Salamander

Westlicher Rotsalamander (Plethodon vehiculum)

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Westlicher Rotsalamander (Plethodon vehiculum)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Westliche Rotsalamander ist ein kleiner, hübsch gefärbter lungenloser Salamander des pazifischen Nordwestens. Er besitzt einen auffälligen gelblichen bis rötlichen Rückenstreifen auf dunklem Grund und ist das westliche Gegenstück zum Rotrücken-Salamander der Ostküste. Er lebt vollständig terrestrisch in den feuchten Nadelwäldern der Region.

Der Westliche Rotsalamander ist ein kleiner, hübsch gefärbter lungenloser Salamander des pazifischen Nordwestens. Er besitzt einen auffälligen gelblichen bis rötlichen Rückenstreifen auf dunklem Grund und ist das westliche Gegenstück zum Rotrücken-Salamander der Ostküste. Er lebt vollständig terrestrisch in den feuchten Nadelwäldern der Region.

Steckbrief: Westlicher Rotsalamander (Plethodon vehiculum)
Wissenschaftlicher NamePlethodon vehiculum
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungPlethodon
Größe8–12 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungPazifischer Nordwesten (British Columbia bis Oregon)
LebensraumFeuchte Nadelwälder, unter Totholz und Steinen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Westliche Rotsalamander erreicht eine Gesamtlänge von 8–12 cm und ist schlank gebaut mit dünnen Beinen. Die Oberseite zeigt einen breiten, gelblichen bis orangeroten oder braunen Rückenstreifen, der von der Schnauze bis zur Schwanzspitze reicht. Die Flanken und der Bauch sind dunkelbraun bis schwärzlich, oft mit feinen hellen Sprenkeln.

Die Haut ist glatt und feucht mit einer deutlichen Nasolabialrinne. Der Schwanz ist rund und leicht eingeschnürt an der Basis. Als lungenloser Salamander atmet er ausschließlich über die Haut und die Mundschleimhaut. Die Augen sind relativ groß und dunkel. Im Vergleich zum östlichen Rotrücken-Salamander (P. cinereus) ist der Rückenstreifen oft breiter und gelblicher.

Verbreitung & Lebensraum

Der Westliche Rotsalamander kommt im pazifischen Nordwesten Nordamerikas vor – von der südlichen Küste British Columbias (Kanada) über Washington bis ins westliche Oregon (USA). Er besiedelt Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 1.200 m.

Du findest diesen Salamander in feuchten Nadelwäldern, insbesondere in Douglasien-, Hemlock- und Zedern-Wäldern. Er lebt unter morschem Holz, unter Rinde, unter Steinen und in feuchter Laubstreu. Die Art ist vollständig terrestrisch und benötigt keine Gewässer für die Fortpflanzung. Feuchte, kühle Waldhabitate mit reichlich Totholz sind optimal.

Lebensweise & Verhalten

Der Westliche Rotsalamander ist nachtaktiv und kommt besonders bei feuchtem, nebligem oder regnerischem Wetter an die Oberfläche. In den regenreichen Wintermonaten des pazifischen Nordwestens ist er häufig unter Holz und Steinen zu finden. Im trockeneren Sommer zieht er sich in tiefere, feuchtere Bodenschichten zurück.

Die Art ist territorial und verteidigt ihren bevorzugten Unterschlupf gegen Artgenossen. Bei Bedrohung kann er den Schwanz abwerfen und ein mildes Hautsekret absondern. Er konkurriert in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets mit dem Westlichen Langzehen-Salamander (Plethodon dunni) um Lebensraum und Nahrung.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen des Waldbodens – Milben, Springschwänze, kleine Ameisen, Käfer, Spinnen und andere Mikroarthropoden. Der Westliche Rotsalamander jagt im feuchten Laub und unter morschem Holz.

Die Beute wird mit der projektilen Zunge gefangen. Wie sein östliches Gegenstück, der Rotrücken-Salamander, spielt er eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf der Waldökosysteme, indem er die Populationen kleiner Bodenwirbelloser reguliert.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst statt. Das Weibchen legt im Frühling 8–19 große Eier in einer Traube in einem feuchten Hohlraum unter morschem Holz oder unter einem Stein ab. Das Weibchen bewacht die Eier während der gesamten Entwicklungszeit.

Die Entwicklung verläuft direkt ohne aquatisches Larvenstadium. Die Jungtiere schlüpfen nach 2–3 Monaten als vollständig entwickelte Miniatur-Salamander. Die Weibchen pflanzen sich vermutlich nur jedes zweite Jahr fort. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Westliche Rotsalamander eignet sich für die Terrarienhaltung in einem kleinen, feuchten Waldterrarium ab 40 × 25 × 25 cm. Die Einrichtung sollte feuchte Walderde, Moos, morsches Holz und flache Steine als Verstecke umfassen. Ein Wasserbecken ist nicht erforderlich.

Die Temperatur sollte bei 12–18 °C liegen, maximal 20 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 75–90 % gehalten werden. Gefüttert wird mit Springschwänzen, weißen Asseln, kleinen Drosophila und Mikroheimchen. Eine kühle Winterphase bei 5–8 °C über 2–3 Monate wird empfohlen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Westliche Rotsalamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In geeigneten Waldhabitaten im pazifischen Nordwesten ist er relativ häufig. Lokal können Populationen durch intensive Forstwirtschaft und den Verlust alter Waldbestände mit Totholz bedroht sein.

Der Erhalt feuchter Nadelwälder mit reichlich Totholz ist der wichtigste Schutzfaktor. In Gebieten mit nachhaltiger Forstwirtschaft, die Totholz im Wald belässt, kann sich die Art gut behaupten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Plethodon vehiculumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Plethodon vehiculumiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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