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Wunderbaumfrosch (Rhacophorus arboreus)

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Wunderbaumfrosch (Rhacophorus arboreus)

Bildquelle: murahis / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Wunderbaumfrosch ist ein in Japan endemischer Ruderfrosch, der in den Laubwäldern der Hauptinseln Honshu, Shikoku und Kyushu heimisch ist. Er ist bekannt für seine auffällige grüne Färbung und sein einzigartiges Fortpflanzungsverhalten: Die Weibchen bauen Schaumnester in Bäumen über dem Wasser, in die sie ihre Eier ablegen.

Der Wunderbaumfrosch ist ein in Japan endemischer Ruderfrosch, der in den Laubwäldern der Hauptinseln Honshu, Shikoku und Kyushu heimisch ist. Er ist bekannt für seine auffällige grüne Färbung und sein einzigartiges Fortpflanzungsverhalten: Die Weibchen bauen Schaumnester in Bäumen über dem Wasser, in die sie ihre Eier ablegen.

Steckbrief: Wunderbaumfrosch (Rhacophorus arboreus)
Wissenschaftlicher NameRhacophorus arboreus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRuderfrösche (Rhacophoridae)
GattungRhacophorus
Größe5–8 cm
Gewicht10–20 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungJapan (Honshu, Shikoku, Kyushu)
LebensraumLaubmischwälder, montane Wälder, Gewässernähe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Wunderbaumfrosch ist ein mittelgroßer Ruderfrosch mit einer Körperlänge von 5–8 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün, manchmal mit kleinen weißen oder goldenen Flecken. Die Flanken und Innenseiten der Beine können gelb bis orange gefärbt sein, besonders sichtbar beim Klettern oder Springen. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.

Die vergrößerten Schwimmhäute zwischen den Zehen dienen als Gleitflächen bei Sprüngen von Ast zu Ast. Die Haftscheiben an den Finger- und Zehenspitzen sind groß und kräftig. Die Augen sind groß mit goldener Iris und horizontalen Pupillen. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und besitzen Schallblasen unter der Kehle.

Verbreitung & Lebensraum

Der Wunderbaumfrosch ist ein Endemit Japans und kommt auf den Hauptinseln Honshu, Shikoku und Kyushu vor. Er bewohnt Laubmischwälder und montane Wälder in Höhenlagen von 200–1.500 m über dem Meeresspiegel. Die Art bevorzugt feuchte Waldgebiete in der Nähe von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern.

Besonders wichtig sind Bäume und Sträucher, die über oder in der Nähe von Gewässern stehen, da die Art ihre Schaumnester in der Vegetation über dem Wasser baut. In Japan ist der Frosch ein Symbol der unberührten Bergwälder und wird als „Moriaogaeru" (森青蛙) bezeichnet.

Lebensweise & Verhalten

Der Wunderbaumfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag auf Blättern und Ästen im Wald, wo er dank seiner grünen Farbe gut getarnt ist. Nachts klettert er in der Vegetation umher und sucht nach Nahrung. Er ist ein geschickter Kletterer und kann kurze Strecken gleiten.

In den kühleren Monaten (November–März) hält der Frosch eine Winterruhe in frostfreien Verstecken, oft in Baumhöhlen oder unter Moos und Laub. Im Frühjahr wandert er zu den Fortpflanzungsgewässern, wo sich die Männchen mit lauten Rufen versammeln. Die Art ist in Japan kulturell bedeutsam und wird in Literatur und Kunst oft dargestellt.

Ernährung

Der Wunderbaumfrosch ernährt sich von verschiedenen Insekten und Wirbellosen, die er in der Baumvegetation erbeutet. Zur Hauptnahrung gehören Motten, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag gefangen.

Im Terrarium fütterst du mit Grillen, kleinen Heimchen, Fruchtfliegen und Wachsmottenlarven. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere 2–3 Mal pro Woche und biete die Nahrung abends oder nachts an, wenn der Frosch aktiv wird.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Wunderbaumfroschs ist besonders faszinierend. Im späten Frühjahr (April–Juni) versammeln sich die Männchen an Gewässern und rufen von Ästen über dem Wasser. Das Weibchen wählt einen Partner und klettert mit ihm auf einen Ast über dem Wasser.

Dort bauen beide gemeinsam ein Schaumnest, indem sie ein Sekret mit den Hinterbeinen zu weißem Schaum aufschlagen. In dieses Nest werden 300–800 Eier abgelegt. Oft beteiligen sich mehrere Männchen am Bau eines einzelnen Nestes. Das Schaumnest schützt die Eier vor Austrocknung und Fressfeinden. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Kaulquappen und fallen in das darunterliegende Gewässer, wo sie die Metamorphose durchlaufen.

Haltung im Terrarium

Der Wunderbaumfrosch benötigt ein hohes, gut bepflanztes Terrarium ab 50 × 50 × 80 cm mit Klettermöglichkeiten und einem Wasserbecken am Boden. Die Temperatur sollte tagsüber 20–25 °C betragen, nachts 15–18 °C. Eine kühlere Haltung als bei tropischen Arten ist wichtig, da der Frosch aus einem gemäßigten Klima stammt.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 65–80 % liegen. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate ist für die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft wichtig. Die Art ist außerhalb Japans selten im Handel erhältlich und wird dort nicht exportiert. In Japan wird sie gelegentlich in zoologischen Einrichtungen gehalten und nachgezüchtet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Wunderbaumfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist in Japan relativ häufig und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Lokale Bedrohungen bestehen durch die Zerstörung von Laichgewässern, Urbanisierung und den Einsatz von Pestiziden in der Forstwirtschaft.

In Japan genießt die Art wie alle einheimischen Amphibien einen gewissen gesetzlichen Schutz. Die Erhaltung naturnaher Wälder mit Teichen und Feuchtgebieten ist für den langfristigen Schutz entscheidend. Japanische Naturschutzorganisationen setzen sich aktiv für den Erhalt der Froschlebensräume ein.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rhacophorus arboreusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rhacophorus arboreusiucnredlist.org
  3. Maeda, N. & Matsui, M. (1999): Frogs and Toads of Japan. Bun-ichi Sogo Shuppan.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – amphibiansoftheworld.amnh.org
  5. Duellman, W. E. & Trueb, L. (1994): Biology of Amphibians. Johns Hopkins University Press.

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