Garnelen

Wasserwerte für Garnelenbecken

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Wasserwerte für Garnelenbecken

Zusammenfassung

Die richtigen Wasserwerte sind das Fundament erfolgreicher Garnelenhaltung. Jede Garnelenart hat spezifische Anforderungen an pH-Wert, Härte und Temperatur. Stabilität ist dabei wichtiger als perfekte Zielwerte.

Warum Wasserwerte entscheidend sind

Garnelen sind empfindlicher gegenüber Schwankungen der Wasserchemie als die meisten Aquarienfische. Ihre Physiologie – insbesondere der regelmäßige Häutungsprozess – erfordert stabile Mineralienverhältnisse im Wasser. Bereits geringe Abweichungen können zu Häutungsproblemen, Stress und im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen.

Die wichtigsten Parameter für Garnelenbecken sind der pH-Wert, die Gesamthärte (GH), die Karbonathärte (KH), die Temperatur und die Stickstoffverbindungen (Ammoniak, Nitrit, Nitrat). Je nach Garnelenart unterscheiden sich die optimalen Wertebereiche erheblich – eine Bienengarnele hat grundlegend andere Ansprüche als eine Sulawesi-Garnele.

pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, ob das Wasser sauer (unter 7), neutral (7) oder alkalisch (über 7) ist. Neocaridina-Garnelen tolerieren einen breiten Bereich von pH 6,5–8,0. Caridina-Bienengarnelen bevorzugen saures Wasser mit pH 5,5–7,0. Sulawesi-Garnelen benötigen alkalisches Wasser mit pH 7,5–8,5.

Der pH-Wert hängt eng mit der Karbonathärte zusammen: Eine hohe KH puffert den pH-Wert und verhindert starke Schwankungen. In Weichwasserbecken mit niedriger KH kann aktiver Soil den pH-Wert stabilisieren. Kontrolliere den pH-Wert mindestens wöchentlich und reagiere frühzeitig auf Veränderungen.

Gesamthärte (GH)

Die Gesamthärte misst die Konzentration von Kalzium- und Magnesiumionen im Wasser. Diese Mineralien sind für Garnelen essenziell, da sie für den Panzeraufbau nach jeder Häutung benötigt werden. Ein Mangel führt zu Häutungsproblemen und kann tödlich enden.

Neocaridina-Garnelen kommen mit einer breiten Gesamthärte von 6–20 °dGH zurecht. Caridina-Bienengarnelen benötigen weiches Wasser mit 0–6 °dGH. Sulawesi-Garnelen und einige Neocaridina-Populationen gedeihen bei 3–8 °dGH. Verwende geeignete Aufhärtesalze, um den GH-Wert auf den gewünschten Bereich einzustellen.

Karbonathärte (KH)

Die Karbonathärte misst die Pufferkapazität des Wassers und beeinflusst die Stabilität des pH-Wertes. Eine ausreichende KH verhindert pH-Stürze, die für Garnelen lebensbedrohlich sein können. Für Neocaridina-Becken wird eine KH von 2–8 °dKH empfohlen.

In Caridina-Bienengarnelenbecken mit aktivem Soil wird die KH bewusst niedrig gehalten (0–2 °dKH), da der Soil den pH-Wert puffert. Verwende in solchen Becken Aufhärtesalze, die nur die GH, nicht aber die KH erhöhen (z. B. „Bee Shrimp Mineral GH+"). In Becken ohne Soil-Bodengrund ist eine minimale KH-Pufferung empfehlenswert.

Temperatur

Die optimale Temperatur variiert je nach Garnelenart. Neocaridina-Garnelen sind mit 18–26 °C sehr tolerant. Caridina-Bienengarnelen bevorzugen kühlere Temperaturen von 18–24 °C – zu hohe Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel und verkürzen die Lebensdauer. Sulawesi-Garnelen benötigen konstant warmes Wasser von 26–30 °C.

Konstanz ist bei der Temperatur besonders wichtig. Tägliche Schwankungen von mehr als 2 °C stressen die Garnelen und können Häutungsprobleme auslösen. Verwende einen zuverlässigen Heizstab mit Thermostat und platziere das Becken nicht in der Nähe von Heizkörpern oder in direktem Sonnenlicht, um Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Stickstoffverbindungen

Ammoniak (NH₃) und Nitrit (NO₂⁻) sind für Garnelen hochgiftig und sollten immer bei 0 mg/l liegen. Diese Werte werden durch den biologischen Filter abgebaut – vorausgesetzt, das Becken ist ordentlich eingefahren. Nitrat (NO₃⁻) ist weniger giftig, sollte aber unter 20 mg/l gehalten werden.

Regelmäßige Wasserwechsel, eine angemessene Futtermenge und ein gut funktionierender Filter halten die Stickstoffwerte in Schach. Wenn du erhöhte Ammoniak- oder Nitritwerte misst, führe sofort einen großen Wasserwechsel durch und reduziere die Fütterung. Überprüfe auch, ob der Filter ordnungsgemäß funktioniert.

TDS und Leitwert

Der TDS-Wert (Total Dissolved Solids) gibt die Gesamtmenge der gelösten Feststoffe im Wasser an und wird in ppm (parts per million) gemessen. Er ist ein nützlicher Schnellindikator für die Gesamtmineralisation des Wassers. Für Neocaridina-Garnelen ist ein TDS von 150–350 ppm üblich, für Caridina-Bienengarnelen 100–200 ppm und für Sulawesi-Garnelen 150–250 ppm.

Ein digitales TDS-Messgerät ist ein preiswertes und praktisches Werkzeug für die schnelle Wasserüberwachung. Beachte jedoch, dass der TDS-Wert allein keine Aussage über die Zusammensetzung des Wassers macht – er misst nur die Gesamtmenge. Ergänze die TDS-Messung daher immer durch regelmäßige GH-, KH- und pH-Tests.

Quellen

  1. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  2. Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
  3. Dennerle: Wasserwerte für Garnelen – dennerle.com

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