Fische (Salzwasser)

Weißkopf-Schleimfisch (Ecsenius bathi)

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Weißkopf-Schleimfisch (Ecsenius bathi)

Bildquelle: Tiago Sa Brito / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Weißkopf-Schleimfisch ist ein winziger, charmanter Riffbewohner von den Philippinen. Mit seinem kontrastreich gefärbten Körper – weißer Vorderkörper und dunkler Hinterkörper – und seinem frechen, neugierigen Wesen ist er ein idealer Bewohner für Nano-Riffaquarien.

Der Weißkopf-Schleimfisch ist ein winziger, charmanter Riffbewohner von den Philippinen. Mit seinem kontrastreich gefärbten Körper – weißer Vorderkörper und dunkler Hinterkörper – und seinem frechen, neugierigen Wesen ist er ein idealer Bewohner für Nano-Riffaquarien.

Steckbrief: Weißkopf-Schleimfisch (Ecsenius bathi)
Wissenschaftlicher NameEcsenius bathi
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieSchleimfische (Blenniidae)
GattungEcsenius
Größe4–6 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungWestlicher Pazifik (Philippinen)
LebensraumKorallenriffe, flache Riffbereiche mit Algenbewuchs
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Weißkopf-Schleimfisch erreicht eine Körperlänge von nur 4–6 cm und gehört damit zu den kleinsten Riffbewohnern. Sein auffälligstes Merkmal ist die zweigeteilte Färbung: Die vordere Körperhälfte einschließlich des Kopfes ist leuchtend weiß bis cremefarben, während die hintere Hälfte dunkelbraun bis schwarz gefärbt ist. Die Trennlinie verläuft etwa auf Höhe der Körpermitte und ist scharf abgegrenzt.

Der Kopf ist rundlich mit großen, ausdrucksvollen Augen und einem steil abfallenden Profil – typisch für Schleimfische. Über den Augen sitzen kleine, fedrige Tentakel (Cirri), die für die Familie der Schleimfische charakteristisch sind. Der Körper ist langgestreckt und leicht seitlich abgeflacht, ohne sichtbare Schuppen.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest den Weißkopf-Schleimfisch ausschließlich im westlichen Pazifik, wo er auf die Philippinen beschränkt ist. Er bewohnt flache Korallenriffe in Tiefen von 5–25 Metern, bevorzugt in Bereichen mit reichem Algenbewuchs auf Lebendgestein.

Die Tiere halten sich bevorzugt in der Nähe von kleinen Höhlen und Spalten im Riffgestein auf, in die sie sich bei Gefahr blitzschnell zurückziehen. Sie sind bodennah orientiert und selten weit von ihrem Versteck entfernt. Trotz des relativ begrenzten Verbreitungsgebiets kann die Art lokal häufig sein.

Lebensweise & Verhalten

Der Weißkopf-Schleimfisch ist tagaktiv und zeigt ein typisches Schleimfisch-Verhalten: Er sitzt häufig am Eingang seiner Höhle, schaut mit seinem rundlichen Kopf heraus und beobachtet neugierig die Umgebung. Bei der geringsten Gefahr verschwindet er blitzschnell im Versteck, um kurz darauf wieder vorsichtig herauszulugen.

Die Tiere sind territorial und verteidigen einen kleinen Bereich um ihr Versteck gegen Artgenossen und andere Schleimfische. Gegenüber anderen Fischarten sind sie hingegen friedlich und ignorieren sie weitgehend. Ihr freches, neugieriges Wesen macht sie zu besonders unterhaltsamen Aquarienbewohnern.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Weißkopf-Schleimfisch hauptsächlich von Algen und Aufwuchs, die er von Gesteins- und Korallenoberflächen abweidet. Ergänzend frisst er winzige Krebstiere und andere Kleinstlebewesen, die er im Algenbewuchs findet.

Im Aquarium akzeptiert er eine Vielzahl von Futtersorten: Frostfutter wie Artemia und Mysis, hochwertiges Granulat und Flockenfutter sowie Algenblätter (Nori). Füttere zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen. Ein gewisser Algenbewuchs auf dem Lebendgestein ist willkommen, da der Fisch diesen aktiv abweidet und so zu einem natürlichen Algenkontrolleur wird.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung des Weißkopf-Schleimfischs ist relativ wenig bekannt. Wie andere Ecsenius-Arten legt das Weibchen vermutlich kleine Eipakete in Höhlen oder leere Schneckenhäuser ab, die vom Männchen bewacht werden.

Die Eier werden bis zum Schlupf vom Männchen betreut und gegen Eindringlinge verteidigt. Die Larven sind winzig und treiben zunächst als Plankton im freien Wasser. Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert, aber angesichts der erfolgreichen Zucht verwandter Ecsenius-Arten durchaus denkbar.

Haltung im Aquarium

Der Weißkopf-Schleimfisch ist ein idealer Bewohner für Nano-Riffaquarien ab 60 Litern. Die Einrichtung sollte Lebendgestein mit kleinen Höhlen und Spalten bieten, in denen sich der Fisch verstecken kann. Einige Bereiche mit Algenbewuchs sind erwünscht, da der Fisch diese als natürliche Nahrungsquelle nutzt.

Halte nur ein einzelnes Exemplar oder ein Paar, da Artgenossen bekämpft werden. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen, kleinen Riffbewohnern ist problemlos möglich. Der Fisch ist vollständig riffkompatibel und lässt Korallen und Wirbellose unbehelligt.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Der Weißkopf-Schleimfisch ist robust und pflegeleicht und eignet sich hervorragend für Einsteiger in die Nano-Meerwasseraquaristik. Sein freches, neugieriges Wesen macht ihn zu einem äußerst unterhaltsamen Pflegling.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Weißkopf-Schleimfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Obwohl sein Verbreitungsgebiet auf die Philippinen beschränkt ist, kommt er dort in geeigneten Habitaten häufig vor.

Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge von den Philippinen importiert. Die Art ist im Handel nicht immer verfügbar, wird aber regelmäßig angeboten. Nachzuchten sind bislang nicht im Handel erhältlich. Der Schutz der philippinischen Korallenriffe ist entscheidend für den Erhalt dieser Art.

Quellen

  1. FishBase: Ecsenius bathifishbase.se
  2. IUCN Red List: Ecsenius bathiiucnredlist.org
  3. Springer, V. G. & Williams, J. T. (1994): The Indo-West Pacific blenniid fish genus Ecsenius. Smithsonian Contributions to Zoology.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.

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