher. Achte unbedingt darauf, einen kupferfreien Wasseraufbereiter zu verwenden, der explizit für Wirbellose geeignet ist.
Einige Wasseraufbereiter enthalten zusätzlich schleimhautschützende Substanzen und nützliche Bakterien. Für die regelmäßige Wasseraufbereitung reichen jedoch einfache Entchlorungsmittel in der Regel aus. Lass aufbereitetes Leitungswasser vor dem Einfüllen einige Stunden stehen, damit sich die Wassertemperatur angleichen kann.
Wasserwerte messen und kontrollieren
Regelmäßige Wassertests sind für die Garnelenhaltung unerlässlich. Folgende Parameter solltest du überwachen: pH-Wert, Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH), Ammoniak/Ammonium, Nitrit, Nitrat und die Temperatur. Digitale TDS-Messgeräte (Total Dissolved Solids) sind praktische Hilfsmittel, um die Gesamtmineralisation des Wassers schnell zu überprüfen.
Teste die Wasserwerte mindestens einmal pro Woche und immer vor und nach einem Wasserwechsel. Führe ein Wasserwerte-Tagebuch, um Trends und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei Auffälligkeiten (z. B. steigendem Nitrat oder sinkendem pH-Wert) reagiere sofort mit einem Teilwasserwechsel.
Wasserwechsel richtig durchführen
Regelmäßige Wasserwechsel sind die wichtigste Pflegemaßnahme für Garnelenbecken. Wechsle wöchentlich 10–20 % des Beckenvolumens. Das Frischwasser sollte dieselbe Temperatur (±1 °C) und die gleichen Wasserwerte (GH, KH, pH) wie das Beckenwasser haben. Große oder abrupte Wasserwechsel können bei Garnelen Stress und Häutungsprobleme auslösen.
Bereite das Wechselwasser am besten einen Tag vorher vor, indem du Osmosewasser mit Aufhärtesalz mischst und auf Beckentemperatur bringst. Fülle das Frischwasser langsam ein – idealerweise tropfenweise über einen Luftschlauch. So werden plötzliche Parameteränderungen vermieden und die Garnelen können sich langsam an das neue Wasser gewöhnen.
Häufige Probleme vermeiden
Das häufigste Problem bei der Wasseraufbereitung ist die unzureichende Entfernung von Kupfer und Schwermetallen. Wenn du in einem Haus mit alten Kupferleitungen wohnst, lass das Wasser morgens einige Minuten laufen, bevor du es für das Aquarium verwendest, oder verwende ausschließlich Osmosewasser.
Ein weiteres häufiges Problem sind instabile Wasserwerte, insbesondere in kleinen Becken. Verwende aktiven Soil als Bodengrund für Weichwasserbecken – er puffert den pH-Wert zuverlässig im sauren Bereich. Für Sulawesi-Garnelen und Neocaridina-Arten sorge durch ausreichende Karbonathärte (KH 2–6 °dKH) für eine stabile Pufferung.
Düngemittel und CO₂-Düngung sollten in Garnelenbecken sparsam eingesetzt werden. Viele Flüssigdünger enthalten Kupfer in Spurenmengen, das sich im Becken anreichern kann. Verwende garnelensichere Dünger und dosiere CO₂ vorsichtig, um starke pH-Schwankungen zu vermeiden.
Quellen
- Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
- Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
- Garnelenhaus: Wasseraufbereitung – garnelenhaus.de
