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Weißwangengrundel (Rhinogobius duospilus)

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Weißwangengrundel (Rhinogobius duospilus)

Bildquelle: Magdalena Teterdynko / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Weißwangengrundel ist eine kleine, attraktive Süßwassergrundel aus den Bergbächen Südchinas, die durch ihre leuchtend weißen Wangenflecken und ihr lebhaftes Temperament besticht. Als Bewohnerin kühler Fließgewässer eignet sie sich hervorragend für ungeheizte oder subtropische Aquarien.

Die Weißwangengrundel ist eine kleine, attraktive Süßwassergrundel aus den Bergbächen Südchinas, die durch ihre leuchtend weißen Wangenflecken und ihr lebhaftes Temperament besticht. Als Bewohnerin kühler Fließgewässer eignet sie sich hervorragend für ungeheizte oder subtropische Aquarien.

Steckbrief: Weißwangengrundel (Rhinogobius duospilus)
Wissenschaftlicher NameRhinogobius duospilus
OrdnungGrundelartige (Gobiiformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungRhinogobius
Größe4–6 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdchina, Vietnam, Hongkong
LebensraumKlare Bergbäche, steinige Fließgewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur18–24 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Weißwangengrundel erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt den typischen, langgestreckten und leicht abgeflachten Grundelkörper. Das auffälligste Merkmal sind die namensgebenden leuchtend weißen bis hellblauen Flecken auf den Wangen, die bei Männchen besonders intensiv ausgeprägt sind und einen attraktiven Kontrast zur sonst braungrauen Grundfärbung bilden.

Männchen zeigen zudem eine intensivere Färbung mit rötlich-orangen Akzenten an den Flossen und oft einem bläulichen Schimmer auf den Flanken. Die erste Rückenflosse kann bei Männchen verlängerte Strahlen aufweisen. Die Bauchflossen sind wie bei allen Grundeln zu einer Saugscheibe verwachsen, mit der sich der Fisch an Steinen und anderen Oberflächen festhalten kann. Weibchen sind schlichter gefärbt und etwas kleiner.

Verbreitung & Lebensraum

Die Weißwangengrundel stammt aus Südchina, Vietnam und Hongkong, wo sie in klaren, schnell fließenden Bergbächen und Gebirgsflüssen vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die Küstengebirge Südchinas und die angrenzenden Regionen Nordvietnams.

In der Natur bewohnt sie steinige Fließgewässer mit klarem, kühlem und sauerstoffreichem Wasser. Der Bodengrund besteht aus Kieseln, Steinen und gelegentlich Sand. Die Wassertemperaturen in ihrem Lebensraum schwanken saisonal stark – von kühlen 14 °C im Winter bis etwa 26 °C im Hochsommer. Diese Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen macht sie zu einer interessanten Art für subtropische Aquarien.

Lebensweise & Verhalten

Die Weißwangengrundel ist ein lebhafter, bodenbewohnender Fisch, der sich den Großteil der Zeit auf Steinen und dem Substrat aufhält. Die Tiere sind territorial – besonders Männchen verteidigen ihre bevorzugten Steine und Höhlen energisch gegen Rivalen. Dabei zeigen sie beeindruckende Imponiergebaren mit aufgestellten Flossen und intensivierter Färbung.

Trotz des Territorialverhaltens ist die Weißwangengrundel gegenüber anderen Fischarten in der Regel friedlich. In einem gut strukturierten Becken mit ausreichend Verstecken können mehrere Tiere zusammengehalten werden. Die Grundeln sind tagaktiv und faszinierend zu beobachten, wie sie von Stein zu Stein hüpfen und ihr Umfeld erkunden.

Ernährung

Die Weißwangengrundel ernährt sich in der Natur von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Krebstierchen und Algenaufwuchs, den sie von Steinen abpickt. Im Aquarium nimmt sie bereitwillig Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops und fein gehacktes Muschelfleisch an.

Auch feines Granulat und Tablettenfutter werden nach einer Eingewöhnung akzeptiert. Die Tiere fressen bevorzugt am Boden und picken ihre Nahrung gezielt von Steinen und dem Substrat auf. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da die kleinen Grundeln einen schnellen Stoffwechsel haben.

Fortpflanzung

Die Zucht der Weißwangengrundel im Aquarium ist gut möglich und eine lohnende Herausforderung. Das Männchen besetzt eine Höhle (z. B. unter einem flachen Stein) und lockt das Weibchen mit Imponierverhalten und intensiver Färbung an. Das Weibchen legt 50–150 Eier an die Decke der Höhle, die vom Männchen befruchtet und bewacht werden.

Das Männchen betreibt intensive Brutpflege – es fächelt den Eiern Frischwasser zu und verteidigt die Höhle aggressiv. Die Larven schlüpfen nach 7–14 Tagen (je nach Temperatur) und sind bereits relativ groß. Sie können sofort mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und feinem Frostfutter gefüttert werden. Die Aufzucht in einem separaten Becken erhöht die Überlebensrate deutlich.

Haltung im Aquarium

Die Weißwangengrundel eignet sich für Aquarien ab 60 Litern. Die Einrichtung sollte den natürlichen Bergbach nachbilden: Zahlreiche flache Steine, Kiesel, Wurzeln und eine moderate Strömung durch einen leistungsfähigen Filter. Der Bodengrund kann aus feinem Kies oder Sand bestehen, ergänzt durch größere Steine, die als Reviermarken und potenzielle Laichplätze dienen.

Die Wassertemperatur sollte bei 18–24 °C liegen – eine Heizung ist in der Regel nicht nötig, und im Sommer sollte das Wasser nicht zu warm werden. Gute Durchlüftung und eine kräftige Strömung simulieren den natürlichen Bergbach-Lebensraum und sorgen für den benötigten hohen Sauerstoffgehalt.

Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Kaltwasser- oder subtropischen Fischen wie Kardinalfischen (Tanichthys), kleinen Barben oder Schmerlen ist gut möglich. Vermeide tropische Arten, die höhere Temperaturen benötigen. Auch Garnelen (z. B. Amano-Garnelen) sind geeignete Mitbewohner.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Weißwangengrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Südchina häufig. Lokal können Gewässerverschmutzung und Habitatveränderungen jedoch zu einem Rückgang der Bestände führen.

Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch zunehmend Nachzuchten erhältlich. Die relativ einfache Zucht in Gefangenschaft hat dazu beigetragen, dass der Fangdruck auf Wildpopulationen gering bleibt. Die Haltung und Zucht dieser attraktiven Grundelart wird von spezialisierten Aquarianern zunehmend geschätzt.

Quellen

  1. FishBase: Rhinogobius duospilusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Rhinogobius duospilusseriouslyfish.com
  3. Chen, I.-S. & Kottelat, M. (2005): Rhinogobius and its related genera. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 13, 5–76.
  4. IUCN Red List: Rhinogobius duospilusiucnredlist.org

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