Fische (Salzwasser)

Wimpelfisch (Heniochus diphreutes)

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Wimpelfisch (Heniochus diphreutes)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Wimpelfisch Heniochus diphreutes, auch Falscher Halfterfisch genannt, ist ein eleganter Schwarmfisch mit einer markanten schwarz-weißen Streifenzeichnung und einem wimpelartigen Flossenfortsatz. Im Gegensatz zum verwandten H. acuminatus ist er ein Planktonfresser und damit riffkompatibel.

Der Wimpelfisch Heniochus diphreutes, auch Falscher Halfterfisch genannt, ist ein eleganter Schwarmfisch mit einer markanten schwarz-weißen Streifenzeichnung und einem wimpelartigen Flossenfortsatz. Im Gegensatz zum verwandten H. acuminatus ist er ein Planktonfresser und damit riffkompatibel.

Steckbrief: Wimpelfisch (Heniochus diphreutes)
Wissenschaftlicher NameHeniochus diphreutes
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieFalterfische (Chaetodontidae)
GattungHeniochus
Größe15–18 cm
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Hawaii, Japan bis Australien)
LebensraumKorallenriffe, Außenriffkanten, strömungsreiche Riffabschnitte
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Wimpelfisch erreicht eine Körperlänge von 15–18 cm und besticht durch seine elegante schwarz-weiße Streifenzeichnung. Zwei breite schwarze Bänder verlaufen vertikal über den weißen Körper – eines durch das Auge und eines über die Körpermitte. Die Brust- und Schwanzregion ist leuchtend gelb gefärbt. Der markante wimpelförmige Fortsatz der Rückenflosse kann fast Körperlänge erreichen.

Die Unterscheidung vom sehr ähnlichen Halfterfisch (H. acuminatus) ist selbst für Experten schwierig. H. diphreutes hat ein runderes Stirnprofil, eine kürzere Schnauze und eine leicht unterschiedliche Flossenform. Beide Arten sind sich so ähnlich, dass sie im Handel oft verwechselt werden. Der Körper ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest den Wimpelfisch im gesamten tropischen Indopazifik, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii und in den Zentralpazifik. Er bewohnt Außenriffkanten und strömungsreiche Riffabschnitte in Tiefen von 5–40 Metern.

Im Gegensatz zum Halfterfisch (H. acuminatus), der oft paarweise in Rifflagunen lebt, bildet H. diphreutes große Schwärme an den Riffaußenkanten. Diese Schwärme können aus Dutzenden bis hunderten Individuen bestehen und halten sich bevorzugt in der Wassersäule oberhalb des Riffs auf, wo sie Plankton fangen.

Lebensweise & Verhalten

Der Wimpelfisch ist tagaktiv und lebt in großen Schwärmen, die sich oberhalb des Riffs aufhalten. Anders als der Halfterfisch (H. acuminatus), der Korallenpolypen und Wirbellose frisst, ist H. diphreutes ein reiner Planktonfresser – ein entscheidender Unterschied für die Aquarienhaltung, da er dadurch riffkompatibel ist.

Die Schwärme bewegen sich synchron durch die Strömung und fangen herantreibendes Zooplankton ab. Bei Gefahr flüchten die Tiere gemeinsam in den Schutz des Riffs. Die markante schwarz-weiße Zeichnung und der wimpelförmige Flossenfortsatz dienen möglicherweise der Artenerkennung und Schwarmkoordination.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Wimpelfisch ausschließlich von Zooplankton, insbesondere von Copepoden und anderen Kleinkrebsen, die er in der Strömung fängt. Diese Spezialisierung auf Plankton unterscheidet ihn fundamental vom verwandten Halfterfisch, der Korallenpolypen und sessile Wirbellose frisst.

Im Aquarium ist die Fütterung relativ unkompliziert. Er akzeptiert Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops sowie hochwertiges Granulat und Flockenfutter. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da Planktonfresser einen kontinuierlichen Nahrungsnachschub gewöhnt sind. Eine Ergänzung mit Algenblättern (Nori) wird ebenfalls gerne angenommen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Wimpelfischs findet in der Gruppe statt. Während der Laichzeit steigen Paare aus dem Schwarm auf und geben gleichzeitig Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und die Larven entwickeln sich im Plankton.

Im Aquarium wurde die Fortpflanzung vereinzelt beobachtet, eine erfolgreiche Larvenaufzucht ist jedoch extrem schwierig. Die winzigen Larven benötigen spezialisiertes Plankton als Erstfutter. Alle Tiere im Handel stammen derzeit aus Wildfängen.

Haltung im Aquarium

Der Wimpelfisch eignet sich für Riffaquarien ab 500 Litern und sollte idealerweise als kleine Gruppe von 3–5 Tieren gehalten werden, um sein natürliches Schwarmverhalten zu zeigen. Im Gegensatz zum oft verwechselten Halfterfisch (H. acuminatus) ist er riffkompatibel und lässt Korallen und sessile Wirbellose in Ruhe.

Die Einrichtung sollte viel freien Schwimmraum in Kombination mit Lebendgestein als Rückzugsmöglichkeit bieten. Eine moderate Strömung simuliert die natürlichen Bedingungen an der Riffkante. Der Fisch ist friedlich und lässt sich gut mit anderen ruhigen Riffbewohnern vergesellschaften.

Achte beim Kauf darauf, tatsächlich H. diphreutes und nicht H. acuminatus zu erwerben, da nur ersterer riffkompatibel ist. Die Wassertemperatur sollte stabil bei 24–27 °C gehalten werden. Der Wimpelfisch ist relativ robust, benötigt aber stabile Wasserwerte und eine regelmäßige Fütterung.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Wimpelfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und bildet an geeigneten Standorten große Populationen. Die fortschreitende Korallenbleiche und Riffzerstörung stellen jedoch langfristige Bedrohungen dar.

Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge importiert, wobei die Verwechslung mit H. acuminatus ein häufiges Problem darstellt. Nachzuchten sind nicht verfügbar. Aufgrund der weiten Verbreitung und Häufigkeit der Art gilt die Entnahme aus der Natur derzeit als nachhaltig.

Quellen

  1. FishBase: Heniochus diphreutesfishbase.se
  2. IUCN Red List: Heniochus diphreutesiucnredlist.org
  3. Allen, G. R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
  4. Lieske, E. & Myers, R. F. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.
  5. Coral Magazine: Bannerfish vs. Butterflyfish – coral-magazine.com

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